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Metallica: S&M

Etwas Neues auf seine eigene Art und Weise
Wertung: 9/10
Genre: Metal Symphony
Spielzeit: 125:0
Release: 23.11.1999
Label: Vertigo Records

Nach dem Abstecher in die Welt der Coverversionen in Form der „Garage Inc.“, widmeten sich Metallica einer Idee eines Michael Kamen, die im Zusammenhang mit dem Song „Nothing Else Matters“ des Black Albums entstand.

Kamen komponierte den (auf dem Album leider kaum hörbaren) Orchesterpart dieses Songs und war ein wenig verärgert darüber, dass sein mit Mühe verbundenes Arrangement kaum Berücksichtigung fand. Doch Metallica veröffentlichten eine „Elevator Version“ von „Nothing Else Matters“ auf der „Sad But True“-Single, auf der man nur das Orchester, den Gesang, sowie eine Zwölfsaitige Gitarre zu hören bekam und Kamen war zufrieden. Auf dieser Basis entstand die Idee, andere Metallica Songs mit Orchester zu vereinen. Satte acht Jahre nach dieser Idee fanden Metallica die Zeit, diese Idee in die Tat umzusetzen und das war die Geburtstunde von „S&M“.

Wenn ich höre, was für ein Fehlschlag „S&M“ für viele Leute darstellt, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Ich kann mir nicht denken, dass man ernsthaft erwartet, dass die Songs nun besser klingen als vorher, oder ob Metallica auch mit dieser Intention an das Projekt rangegangen sind. Für sie war es ein Experiment, dass ich an Ihrer Stelle ebenfalls gewagt hätte. Ein berühmter Komponist und Dirigent kommt auf mich zu und möchte meine Songs mit einem Orchester spielen. Nicht nur nachspielen, sondern zusammen mit meiner Band. Wer zur Hölle sagt da bitte nein ? Ich glaube es gibt genügend Beweise, dass Orchester, oder sogar nur Streicher mit Metal bestens harmonieren. Was wäre ein „Progenies Of The Great Apocalypse“ von Dimmu Borgir ohne das Orchester? Oder eine „Ghettysburg“ – Trilogie von Iced Earth ohne das Orchester? Nicht annähernd so gut wie mit dem Orchester.

Vielleicht warteten viele Fans immer noch vergeblich auf „Master Of Puppets II“, lehnten weitere Experimente von vorneherein ab und auch die Tatsache, dass „Load“ und „Re-Load“ Songs prozentual überwogen, machte erneute Enttäuschung breit.

Leider konnte man die Favoriten der Band, „Fade To Black“ und „The Unforgiven“, nicht umsetzen, dennoch finden sich richtige Perlen unter den Songs. Neben dem obligatorischen „Ecstasy Of Gold“ – Intro, dass natürlich ebenfalls vom Orchester eingespielt wurde, zeigt sich die Größe und die Intensität bereits im ersten Song „The Call Of Cthulu“, das Orchester veredelt diesen Song nochmals.

Auch bei Songs wie „The Thing That Should Not Be“ stellt das Orchester definitiv eine Bereicherung dar, und Songs wie „Hero Of The Day“, „Bleeding Me“ oder „Outlaw Torn“ erhalten durch das Orchester ohne Zweifel einen schöneren, teils melancholischeren Klang, dass sich auch sehr am Anfang von „One“ deutlich bemerkbar macht.

„Devil´s Dance“ oder „Until It Sleeps“ beispielsweise klingen finde ich sogar durch das Orchester wesentlich besser als das Original.

Ein „Nothing Else Matters“ ist natürlich wie geschaffen für Orchester, zumal dieser Song auch der Grundstein dieses Projektes war. Wenn man sich z.B. den Anfang von „Wherever I May Roam“ mal reinzieht, dann sollte man merken, wie bombastisch und theatralisch der Song nun klingt. Dass Metallica als Zugabe auch noch „Battery“ raushämmern, finde ich einfach nur genial. Das Akustikintro klingt im Klassikgewand wirklich großartig. Nicht zu vergessen sind die beiden bis dato unveröffentlichten Songs „No Leaf Clover“ und „ – Human“, bei dem ersterer melodischer und letzterer stampfender zu Werke geht, die sich hinter den anderen Songs wirklich nicht zu verstecken brauchen.

Man kann sich definitiv darüber streiten, wo ist zuviel Orchester, wo zu wenig Band zu hören, aber mal ehrlich: Wie schwer ist es, ein über hundertköpfiges Orchester mit dem Sound der Band gerecht zu mischen? Sicherlich gibt es Stellen, an denen man mal das eine mehr und das andere weniger hörbar machen könnte, aber im Großen und Ganzen ist alles super abgemischt. Wichtig ist der Gesang, der Leitfaden der Songs und der ist immer präsent und wirklich erstklassig, denn Hetfield bietet hier eine tolle Gesangsleistung.

Mein Fazit: „S&M“ stellt für mich ganz großes Kino für die Ohren dar. Metallica machen ihren Teil perfekt, und das Orchester mit Michael Kamen am Steuer veredeln dieses Live-Erlebnis auf wunderbare Art und Weise. Das Publikum ist hörbar begeistert und vermittelt damit ein intensives Livegefühl. Dieses als „Experiment“ angegangene Projekt ist für mich ein glatter Erfolg und sollte doch etwas mehr Beachtung verdienen und nicht zerrissen werden. Symphony & Metallica, zwei Welten die aufeinander treffen, und wie ich finde etwas Besonderes geschaffen haben. Auf jeden Fall reinhören.

Ich vergebe normalerweise keine Punkte bei Livealben, aber in diesem Fall handelt es sich nicht nur um ein gewöhnliches Livealbum, sondern um etwas Neues auf seine eigene Art und Weise.

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