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Metallica: Metallica (Black Album)

Der Chartbreaker!
Wertung: 9.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 62:40
Release: 16.08.1991
Label: Vertigo Records

Oh, da hat Ole wirklich recht, denn das Geschrei der alten Fans wurde noch größer. Nachdem Metallica ihren Stil variiert und sogar ein Video gedreht hatten, stürmten sie mit „Metallica“ doch tatsächlich an die Spitze der Charts. Das taten sie allerdings zu Beginn ohne die Hilfe der Medien, die sich natürlich nachträglich auf die vier Jungs aus der Bay Area stürzten. „Metallica“, von Fans auch „Black Album“ genannt, ging ein langer Aufenthalt im Studio unter der Regie von Bob Rock voraus, welcher die Band stellenweise an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führte (siehe die Videos „A year and a half“). Im Endeffekt sollte sich die ganze Mühe aber auszahlen, denn in kommerzieller Hinsicht überflügelte man sogar die bisherigen Heavy Metal Spitzenverdiener Iron Maiden und selbst beinharte Gegner des neuen Stils mussten anerkennen, dass Bob Rock einen erstklassigen Sound hin bekommen hatte.

„Enter Sandman“ ist der wohl bekannteste Song des schwarzen Albums und neben Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ der wichtigste Rocksong des Jahres 1992. Darüber noch weitere Worte zu verlieren, wäre müssig, denn jeder dürfte das Lied kennen. Gleiches gilt für den Dampfhammer „Sad But True“ - ein sehr grooviger Rocker im Midtempobereich, der aber für mich persönlich nicht zu den Highlights der Platte zählt.

Ein solches ist aber ohne Zweifel die erste von zwei Balladen „The Unforgiven“, bei der sich Hetfield gegenüber „Fade to black“ (von „Ride the lightning“) stimmlich stark gereift zeigt. Für mich ist das einer der atmosphärischsten Balladen, die es im Metalbereich je gegeben hat. Ein Lied über das Leben „on the road“ ist „Wherever I May Roam“ und was für eins! Hetfield und Hammett spielen Melodien auf ihren Gitarren, die einfach zum Niederknien sind.

Das Ganze kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Metallica auf diesem Album völlig auf rasend schnelle Nummern verzichten. Am ehesten geht in diese Richtung geht „Through The Never“, was zwar nichts mit Thrash Metal zu tun hat, aber dennoch der schnellste Song des Albums ist.

„Nothing Else Matters“ wird wohl, genau wie „Enter Sandman“, jedem Rockfan ein Begriff sein...und nicht nur denen, sollte sich diese Ballade doch zu Metallicas erfolgreichster Single mausern. Eine ebenso wunderbare Ballade, deren Klasse man höchstens deshalb herabsetzt, weil man sie einfach schon zu oft gehört hat. Ohne Durchhänger geht das Album auch zu Ende. In „The God That Failed“ betreibt James Hetfield mal wieder Kindheitstraumabewältigung und „My Friend Of Misery“ lässt den Hörer endlich mal die Bassarbeit von Jason Newsted genießen. Wie Ole schon erwähnt hat, ist es ja über all die Jahre ein Problem von Metallica gewesen, ihren „neuen“ Bassisten wirklich als gleichwertig zu akzeptieren.

In gewisser Weise kann ich es nachvollziehen, warum „Metallica“ bis heute von vielen als „der Beginn von Metallicas Verfall“ bezeichnet wird. Mit dem „schwarzen Album“ etablierte sich die Band als grösste Metalband auf dem Globus und sollte diesen Status auch bis heute nicht verlieren. Das massive Airplay, welches sie durch die kompakter und kürzer arrangierten Songs dieser Platte erreichen sollten, verübelten ihnen aber viele „Fans“ fast genauso wie das Schreiben dieser Lieder an sich. Haben Metallica diese Entwicklung also nur aus kommerziellem Kalkül durchgemacht?

Natürlich, in den Kopf gucken kann ich niemandem, aber ebenso kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein leidenschaftliches Album wie dieses bloss am Reißbrett entstanden sein soll. Mal ganz abgesehen davon, hätten Metallica wohl auch nicht so lange im Studio gesessen, wenn es ihnen bloß um die Kohle gegangen wäre. Ich persönlich glaube schlicht und ergreifend, dass die Metallicats einfach Lust auf etwas anderes hatten, denn mal ganz ehrlich: Welche 2 Metallica-Alben klingen denn komplett gleich (Bedenkt: Das Material von Load und Re-Load stammt aus denselben Sessions)?!

Egal, wie man es dreht und wendet, das „Black Album“ ist und bleibt ein Meilenstein der Geschichte des Rock!

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