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Metallica: Master Of Puppets

Es geht nicht besser!
Wertung: 10/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 54:51
Release: 21.02.1986
Label: Vertigo Records

Danke Ole! Und weiter geht die Review-Offensive der Metallicats.

Metallica hatten sich nach ihrem Zweitling viel Beachtung erarbeitet, auch weil sie sich mal wieder "den Arsch abgetourt" hatten. Das Line-Up stand nun felsenfest, die musikalische Linie war genauso frei wählbar, wie auch vorgegeben und die Band hungrig, den Metalthron an sich zu reißen. Kurzum, es war Zeit für DEN Meilenstein, für DAS Meisterwerk, das vier junge Kalifornier zu Legenden machen sollte. Im Jahre 1986 erschien "Master Of Puppets", ein Album, das ich bestimmt schon 500 Mal gehört habe. "Live" war ich zwar nicht dabei, da ich gerade mal vier Jahre alt war (und Ole gerade mal "in Arbeit"). Aber für gute Musik ist man ja nie zu jung. Denn wenn man mir eine Pistole auf die Brust setzen und mich zwingen würde, das beste Album zu nennen, das ich je gehört habe, ich würde "Master Of Puppets" sagen.

Ein besseres Statement was Metal ausmacht, gibt es nicht und wird es auch nie mehr geben. Hier stimmt einfach alles, sei es die messerscharfen Riffs, der stets passende Gesang, das variantenreiche Drumming, das unglaubliche Spiel von Bassist Cliff Burton oder die druckvolle Produktion von Flemming Rasmussen, die auch heute noch absolut "up to date" ist. Ich liebe jede einzelne verdammte Note, die auf dieser Göttergabe steht.

Wie schon bei "Ride The lightning" hat auch hier der Opener namens "Battery" ein in die Irre führendes Akustikintro, so dass einen der nachfolgende Thrashorkan gnadenlos an die Wand pinnt und die Nackenwirbel aufs Heftigste strapaziert. Den nachfolgenden Titeltrack MUSS man als Metaller kennen, denn alleine der magische Beginn ist unverkennbar und sorgt weltweit, sei es live, in den Hallen oder auf Partys in verrauchten Schuppen, für Begeisterungsstürme. In seinen gut 8 Minuten hat das Stück viele Wendungen und wirkt dabei wie aus einem Guss. Für Lieder wie "Master Of Puppets" wurde der Begriff "Klassiker" erfunden.

"The Thing That Should Not Be" beschreibt das Grauen aus der Tiefe und ist stark vom Cthulhu-Mythos von H.P.Lovecraft inspiriert. Jason Newsted (mehr zu ihm in folgenden Reviews) betonte immer wieder, wie sehr er speziell diesen schweren Stampfer liebe. Alptraumhaft geht es auch mit "Welcome Home (Sanitarium)" weiter, welches den Hörer in die kranke Psyche eines Insassen in solch einer Anstalt entführt. Der logische Nachfolger zu "Fade ToBblack" vom Vorgänger und dabei wohl der Song, den man am ehesten auch "normalen" Leuten vorspielen kann. Es kann natürlich dennoch sehr gut sein, dass ihnen das alles "zu hart" ist, aber ganz ehrlich: Dann haben sie es auch nicht besser verdient.

Wer nicht versteht, dass man auch bei Brechern wie "Disposable Heroes" (textlich der Vorläufer zu "One"?) oder dem sarkastischen "Leper Messiah" dankbar sein sollte, gerade unsterbliche Hymnen zu hören....nun ja, dem kann ich auch nicht mehr helfen. "Orion" schafft dann das Kunststück, auch als rein instrumentales Werk absolut unverzichtbar zu sein. Hier wechseln sich schnelle Riffs mit wunderbaren Melodien ab und man erkannt abermals, was für ein musikalisches Genie dieser Cliff Burton doch gewesen ist. Das abschließende "Damage Inc." nimmt dann noch mal die letzten Reste vom Genick des Hörers, wiegt sie genüsslich in Sicherheit und zermahlt sie dann vehement zu Staub.

So und nicht anders muss eine Achterbahnfahrt aussehen! Metallicas drittes Album wird wohl niemals seinen Stellenwert verlieren und wird weiterhin als absolutes Referenzwerk in Sachen anspruchsvoller, harter Musik gelten. Die Band selbst konnte damals den Madman höchstpersönlich auf Tour begleiten und spielte den Headliner Ozzy Osbourne forthin Abend für Abend an die Wand. Doch dann kam der 27.September 1986, ein Tag, den Metallica nie vergessen sollten. An diesem Abend kam der Tourbus auf einer vereisten Straße in Dänemark ins Schleudern und überschlug sich. Wie durch ein Wunder blieben fast alle Menschen unverletzt.... alle, bis auf einen. Kirk Hammett hatte vorher mit Cliff Burton um eine Koje gelost und schaute nun nach, wo sein Freund denn steckte. Er wurde unter dem Bus begraben gefunden. Durch einen Unfall bei den Bergungsarbeiten raste das schwere Gefährt später noch einmal auf Cliffs Körper herab...

"Master Of Puppets" wurde sein musikalisches Vermächtnis. Und lasst euch nicht täuschen, denn es scheint hier einen technischen Fehler zu geben. Eigentlich steht da "25 von 10 Punkten", aber man kann nicht alles haben.

Rest in peace, Cliff Burton!

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