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Metallica: Garage Days Re-Revisited

Sollte bei jedem Sammler auch vertreten sein
Wertung: 99/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 24:58
Release: 21.08.1981
Label: Mercury Records

Machen wir nun einen kleinen Abstecher in die EP-Welt, bevor ich mich dem nächsten richtigen Studio-Album „...And Justice For All“ zuwende. Nach dem tragischen Tod von Cliff Burton, der stets durch seine musikalische Fähigkeit, seinen Charakter und vor allem seine Präsenz auf der Bühne begeistern konnte, sind die restlichen Bandmitglieder erst einmal zurück in die Staaten geflogen, um sich eine Auszeit zu gönnen. Doch diese war sehr kurz, denn Hetfield, Ulrich und Hammett hatten nicht vor, die Band aufzugeben, denn das wäre wohl das letzte gewesen, was ein Cliff Burton gewollt hätte.

So begann man bereits ca. einem Monat nach Burtons Tod, nach einem Ersatz zu suchen, um die bisher sehr erfolgreiche Master Of Puppets-Tour zu Ende zu bringen. Unter den vielen Bewerbern stach einer besonders hervor. Durch die Power und die Hingabe, die er bei den Songs an den Tag legte, beeindruckte er die restlichen Bandmitglieder sogar so sehr, dass er nicht nur Tour-Bassist, sondern ein permanenter Ersatz für Cliff Burton sein sollte. Dieser Mann war kein geringerer als Jason Newsted, der die nächsten 14 Jahre den Vierseiter bei Metallica bedienen sollte. Und wie es immer so gern betont wird, „nicht mit den Fingern, wie Cliff es tat“, sondern mit einem Plektrum!

Und was macht eine Band, die sich gerade geformt oder wie in diesem Fall neu geformt hat? Richtig, sie geht zurück in den Proberaum um zu jammen, zu proben und wie es wohl jede Band macht: Man spielt Coverversionen.

Und das ist auch genau das Herz dieser EP. Man entwickelte solch einen Spaß im alten Proberaum, dass man sich entschloss, diesen aufzuzeichnen und für einen kleinen Preis zu veröffentlichen. Man hatte zwar Bedenken, dass viele aufgrund des hörbaren Garagensounds nicht so begeistert sein würden, doch man sah es auch als Chance, den neuen Bassisten den Fans vorzustellen. Das extra vermerkte „Not Very Produced by Metallica“ auf der LP sollte das auch nochmals verdeutlichen.

Auch wenn natürlich kein klangliches Meisterwerk wie die Master Of Puppets geschaffen wurde, so empfinde ich den Sound dennoch als sehr gelungen. Die Garagenatmosphäre wurde perfekt eingefangen. Gelegentliches Fiepen, dreckiger und dennoch kraftvoller Sound, das Reden und Murmeln nach den Songs und das schöne Rauschen einer Demo, bevor alle Instrumente spielen, all das macht den Charme dieser EP aus. Auch Hetfield singt etwas dreckiger und das Hetfieldsche „Yeah“ ist ausgeprägter, man kann die Entwicklung von „Master Of Puppets“ hin zu „...And Justice For All“ schon hier erkennen.

Gleich bei „Helpless“ von Diamond Head mit dem netten gesummten Intro, gibt es Newsteds Bass in dem coolen Mittelpart zu hören. Man wählte natürlich auch zwei, drei Songs aus, bei denen der Bass eine Rolle spielt. Nach dem düsteren Stampfer „The Small Hours“ (Holocaust) mit einem total thrashigen Bridgepart geht es weiter mit „The Wait“ von Killing Joke, das von Metallica doch um einiges besser und heavier klingt als das Original. Mit Budgies „Crash Course in Brain Surgery“ bekommt man mehr als einmal die wirklich klasse Basslines des Songs zu hören und zum Abschluss bekommt man dann noch zwei Misfits Cover als ein Song um die Ohren gehauen, „Last Caress/Green Hell“. Ersteren bekommt man heute noch gelegentlich live geboten, es ist einfach der perfekte Einstiegs- oder Zugabe-Song wie „So What!“ einer ist.

An dieser EP haben Metallica sichtlich Spaß gehabt, haben wieder klasse Coverversionen, die meiner Ansicht locker mit den Originalen mithalten können, veröffentlich und auch erfolgreich Jason Newsted sein Debüt verpasst. Songs wie „The Wait“ oder „Helpless“ treten ordentlich ins Gesäß und können heute noch begeistern. Dafür, dass es nur eine Art Spaß-Projekt werden sollte, keine schlechte Leistung.

Diese EP war zwar schnell ausverkauft, doch 9 Jahre später, auf ihrem nächsten Cover-Album, das passend „Garage Inc.“ genannt wird, gibt es diese EP und viele andere B-Sides Cover auf einer Bonus-CD. Trotzdem macht sich eine „Metallica – The $5.98 E.P. The Garage Days Re-Revisited“ nicht schlecht in eurem Regal und sollte bei jedem Sammler auch vertreten sein.

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