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Metallica: Francais Pour Une Nuit - Live Aux Arènes De Nimes 2009

Ein Fest für die Augen und Ohren mit nur kleinen Schönheitsmakeln
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 180:00
Release: 14.01.2010
Label: Universal

Am 7. Juli 2009 gaben sich Metallica die Ehre, im Rahmen ihrer „Death Magnetic Tour“ das Stadion in Nimes zu besuchen, ein imposantes Stadion, welches viele sicher schon von Rammsteins „Völkerball“-Video kennen. Aber die Band geht einen etwas anderen Weg. Die Bühne ist zu allen Seiten offen und so gibt es eine Rundumsicht. Leider, muss ich sagen, denn gerade im Rücken der Band sieht man zu häufig zu klar vier leere Reihen, die nicht mit Zuschauern gefüllt sind. Das hätte man schnitttechnisch und vor Ort dekorationsmäßig besser gestalten können.

„The Ecstasy Of Gold“ erklingt und jeder Fan weiß, was nun kommt: Der Einzug der „Gladiatoren“. Die Band erwischt einen Traumstart mit „Blackened“ und reißt die Fans von der ersten Minute an mit sich. Das Bild ist nahezu perfekt: Detailreich, knackig scharf wird dem Zuschauer einiges geboten, nur schade, dass es im Juli erst recht spät dunkel wird. Was allerdings ziemlich nervt, ist, dass es eine Kamera vor der Bühne gibt, die auf Schienen herum fährt. Das wäre ja noch nicht schlimm, allerdings vibriert die gesamte Konstruktion, sobald die Bassdrum auf Sendung geht. Ein böser Fauxpas, der bei solch einer riesigen Produktion nicht passieren dürfte. Im weiteren Verlauf wird wohl deswegen auch immer seltener auf die Kamera geschaltet. Das stört ungemein. Wer denn textsicher ist, sollte mal genau hinhören, was James da beim Opener singt.

Nach der Grante „Creeping Death“ gibt es dann bei „Fuel“ zum ersten Mal Feuersäulen zu sehen. Dann kommen wieder zwei Klassiker, bei denen die Band nicht viel falsch machen kann: „Harvester Of Sorrow“ und „Fade To Black“. Klar, dass die Menge tobt, das ist James dann auch eine Ansage wert, in der er sich bedankt und die Fans zum Lautstärke-Kampf mit der PA auffordert. Dann kommt der wohl schwächste Song der Setlist, „Broken, Beat & Scarred“.

Irgendwie fällt auf, dass die Band speziell bei den Songs aus der Zeit nach dem schwarzen Album immer etwas mehr darauf achtet, das Publikum zu pushen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Da ist es schon etwas anderes, wenn James den Text von „Sad But True“ anstimmt und dann von den Massen mit ihrem Gesang überholt wird. Sehr starke Eröffnung, das erzeugt Gänsehaut! Dann verlässt die Band die Bühne und das Intro zu „One“ ertönt. Klar, dass es dann auch richtiges Feuerwerk gibt. Schade, dass es keine Laser und Särge gibt.

Nach „All Nightmare Long“ darf dann Kirk seine Finger auf der Gitarre kreisen lassen: Es ist Solozeit. Das folgende „The Day That Never Comes“ ist dann der beste neue Song, den die Band hier spielt. Er kann zumindest im Klassikerintermezzo mithalten. Kein Wunder, dass das Publikum wieder für eine Gänsehautattacke sorgt, als es zu Beginn die Melodie „mitsingt“.

Etwas unverständlich finde ich, dass dann das Intro von „Dyer's Eve“ vom Band kommt, wäre doch eigentlich nicht nötig gewesen. Egal, die Band steigt ein und es gibt wieder eine richtig fette Pyroshow. „Enter Sandman“ bekommt dann sogar am hinteren Rand des Stadions Pyroeffekte kredenzt, das sieht gut aus, ist aber natürlich auch für die Fans mit dem eher undankbaren Platz im Rücken der Bühne eher uninteressant.

Nach dann eindreiviertel Stunde ist das Konzert erstmal vorbei und die Fans dürfen sich beim Zugabefordern verausgaben, was dann auch mit dem Queen-Cover „Stone Cold Crazy“ für gut befunden wird. James erklärt, dass die „Königin“ ein Grund war, warum die Bandmitglieder überhaupt angefangen haben, Musik zu machen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt ein paar Metallica-Fans weniger in meinem Freundeskreis habe, aber nun offenbart sich recht deutlich, warum die Band nicht mehr das Flair aus den Achtzigern hat. Zum Abschluss werden dann die beiden „Kill ’Em All“-Klassiker „Motorbreath“ und „Seek & Destroy“ gezockt. Oh Mann, das würde Cliff Burton sicher nicht gefallen, wie sich das hier anhört, allein dieser drucklose Gesang. Nein, früher wurde es herausgebrüllt, heute singt James. Bei aller Liebe, genau das ist der Biss, welcher der Band heutzutage fehlt, auch wenn ihre letzten Alben wieder härter und auch besser geworden sind.

Als Bonus gibt es dann noch ein 37-minütiges Interview und fünf Fanvideos vom Konzert. Das Interview ist sehenswert und gibt einen kleinen Einblick in die Band und die Arbeiten zu „Death Magnetic“.

Fazit: Eine bis auf wenige Ausnahmen (vibrierende Kamera, leere Ränge im abgesperrten Bereich, fehlende Laser und Särge, „Kill ’Em All“-Tracks) gelungene Blu-ray, die nicht nur den eingeschworenen Fans richtig Spaß machen wird. Die Bildqualität ist absolut einwandfrei, wenig Rauschen und dafür sehr detailreich. Der Sound überzeugt im 5.1-Bereich. Das macht Spaß und sorgt für eine klare Kaufempfehlung. Die Setlist ist sehr gut geraten, aber natürlich Geschmackssache. Insgesamt muss natürlich alles bewertet werden, weshalb ich neben der großartigen referenzverdächtigen Bild- und Tonqualität aber auch die organisatorischen Mängel und die Gesamtleistung der Band mit bewerten muss. Somit bleiben unter dem Strich neun Punkte über.

Bildformat: 1080/50p

16:9

Tonformat: 5.1 DTS-HD Master Audio (48khz/24bit)

PCM 2.0 Stereo

Region: 0 (Worldwide)

FSK: 12

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