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Metal Message V

Mit viel Liebe zum Detail gestaltete Compilation, die zudem auch musikalisch insgesamt überzeugt
keine Wertung
Genre: Folk-/ Pagan-/ Black Metal
Spielzeit: 77:47
Release: 01.12.2008
Label: Metalmessage

Sampler sind ja immer so eine Sache für sich: Einerseits kann man so einen guten Einblick in ein Genre bekommen, andererseits kann es natürlich gut sein, dass die Qualität der einzelnen Tracks so sehr schwankt, dass einem bei einigen Songs nur noch das Drücken der Skiptaste übrig bleibt. Hinzu kommt dann häufig noch, dass das Booklet wenig über die einzelnen Bands aussagt und die ganze Aufmachung so oder so nicht besonders toll gestaltet ist, denn es handelt sich ja lediglich um einen Sampler, den man billig unters Volk bringen will.

Schön, dass es auch anders geht, wie die „Metalmessage“-Compilation von Markus Eck beweist, von der mittlerweile die fünfte Ausgabe herausgekommen ist. Auffällig ist allein schon die blaue Verpackung im DVD-Format, welche dem potentiellen Käufer sogleich suggeriert, dass hier offensichtlich jemand am Werk war, der viel Wert auf das optische Erscheinungsbild legt und sich von den vielen lieblos zusammengeschusterten Samplern abheben möchte. Wie viel Arbeit und Herzblut in der gesamten Angelegenheit steckt, wird aber erst so richtig deutlich, wenn man das sehr stilvoll gestaltete, umfangreiche Booklet – wie die Hülle selbst im Vertikalformat – aufschlägt, in dem zum Folk-/Pagan-Genre passende, hübsche Naturaufnahmen, Fotos sämtlicher auf der CD vertretener Bands und deren aktuelles Line-up, sowie Internetadresse zu finden sind. Zudem hat Eck noch eine Karte in das Heft gelegt, auf der er die Fans darauf hinweist, wie wichtig ihm es ist, mit diesen schönen Fotos und der ganzen aufwendigen Aufmachung die Naturverbundenheit der Pagan-Metal-Szene zu demonstrieren und dass bedauerlicherweise kaum jemand so viel Herzblut gerade in Sampler steckt.

Das Cover indes stammt von Ed Repka und zeigt Trolle, die im Kampf mit einer Art Gottheit zu sein scheinen. Meiner Ansicht nach will es nicht so ganz zu den ästhetischen Fotos im Booklet passen, aber gut gezeichnet ist es zweifelsohne (der Mann hat ja schließlich auch einen klangvollen Namen und arbeitete schon unter anderem für Venom und Megadeth): Geschmackssache.

Dies alles ist zwar sehr beeindruckend, doch wäre es nur halb so viel wert, wenn nicht auch das Wesentliche – die Musik – qualitativ überzeugen würde. Glücklicherweise jedoch ist auch hier fast alles im grünen Bereich: Bereits der Opener „Helias Bann“ vom deutschen Trio Fimbulvet überzeugt mit kraftvollem Riffing, einem eingängigen Refrain, melodischen Gitarrenmelodien und sehr vielseitigem Wechselspiel zwischen Kreischvocals und cleanem Gesang. Auch die Slowaken von Hromovlad, bei denen es dann deutlich schneller zu Werke geht, wie einige äußerst schwarzmetallische Blastbeat-Passagen beweisen, können mit „Slavia“, einem Song, in dem eine simple, aber effektive Flötenmelodie in hypnotischer Manier immer wieder auftaucht, überzeugen und bekommen obendrauf noch einen Exotenbonus für den in Slowakisch gehaltenen Text.

Den haben auch Tumulus aus Russland, die ebenfalls in ihrer Muttersprache singen, allerdings wieder völlig anders agieren. Das Quintett setzt auf jede Menge verschiedenster traditioneller Folkinstrumente wie Maultrommel, Flöten und Balalaika und wartet in Form von „Kochevonov Plyas“ mit einem überraschend Break-lastigen, letztlich aber wiederum gelungenen Song auf. Auch Tiwaz aus Brasilien scheinen auf den ersten Blick wegen ihrer Herkunft Exoten zu sein, denn so häufig ist Black-/Pagan-Metal aus Südamerika ja nun nicht. Allerdings stehen die Jungs ihren europäischen Kollegen in nichts und liefern mit „The Battlelore“ einen mehr als soliden Beitrag ab, ebenso wie die spanischen Melodic Black Metaller Xerión mit „No Pazo Derruido Da Existencia“, Andras mit „Miasma Track“, Waylander mit „As Deities Clash“ (anhand der Tin Whistles hört man sofort heraus, dass diese Horde aus Irland kommen muss) und Adorned Brood mit dem abwechslungsreichen und dennoch eingängigen „Sons Of The Damned“, auch wenn mir das eintönige Gekeife von Markus Frost nicht wirklich zusagt.

Sehr stark insbesondere auch „Journey To Ever-Eternal Skies“ vom kanadischen Ein-Mann-Projekt Dark Forest (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Band aus England), bei dem nicht nur der Titel, sondern in erster Linie sofort das Bathory-lastige Riffing und klirrende Schwerter, die die Musik untermalen, verdeutlichen, dass es hier äußerst episch zur Sache geht. Dieses schleppende, schwarzmetallisch angehauchte, über acht Minuten lange Stück Musik (der längste Track des gesamten Samplers) fällt im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern auf dieser Compilation stilistisch etwas aus dem Rahmen, ist aber mit seinen streckenweise sehr hymnischen Passagen sicherlich einer besten Songs auf „Metalmessage V“.

Das kann man leider nicht unbedingt über „Nach Asgard wir reiten“ von Obscurity (klingt mir zu sehr nach Amon Amarth) und noch weniger über Dyrathor sagen, deren Timing-Schwankungen bei „Im Auge des Sturms“ doch zu häufig rauszuhören sind und deren Geiger lieber mal noch ein paar Übungsstunden nehmen sollte, denn dieses schiefe Gefiedel ist ja kaum zum Aushalten. Noch schlimmer allerdings ist dies bei den Belgiern von Vinternatt – wirklich grauenhaft und um so bedauerlicher, da das Arrangement mit mehreren Violinstimmen an sich recht gut und hübsch ausgedacht ist. Komisch, dass, wenn bei Folk-Metal-Combos eine Geige eingesetzt wird, diese des öfteren offenbar nicht in der Lage sind, herauszuhören, dass sie zum Teil wirklich völlig danebenliegen.

Na ja, der Sänger von Natan (hier mit „Volkskracht“ vertreten), der ebenfalls die Violine bedient, liegt zwar auch nicht immer zu hundert Prozent richtig, aber das Ganze ist immer noch weitaus erträglicher, zumal das atmosphärische „Volkskracht“ eines der Highlights der CD darstellt.

Insgesamt gesehen ist der auf 2000 Exemplare limitierte Sampler „Metalmessage V“ auf jeden Fall auch musikalisch gesehen sehr gelungen, da die besseren Bands und Songs klar überwiegen und einen Totalausfall gibt es auch nicht wirklich. Produktionstechnisch sind bei den einzelnen Tracks teilweise eminente Unterschiede vorhanden, doch ergänzt sich dennoch alles erstaunlich gut – hier tönt jedenfalls weder etwas auf Proberaum-Rumpelniveau, noch übertrieben klinisch. Bei diesem liebevoll aufgemachten Teil kann man – als Folk- und Pagan-Metal-Fan sowieso – nicht viel falsch machen, wenn man zugreift.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann