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Messerschmitt: Consumed By Fire

Auch für Speed-Unerfahrene ein Spaß
Wertung: 7,5/10
Genre: Speed Metal
Spielzeit: 39:22
Release: 05.03.2021
Label: For Those Who Chose To Pose

Die Nordrhein-Westfalen Messerschmitt laufen zwar unter dem Prädikat Speed Metal, legen bei der Veröffentlichung neuer Scheiben aber eher ein gemächliches Tempo vor und nutzen diesen Gegensatz auch so ein bisschen als Aufmacher: Seit 2010 ist die Truppe bereits am Start, nach fünf Jahren kam dann auch endlich mal das Debüt „No Dread To Kill“ aus dem Quark, letztes Frühjahr dann der aktuelle Output „Consumed By Fire“ über die diversen Streamingdienste, der nun seit März auch als schicke Vinyl über das Label For Those Who Chose To Pose zu haben ist. Dabei gibt sich der Vierer um Sänger Maik ebenso klassisch wie Titel und Artwork vermuten lassen; stimmlich haben die Herrschaften mit dem rauröhrigen Fronter aber tatsächlich so was wie ein Alleinstellungsmerkmal parat.

Wer meine Reviews kennt, weiß um den verschwindend geringen Anteil an Speed-Metal-Veröffentlichungen, nichtsdestotrotz dreht sich hier im privaten Plattenspieler mit „Consumed By Fire“ eine Platte, die viel Spaß macht. Wir begegnen dem düster angehauchten „The Vanishing Strains“, dessen Gitarrenintro beinah doomige Luft schnuppert und das mit Speed Metal erst mal nicht so viel gemein zu haben scheint, aber mit arschcoolen Vocals aufwartet; als spezielles Highlight herauszuheben sind auch ganz eindeutig die hochdramatischen Gitarren zu Beginn von „A Masterful Bloodshed“, die einmal mehr zeigen, dass hier technisch versierte Musiker am Start sind.

Ein bisschen mehr Feuer hätten die Remscheider gerne gemäß dem Titel einfließen lassen können. Zwar überzeugt das Organ von Fronter Maik durchweg, über weite Strecken fehlt aber dann doch noch ein bisschen Biss, um sich besser gegen die fiesen Gitarren und das tighte Drumming stemmen zu können. Das mag aber auch ein bisschen der Produktion geschuldet sein, die nicht ganz so transparent sein könnte wie man es sich wünschen würde – andererseits ist der Old-School-Räudigkeitsfaktor natürlich so deutlich erhöht und der Spaß bleibt dennoch nicht auf der Strecke.

Da kann man sich zu den elegischen Gitarrensoli auf „Fairchild“ sanft wiegen, zum Refrain von „Psychoqueen“ die Powerfäuste recken oder zum erfreulich harte Töne anschlagenden „Hematic Wrath“ ordentlich die Nackenmuskulatur beanspruchen. Letzterer Track stellt dann auch ohne Frage einen der stärksten Songs der Tracklist dar, den man sich genussvoll in Endlosschleife anhören kann ohne auch nur den Anflug von Langeweile zu verspüren.

So haben die Herrschaften mit „Consumed By Fire“ eine recht ordentliche Scheibe unters Pandemia geplagte Volk gebracht, die man eigentlich in bierseliger Runde live gerne genießen wollen würde – in speckigen Kutten, mit dem Biersabber des Nachbarn in den verknoteten Haaren, zu „Psychoqueen“ heiser mitgrölend. Wird wohl vorerst nichts. Die heimische Anlage tut‘s aber auch erst mal.

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