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Meshuggah: The Ophidian Trek

Pflichtprogramm für alle Meshuggah-Fans
keine Wertung
Genre: Extreme Metal, Progressive Metal
Spielzeit: 90:01
Release: 26.09.2014
Label: Nuclear Blast

Nach dem schlicht betitelten „Alive“ aus dem Jahre 2010 kommen Meshuggah in Form des zu besprechenden „The Ophidian Trek“ nun mit ihrem zweiten audiovisuellen Produkt um die Ecke. Wie schon damals liegt The-Pit.de allerdings lediglich die Ton-Variante vor, die sich auf zwei CDs mit insgesamt anderthalb Stunden Material verteilt, weswegen leider nicht auf Bildqualität, Schnitt, Bühnenshow und ähnliches eingegangen werden kann. Bei „Alive“ kritisierte unsere Katharina damals mangelndes Live-Feeling und obwohl ich persönlich dieses Album damals nicht gehört bzw. die DVD nicht gesehen habe, muss man klar konstatieren, dass in dieser Hinsicht an „The Ophidian Trek“ nicht großartig gemeckert werden kann.

„Swarm“, nach seinem mit summenden Fliegen ausgestatteten, als Intro fungierenden kleinen Bruder „Swarmer“ der erste richtige Song, beweist umgehend, dass in Sachen Sound ganze Arbeit geleistet wurde: Natürlich wohnt dem Ganzen die für Meshuggah typische kalte Atmosphäre inne, aber das Live-Feeling wird trotzdem gut transportiert; obwohl hier ultrapräzise gerifft, getrommelt, gebrüllt und geschreddert wird, kann man nicht von Sterilität sprechen, zumal in puncto Sound wirklich die exakt richtige Mischung gefunden wurde. Brachial, kompromisslos und kristallklar knüppeln Gitarren und Schlagzeug, während Frontmann Jens Kidman wie gewohnt seine beeindruckend akkurat getimten Brüllorgien über dem mathematisch genauen Gemetzel abliefert – aber ohne dass es künstlich wirken würde. Auch der Mix ist für diese Art von Musik geradezu erschreckend perfekt geraten.

Selbstverständlich steht der Bandsound im Vordergrund, doch bei leiseren Passagen oder zwischen den Songs sind immer mal – wenn auch wirklich ziemlich im Hintergrund – jubelnde Zuschauer zu hören. Ein paar mehr Ansagen wären vielleicht nicht schlecht gewesen (genaugenommen ist es nur eine, als Kidman nach „obZen“ fragt, wie es den Leuten heute Abend gehen würde), aber erstens spricht die bahnbrechende Musik Meshuggahs ohnehin für sich und zweitens kann es natürlich sein, dass man bei der CD-Version einige Ansagen herausgeschnitten hat. So oder so wäre es interessant zu wissen, wie die Gesamtangelegenheit mit Bild wirken würde, auch weil Jens Kidman ja ein ganz besonderes Charisma auf der Bühne besitzt, aber damit kann wie eingangs erwähnt in diesem Review leider nicht gedient werden.

Dennoch stellt schon allein die rein auditive Variante eine lohnenswerte Anschaffung für alle Fans des Schweden-Fünfers dar, da Sound und Performance absolute Leckerbissen sind. Höchstens über die Songauswahl könnte man diskutieren, doch in dieser Disziplin gehen die Meinungen natürlich fast immer auseinander. Die Jungs haben sich vornehmlich auf die beiden letzten Studioalben konzentriert – ganze sechs Tracks entstammen der letzten Platte „Koloss“, stolze fünf dessen Vorgänger „obZen“, während die ganz frühen Werke komplett vernachlässigt werden. Klar könnte man argumentieren, dass man für eine Live-Aufzeichnung etwas tiefer in der Vergangenheit hätte wühlen und etwas mehr Abwechslung an den Tag hätte legen können, auf der anderen Seite wirkt die Setlist so sehr stimmig und hat mit dem fast viertelstündigen „Catch 33“-Medley, bestehend aus „Mind’s Mirrors“, „In Death – Is Life“ und „In Death – Is Death“, außerdem einen originellen Höhepunkt zu bieten.

Des Weiteren waren (wie schon im Review zu „Koloss“ angedeutet) gerade die letzten Alben der Band immer noch, nun ja, eingängiger als alles, was man zuvor veröffentlichte. Insofern ist gerade dieses Livealbum vielleicht sogar der beste Einstieg für den Neuling, der zwar irgendwie Bock auf das Schaffen dieser einzigartigen Combo hat, aber dennoch etwas skeptisch ist. Muss man haben, am besten allerdings mit DVD, denn ohne sie gesehen zu haben, kann dieses Dokument mit Bild wohl kaum schlechter sein.

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