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Meshuggah: Alive

Kaum Live-Feeling, aber technisch einwandfrei
keine Wertung
Genre: Math Metal
Spielzeit: 64:11
Release: 05.02.2010
Label: Nuclear Blast Records

Wenn man an Bands denkt, die die Metalszene nachhaltig verändert, ja geradezu revolutioniert haben, kommt man an Meshuggah nicht vorbei. Der schwedische Fünfer hat nicht nur nachhaltig den Begriff Math Metal mit einer unnachahmlichen Mischung aus Thrash, Progressive und Death Metal geprägt, die Jungs sind auch seit nunmehr 23 Jahren aktiv – zwar sind mit Sänger Jens Kidman und Lead-Gitarrist Fredrik Thordendal nur noch zwei Gründungsmitglieder mit von der Partie, aber schließlich gibt es deutlich jüngere Bands, die mehr Besetzungswechsel hinter sich haben.

Meshuggah waren und sind nicht nur eine Konstante in der Metalszene – obwohl es um das Quintett zuletzt etwas ruhiger wurde, aber man wird ja auch nicht jünger -, sie haben es auch geschafft, bisher fünf EPs und vier Studioalben zu veröffentlichen, zuletzt die 2007er Platte „obZen“. Zur Diskografie der Schweden darf sich seit Februar nun auch die allererste Live-DVD gesellen; gefilmt wurde auf der Welttournee im Jahr 2008 – wobei die Songs in Tokio, Toronto und Montreal aufgenommen wurden - und das Package beinhaltet natürlich auch das ganze Spektakel nochmal auf CD.

Selbige liegt uns hier nun vor und hat es ordentlich in sich: Selbst ohne die dazugehörigen Bilder kann man sich gut vorstellen, was da vor der Bühne abgegangen sein muss, immerhin hatten Meshuggah über zwanzig Jahre Zeit, sich eine solide Fanbase zu erarbeiten. Die beiden Gründer werden von Tomas Haake am Schlagwerk, Bassist Dick Lövgren und Zweitgitarrist Mårten Hagström unterstützt und haben das Publikum hörbar im Griff – obwohl man sagen muss, dass die Stücke durchaus auch auf einer „normalen“ Platte hätten zu hören sein können. Der Livecharakter wird hier fast ausschließlich durch die, im Gegensatz zum Gesang, etwas leiseren Instrumentals hörbar, von den Fans bekommt man hingegen relativ wenig mit. Schade eigentlich, denn so ein kollektiver Aufschrei bei Stücken wie „Stengah“ hätte sicher die eine oder andere Gänsehaut herausgefordert.

Etwas befremdlich ist auch die Songauswahl: Von den zwölf dargebotenen Songs stammen sage und schreibe vier aus dem 2002er Album „Nothing“ und fünf von „obZen“, was nicht weiter verwunderlich ist, da die Scheibe zum Zeitpunkt der mitgeschnittenen Welttournee grade mal ein Jahr auf dem Markt war. Mit „New Millenium Cyanide Christ“ und „The Mouth Licking What You’ve Bled“ haben die Jungs immerhin zwei kurze Abstecher zu „Chaosphere“-Tagen gemacht – trotzdem hätten sich die Fans sicher auch über ältere Klassiker gefreut. Lediglich das etwas über fünfminütige „Humiliative“ stellt einen wahren Leckerbissen dar, ist es doch bisher nur auf der Deluxe Edition der ersten Full-Length „Contradictions Collapse“ aus dem Jahr 1991 erschienen und klingt dementsprechend in seiner Songstruktur noch nicht ganz so technisch ausgereift wie die neueren Stücke.

Mit großartigen Ansagen ans Publikum hält sich Sänger Jens Kidman gar nicht erst auf; die Stücke werden technisch einwandfrei und mit hörbarer Spielfreude, sowie beeindruckend starken Vocals heruntergezockt, lediglich kurze Titelansagen seitens des Sängers lassen erkennen, dass hier eine Liveplatte läuft. So gesehen haben Meshuggah zwar ihren hohen technischen Anspruch erfüllt, das richtige Live-Feeling kommt zumindest bei der CD alleine nicht auf. Trotzdem bietet „Alive“ einen guten Querschnitt über das Treiben der Band seit 1998 (wenn man „Humiliative“ mal außen vor lässt). Wer sich vor allem für die älteren Werke der Band begeistert, hat hier allerdings eher Pech gehabt.

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