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Mesh: A Perfect Solution

Schwache Leistung und alles andere als eine perfekte Lösung
Wertung: 3/10
Genre: Alternative / Electronica / Synthiepop
Spielzeit: 61:32
Release: 23.10.2009
Label: Dependent

Es gibt Songs, da hat man sofort automatisch ein bestimmtes Bild im Kopf. Oder Alben, bei denen man eine bestimmte Umgebung vor sich sieht. Ähnlich geht es mir bei „A Perfect Solution“ – die Platte wäre der perfekte Soundtrack zu einem dieser von Pro7 produzierten Filme, die irgendwo im gerade angesagtesten Berliner Stadtteil spielen und so innovative Titel tragen wie „Mein Ex, sein Baby und ich“ oder ähnliches; solche Titel eben, bei dem man nach dem Lesen derselben schon alles weiß und sich das Spektakel überhaupt nicht mehr anzuschauen braucht.

Mesh sind nun keine Berliner, sondern kommen aus Bristol, und werkeln seit den frühen Neunziger Jahren des letzten Jahrtausends an ihrer Mischung aus Alternative und Synthiepop herum. Wirklich vielschichtig kommen sie dabei nicht daher; zwar finden sich nach einigem Suchen auf der Scheibe durchaus ansprechende und sogar interessante Keyboard-Passagen, die Stimme von Mark Hockings degradiert sie aber zu einem eher schlecht verdaulichen Brei.

Realistisch betrachtet ist der Opener „If We Stay Here“ der einzige Song, den man sich komplett anhören kann, ohne vor Grausen im Boden zu versinken. Das Stück tendiert eher in Richtung Gothic, ein einprägsamer, sehnsuchtsvoller Refrain gibt dem Ganzen eine leicht schwebende Note. Auch „Only Better“ klingt zu Anfang recht ansprechend, die sphärischen Samples, die trügerisch im Intro dahin gleiten, können aber auch nicht über den extrem poppigen, sehr radiotauglichen Charakter des Songs hinwegtäuschen.

Immer wieder keimt ein wenig Hoffnung auf - Songs wie „How Long“ kommen zwar mit eindringlichen und vor allem ziemlich guten Texten daher, aber die Umsetzung lässt schlicht und ergreifend sehr zu wünschen übrig. Erst bei „Who Says“ kommt auch die Sängerin, die ich auf dem Bandfoto erst für reine Dekoration hielt, zum Einsatz: Die Dame trumpft mit einer recht einprägsamen, angenehmen Stimme auf, der Kontrast zwischen Marks recht monotonem und ihrem leicht arroganten, aber interessanten Gesang wird allerdings schon im Refrain wieder erstickt, der in die üblichen 08/15-Regionen abdriftet. Verdammt schade ist auch, dass der winzige, kaum zu hörende, an Depeche Mode erinnernde Funken („Hope. Dreams“) sofort wieder erlischt – hätten Mesh diese Ähnlichkeit ein Stück weit beibehalten können, wäre das Album insgesamt vielleicht besser geworden.

Aber wir leben ja nicht im Konjunktiv: Tatsache ist und bleibt, dass Mark keineswegs ein Ausnahmesänger ist, wie vom Label behauptet; rein vom Stimmvolumen her wäre der arme Mann vermutlich nicht mal durch die erste Runde beim Popstars-Casting gekommen. Mesh bewegen sich zwar in Synthiepop- und Alternativegefilden, verstricken sich allerdings in allzu poppigen, kitschig anmutenden Melodien, die noch nicht mal als Ohrwürmer dienen könnten, sondern einfach nur das Prädikat „nervig“ verdient haben. Wenn dieses Album also wirklich die „Perfect Solution“ sein sollte, will man von den übrigen Alternativen gar nichts wissen.

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