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Merry: Peep Show

Berechtigte Portion an Spass und Entertainment
Wertung: 7/10
Genre: Visual Kei
Spielzeit: 49:45
Release: 27.10.2006
Label: Gan Shin Records

Da haben wir es also nun: Nach dem beachtlichen Major-Debüt “Nu Chemical Rhetoric“ (Japan: September 2005 / Deutschland: April 2006), kehren die japanischen Punk-Rocker vom Merry zurück an den Ort des Geschehens... “Peep Show“ nennt sich hierbei der neuste Streich, der rein inhaltlich aber weit weniger „schlüpfrig“ anmutet als man vielleicht zuerst denken mag.

Betrachtet man sich zuerst in aller Ruhe das futuristische Coverartwork und das expressionistisch-dekadente Faltbooklet des Albums, kommt man nicht umhin, gewisse Vermutungen anzustellen. So erinnert beispielsweise das kybernetische Cover von “Peep Show“ nicht zu Unrecht an Shinya Tsukamotos verstörenden Cyberpunk-Filmklassiker “Tetsuo - The Iron Man“ (Japan 1989). Und auch die degenerierten Selbstportraits der jeweiligen Bandmitglieder im Booklet rufen bewusste Erinnerungen an Stanley Kubricks zeitloses und erschütterndes Moritat “Uhrwerk Orange“ (Grossbritannien 1971) hervor.

In wie weit spiegelt sich also nun tatsächlich der musikalische Hintergrund in diesen sozialkritischen Mahnmahlen wieder? Eine genaue Antwort kann hier leider nicht gegeben werden und sollte von daher eher als „persönliche Auslegung“ festgehalten werden. Netterweise wurde ja auch bei “Peep Show“ ein Sonderbooklet mit den englischen, deutschen und französischen Übersetzungen der durchweg japanischen Textinhalte beigelegt. Von daher ergeben sich also auch keine inhaltlichen Probleme beim Hören und Verstehen des neusten Werkes.

Fakt ist aber auch, dass die lyrische Seite von “Peep Show“ mitunter doch recht schwankend ist. Entsprechend kann man also weder von einem kollektiven (moralischen) Fingerzeig noch von einer allgegenwärtigen Endzeitstimmung oder altbekannten (da dogmatischen) Liebesschwur-Szenarien sprechen. Irgendwie beinhaltet “Peep Show“ diesbezüglich also wirklich von jedem etwas. In wie weit dieser Facettenreichtum aber untereinander harmoniert, muss letztendlich aber jeder für sich selbst entscheiden.

Vielschichtig wie die lyrischen Ergüsse auf “Peep Show“ gibt sich auch die musikalische Untermalung des Quintetts um Frontmann Gara: So gesellen sich neben den melodisch-rotzigen und druckvollen Punk-Rocknummern wie “Kyousou Carnival“, “Sentimental Newpop“ und “Retro Future“ auch Zeitgenossen des rhythmischen Gute-Laune-Ska-Punk (“Mado kara nigeta love song“), aggressive Hardcore Vehikel a lá “PLTC“ und vereinzelte Einsprengsel des atmosphärischen Dixieland Sounds wie bei “Peep Hole 1 & 2“ der Fall.

Langweilig wird einem beim Hören des neuen Merry Albums also definitiv nicht werden... Zwar wird man zuerst einige Hördurchgänge für sich in Anspruch nehmen müssen bis sich die unterschiedlichen Stärken des Silberlings entfalten, aber dies geht durchaus in Ordnung. Eine Hilfe ist hierbei sicherlich auch Gara´s glasklare, feine und markante Gesangsstimme, die nahezu durchweg mit den jeweiligen Klängen seiner Mitmusiker harmoniert. Zwar ist Gara ehrlich gesagt kein geborener Shouter (siehe z.B. bei “PLTC“), aber gottlob bleiben jene - eher weniger geglückten - Experimente auf “Peep Show“ doch sehr überschaubar.

Letztendlich muss man dem Album eine grosse sowie berechtigte Portion an Spass und Entertainment zusprechen. “Peep Show“ unterhält auf guten Niveau und sollte in erster Linie allen Fans experimenteller Punk-Musik ans Herz gelegt werden. Als kleines Extra beinhaltet “Peep Show“ zusätzlich noch einen schönen, grossformatigen Bandsticker in Hochglanzoptik.

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