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Merrimack: The Acausal Mass

Grundsolide, aber nicht spektakulär
Wertung: 7.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 47:47
Release: 22.06.2012
Label: AFM Records/ Soulfood

Dass die französische Black-Metal-Szene einiges zu bieten hat, sollte jedem Anhänger dunkler Kost längst bekannt sein. Neben der kreativen Speerspitze Deathspell Omega sind es vor allem Merrimack aus der Hauptstadt Paris, die sich auch international einen respektablen Ruf erarbeitet und mit „The Acausal Mass“ ihr nunmehr viertes Full-length-Album am Start haben. Nachdem die ersten beiden Platten „Ashes Of Purification“ (2002) und „Of Entropy And Life Denial“ (2006) im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Bombe einschlugen, gab es am 2009er Werk „Grey Rigorism“ hier und da schon mal vereinzelte Kritik: Teilen der Basis war jener Output, da man verstärkt mit progressiven Elementen wie Tempowechseln und unerwarteten Breaks arbeitete, wieder mal nicht true genug. Doch die Stimmen, die mit Schwarzmetall ausschließlich Raserei verbinden und alles andere als verräterisch ansehen, werden wohl eh nie verstummen.

Nun, im Prinzip wird auf der neuen Scheibe ein ähnlicher Weg eingeschlagen, wobei auf „The Acausal Mass“ der Anteil an Uptempo-Passagen vielleicht wieder etwas hochgeschraubt wurde – zumindest der Anfang lässt wahrlich überhaupt keine Zweifel daran, was für eine Art Musik hier zelebriert wird. Wo andere Bands – gerade auch in der Schwarzwurzelszene – mit einem atmosphärischen Ambient-Intro aufwarten, hauen diese Franzosen einem sofort brutale Blastbeats um die Ohren. Man kann sich ausmalen, dass die Jungs sich diebisch über die Vorstellung freuen, dass ein ahnungsloser Musikfreund die Scheibe auflegt und statt eines ruhigen Intros von einer knappen Minute völlig geisteskrankem Geprügel überrumpelt wird.

Der erste richtige Song mit dem illustren Titel „Arousing Wombs In Nine Angles Pleroma“ beginnt allerdings eher schleppend und erfährt erst zur Mitte hin eine Steigerung in Sachen Tempo und Aggressivität – durchaus jedoch mit Sinn für Einfälle, die das Gesamtarrangement bereichern, wie eine sich zwischendurch einschleichende cleane Gitarre. Dennoch ein erstaunlich sperriger Beginn, ähnlich wie bei der vorigen Scheibe, die in Form von „The Golden Door“ ebenfalls nicht mit dem am leichtesten verdaulichen Brocken startete. Auch das folgende „Gospel Of The Void“ wartet mit ein paar Tempowechseln auf, groovt aber insgesamt mehr und kann vor allem ein fesselndes, geradezu hypnotisches Mainriff sein Eigen nennen, das sich ohne Umwege in die Gehirnrinde frisst – stark!

Songschreiberisch haben die Pariser also immer noch etwas zu bieten, teilweise kombiniert mit coolen Ideen, wie die Sitar am Ende des sehr abwechslungsreichen „Hypophanie“, einem der Highlights der Platte. Sicher, Merrimack sind nicht die ersten, die ein Genre-fremdes Instrument in einen ihrer Songs einbauen, aber so ein Farbtupfer bringt stets willkommene Auflockerung und macht sich in diesem Fall einfach gut. Auch das hymnische „Abortion Light“ darf man zu den absoluten Höhepunkten zählen – tolle Tempowechsel und sehr geile, subtil integrierte Melodien. Letztere sind wohl der Hauptgrund, weswegen die nach einem Fregattenschiff benannte Combo gerne als „die schwedischste aller französischen Black-Metal-Bands“ bezeichnet wird. Bei aller klirrenden Raserei und allem garstigen Geknüppel wird doch Wert auf das musikalische, melodische Element gelegt. So zieht sich bei „Beati Estis Cum Maledixerint Vobis“ eine Leadgitarre in bester Watain-Manier durch den Song und sorgt hier dann schon recht eindeutig für eine melodische Komponente.

Das schwarzmetallische Rad erfinden Merrimack damit natürlich trotzdem nicht neu, doch auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt und es trotz der unzweifelhaft vorhandenen songschreiberischen Klasse ein paar Längen gibt – „Obstetrics Of Devourment“ und „Worms In The Divine Intestine“ sind etwas unspektakulär geraten und eher unauffällig und auch das achtminütige Finale „Liminal Matter Corruption“ vermag nicht über die gesamte Distanz gefangen zu nehmen – liegt mit „The Acausal Mass“ ein grundsolides Black-Metal-Album vor, das zudem vorzüglich produziert wurde. Kann man sich zulegen und macht damit bestimmt keinen Fehler.

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