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Mental Killing Spree: Vae Victis

Los, antesten; und wehe, wenn nicht!
Wertung: 9/10
Genre: Brutal Death Metal
Spielzeit: 24:42
Release: 30.11.2007
Label: Eigenproduktion

Oh ja… „wehe den Besiegten“. Das ist es, was „Vae Victis“, der Name der Demoscheibe im Lateinischen, bedeutet. Nun, diese „Drohung“ könnte man fast schon so stehen lassen, denn die Hörer dieser Scheibe seien vor Einlegen der Scheibe in den heimischen CD-Player tatsächlich gewarnt. Gewarnt vor dieser gnaden- und kompromisslosen Vehemenz, welche das Material sein Eigen nennt. Aber wir wollen ja nicht mit der Tür ins Haus fallen, auch wenn es bestens zu der Mucke passen würde, aber trotzdem, alles der Reihe nach …

Gut, gewarnt haben wir jetzt genug, ab zu den Fakten: Die Wilhelmshavener Mental Killing Spree bestehen aus Timm (Vocals), Slav (Gitarre), Jörg (Drums) und last, but not least Simon (Bass), existieren seit 2003 und haben sich seit ihren Anfängen dem Death Metal verschrieben. Jedoch wurde diesem mit der Zeit immer mehr Feintuning verpasst, sodass dieser Tage das Demo „Vae Victis“ ansteht.

Auf der Musik gewordenen Drohung finden sich fünf Stücke allerfeinsten Brutal Death Metals mit teils Old School- und teils Grindcore-Einschlag. Jedoch sind diese Anleihen allenfalls nur angedeutet, denn mehr Grindcore wäre für den ein oder anderen schon zuviel des Guten.

In ein erstes Dauerfeuer gelangt man in dem Opener „Atrocious Generosity“, welcher drumtechnisch in den schnellen Passagen, wie im Übrigen in allen Stücken des Demos, unweigerlich an den genialen Inferno der Polen von Behemoth denken lässt. Zudem ist dieses Teil auch gerade für diese Art von Mucke doch ungewöhnlich lang geraten. Fast möchte man sagen, dass das Stück dann vielleicht schon ein kleines bisschen zu lang ist. Dies hier ist zwar gutes Material, aber hierbei besteht doch immer ein wenig die Gefahr, dass man mal den ein oder anderen Hörer dabei hat, der das als zu lang empfindet.

Auch nicht minder flott daher stampft „Desensitized“, welches ein Gitarrensolo beinhaltet, das wirklich abgefahren klingt. Hier gibt es ein neues Element, und zwar wird hier neben den tiefen Grunts auch mit etwas höherer Stimme, ja, ich will nicht gleich sagen gescreamt, aber doch, anders kann ich es nicht beschreiben.

In „Odd Pathos” vernimmt man etwas, das man nach all der fast erdrückenden Härte und Kompromisslosigkeit fast schon gar nicht mehr vermutet hätte: Das Tempo wird herunter geschraubt, was bei den Headbangern bestens ankommen wird, denn dort kann man endlich mal ein bisschen langsamer seinen Schädel kreisen lassen als ständig nur in Highrotation zu propellern. Ein weiteres Stück besten Todesmetalls aus dem Friesland.

Einen gelungenen Start erlebt man dann in “They Still Have A God”. Hier geht es auch erstmal etwas langsamer zu. Es scheint nur fast so, als müssten die Jungs das Biest von der Leine lassen und es wieder im gestreckten Galopp laufen lassen, denn lange halten sie es in eher gemäßigteren Gefilden einfach nicht aus. Will heißen: Auch hier gibt es natürlich wieder die schnellen Knüppelparts. Sehr schön strukturiertes, mit über sechs Minuten wieder sehr langes, songwriterisch aber äußerst durchdachtes Teil. Schade nur, dass es am Ende lediglich herausgefaded wird, das Songende hätte man eleganter lösen können.

So, und wie wird nun die Song gewordene Drohung? Die Antwort in Form von “Vae Victis” lässt allzu lang nicht auf sich warten. Yeah Baby, so bekommt man gern gedroht. Spätestens hier wünscht man sich, vor der Bühne zu stehen, wenn die Jungs diesen Song performen, sich die Nackenmuskeln sauer zu bangen, dann dieses kurze Stück mit der melodischen Gitarre zu genießen (sehr gut gemacht, by the way) und danach wieder volle Lotte abzubangen, im Pit zu moshen or wharever. Durch die dominantere Arbeit seitens Slav am Saiteninstrument ist das Titelstück dann auch das melodischste des Demos.

Für eine Demoscheibe ist den Machern des Lübecker Rosenquarz Studios (mir schon bestens bekannt von den Aachenern Scornage) eine erstklassige Produktion gelungen, welche die Härte des Materials bestens in Szene zu setzen weiß. Für das Teil braucht man daher dank der passenden Produktion fast einen Waffenschein.

Fazit: "Vae Victis" ist verdammt deftig, verdammt vehement, verdammt gut. Da passt der Demo-Name „Vae Victis“ perfekt, denn das, was die Jungs dem geneigten Death Metal-Fan hier bieten, ist Ballern auf allerhöchstem Niveau. Diese Band sei daher jedem Anhänger der Hartwurstfraktion wärmstens ans Herz gelegt. Los, antesten … und wehe, wenn nicht!

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