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Menosgada: Mittsommer

Gute Ideen, aber viel zu viel Plastik
Wertung: 6/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 25:36
Release: 01.01.2007
Label: Eigenproduktion

“Und so steh ich auf dem Drachen, reite mit dem Wind dorthin, wo die Sonne im Meer versinkt.”

So heißt es im Song “Vinland” auf der ersten Demo-CD von Menosgada. Und nein, es handelt sich hier nicht um klischeebehaftete Fantasyszenarien im Ritter-und-Prinzessin-Stil, sondern um vertonte, ebenso klischeevolle Wikingerthematik. Nun gibt es im Pagan Metal-Sektor ja nun drei größere Unterteilungen: die raue, die heroische und die feucht-fröhliche. “Mittsommer” gehört keiner der genannten zu 100% an, aber in letzt genannter Sparte liegt eindeutig die Stärke des vom Intro abgesehen fünf Lieder umfassenden, selbstproduzierten Stücks deutscher Tonkunst.

Man kann Menosgada das Talent, eingängige und mitreißende Melodiebögen und Gesangslinien zu schreiben, sicherlich nicht absprechen, doch passiert es leider viel zu oft, dass ordentliche Melodien in einschläfernder Songstruktur viel zu wenig zur Geltung kommen. Die junge Band hat einige gute Schritte getan, stolpert aber dann und wann über zu ausufernde Gesangspassagen, zu abrupte und unpassende Themenwechsel in einzelnen Songs auf musikalischer Ebene und schlichte Unglaubwürdigkeit in den härteren Passagen. Dass die Tübinger aber auch anders können, beweist das Herzstück der Kurzrille, das eingangs erwähnte Lied “Vinland”, welches eine Menge guter Elemente verbindet wie die schnelle und gut zugängliche Keyboardmelodie, die refrainähnlichen Mitgröhlzeilen unterlegt mit Akkordeon und der putzige Instrumentalteil übergehend in ein Gitarreninferno.

Ein weiteres Manko ist in der Produktion zu finden. Da gibt es Nintendo-Keyboards, Pappkartonschlagzeug und zu tiefe Gitarren mit zu wenig Druck. Lediglich der abwechslungsreiche Gesang, der allerdings ausschließlich in der Extreme verharrt, scheint wunderbar aufgenommen und abgemischt. Eine extreme Ausnahme nimmt hier aber Track 4 ein. Das tanzbare, auf Humppa basierende “Mondtanz” kommt dermaßen fett und anders daher, dass man eine gänzlich andere Horde hinter diesem Schmuckstück vermuten könnte.

Um also ein Fazit zu ziehen: Menosgada präsentieren gute Ideen. An der Umsetzung dieser sollte gearbeitet werden. Die Stärken der Truppe sind auf “Mittsommer” eindeutig zu erkennen. Wer sich also Equilibrium mit deutlich weniger Keyboard im Vordergrund, ebenso eingängigen Melodien und besserem Gesang vorstellen kann, dem sei Menosgada hiermit zum Reinhören empfohlen.

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