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Men Without Pants: Naturally

Blues Punk + Hip Hop = Rock
Wertung: 8/10
Genre: Indie/Alternative Rock
Spielzeit: 43:21
Release: 19.06.2009
Label: Alive

Hinter dem Namen Men Without Pants und dem Debüt „Naturally“ verbergen sich allerlei bekannte Namen und Gesichter, die bei so manchem Indie/Alternative-Fan sicherlich für das ein oder andere Leuchten in den Augen sorgen: Hauptinitiatoren des Projektes sind Russell Simins, den man als Schlagzeuger der Jon Spencer Blues Explosion kennt, sowie ein gewisser Dan The Automator – ein äußerst umtriebiger japanisch-amerikanischer Hip-Hop Produzent, der u.a. schon mit den Gorillaz zusammenarbeitete. Dazu gesellt sich eine illustre Gruppe von Freunden und Gästen, die sich zum großen Teil aus Mitgliedern der New Yorker Indie-Szene zusammensetzt: Die Yeah Yeah Yeahs, Blonde Redhead, The Pierces und John Lennons Sohn Sean Lennon mischen, gemeinsam mit weiteren Musikern, bei den hosenlosen Männern mit.

Erfreulicherweise verderben die in großer Zahl angetretenen Köche den Brei namens „Naturally“ in keinster Weise. Stattdessen bekommt der Hörer ein ungestümes, rockiges Do-It-Yourself-Album geboten, das durch das variable Line-Up jede Menge Abwechslung bietet. Schrammelnde Gitarren, stampfende Beats, piepsende Synthesizer, Streicher, Elektronik, männlicher und weiblicher Gesang sowie jede Menge musikalischer Wahnwitz verbinden sich in der rohen Lo-Fi Produktion zu einem wahrlich unterhaltsamen und kurzweiligen Hörerlebnis.

Auffällig besonders die unbändige Energie, die in den Songs steckt: Das Schlagzeug im Opener „The Girls Go“ dringt mit unbändigem Drive auf den Hörer ein; knarzige Gitarren und hyperaktiver Gesang erledigen den Rest. Der folgende Track „Double Life“ besticht besonders durch die monoton aufgebauten, dabei aber ungemein groovige Strophen, die sich im Refrain entladen. Dieser wird anschließend mit einem kleinen aber sehr feinen Keyboardeinwurf in die Strophe zurückgeführt.

„My Baloon“ punktet vor allem durch seinen unschuldig-kitschigen Text, der, durch die Stimme von Gastsängerin Gilian Rivers vorgetragen, aber absolut nicht störend auffällt, sondern die Atmosphäre des verträumten Songs effektiv unterstützt. Anfangs noch gitarrenlastig aufgebaut, übernehmen gegen Ende Horden von Streichern das Kommando – diese Steigerung in den Bombast ist sicherlich Geschmackssache, gerät aber meiner Meinung nach durchaus gelungen.

Etwa ab der Hälfte der Tracks stellt sich kurzzeitig eine Art Sättigungsgefühl ein; vieles klingt ähnlich, leichter Abwechslungsmangel macht sich breit. Der kurze Garage-Rocker „Rock Show“ lärmt zwar ordentlich rum; genau wie die beiden nachfolgenden Titel „If You’re Thinkin‘ Of Me“ und „Keep On Moving“ gehört er aber nicht eben zu den Highlights der Platte. Erst „All You Need Is Luck“ weiß wieder mehr zu begeistern, bevor das Album mit dem starken Rocksong „I Do“ und dem folkig angehauchten „Goodbye“ (unglaublich aber wahr, dieser Titel steht tatsächlich ganz am Ende der Tracklist) ausklingt.

Sowohl diejenigen, die sich beim Namen Dan The Automator Hip-Hop erhoffen als auch diejenigen, welche von Russell Simins Blues Punk erwartet haben, werden von „Naturally“ eines Besseren belehrt: Das Duo bietet mit Enthusiasmus gespielten und erfrischend dreckig produzierten Rock dar, der sich nicht zu schade ist, sich auch elektronischen Einflüssen zu öffnen. Trotz kurzer Durchhängerphasen in der zweiten Albumhälfte wird man hier soundtechnisch doch angemessen abwechslungsreich unterhalten, was sicherlich auch auf das Konto der zahlreichen Gäste geht. Freunde rotzigen Rocks dürfen zugreifen. 

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