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Memory Garden: Tides

Ein großartiges Doom Metal-Debut in neuem Glanz
Wertung: 8/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 59:36
Release: 02.02.2009
Label: Vic Records

Nicht viele Bands können ein Debut vorweisen, wie es die schwedischen Doom Metaller Memory Garden 1996 mit „Tides“ taten. Nachdem sie bei ihrem neuen Label Vic Records bereits ihr starkes Comeback-Album „Carnage Carnival“ veröffentlichten, bieten sie nun eine aufpolierte Version ihres Erstlings an, der zudem mit drei Bonustracks aufwarten kann. Gespielt wird klassischer Doom Metal, der mit einer gehörigen Prise Pathos gesegnet ist, dabei aber nicht im geringsten kitschig wirkt, was hauptsächlich Stefan Berglunds großartigem Gesang zu verdanken ist. Dieser hat eine beeindruckende Reichweite und überzeugt sowohl in den tiefen als auch in den hohen Tönen. Zudem füllt er das komplette Spektrum der Emotionen aus – mal melancholisch und klagend, mal rau und aggressiv, mal sanft und verzweifelt.

Anders als der Großteil der Kollegen haben die Schweden außerdem eine Menge Tempowechsel im Angebot, die verhindern dass jemals Langeweile aufkommt. So überrascht beispielsweise „A New Dawn“, indem der Track nach zähflüssigen Riffs plötzlich das Tempo anzieht und mit wunderbar stampfendem Riffing begeistert. Generell ist das Songwriting exzellent, denn die Melodiebögen innerhalb der Songs tauchen teilweise recht unerwartet auf – so zum Beispiel bei dem großartigen Song „Judgement Day“, der anfangs mit düsteren, halb gesprochenen Vocals und bedrückenden Gitarren daherkommt, nur um später plötzlich in eine tolle Melodie überzugehen.

„The Rhyme Of The Elder“ hingegen lässt im Laufe des Tracks die Instrumentierung und den Gesang immer epischer werden und vermag durch mitreißendes Riffing zu begeistern, das überhaupt zu den Stärken Memory Gardens gehört, denn auf „Tides“ lassen sich massenhaft headbang-kompatible Gitarren-Parts finden. Für eine weitere Überraschung sorgt das Stück „Trapped At The Pharaoes“, das gegen Ende tatsächlich leicht ägyptisch angehauchte Melodien erahnen lässt und zudem mit einem tollen Text überzeugt.

Eine vollkommen andere Seite der Band zeigt der abschließende wie immer mit starkem Songwriting beeindruckende Track „Blissful“, in dem Stefan von schwermütigen Klavier-Klängen begleitet deutlich leiser als sonst singt und eine Menge Emotion in seine Stimme bringt – definitiv eines der Highlights der CD!

Durch das Remastering klingt die Platte noch eine Spur heavier als das Original von 1996, so wummern die Gitarren und das Schlagzeug amtlich und die Stimme des Frontmanns schallt noch eine Spur klarer aus den Lautsprechern. Zusätzlich bietet die neue Version von „Tides“ noch drei Bonustracks, bei denen es sich um die Demo-Versionen der Songs „Rhyme Of The Elder“, das hier mit zusätzlichem weiblichen Gesang ergänzte „Genesis“ und „The Innocent Sleep“ handelt, das damals noch „A Dark Embrace“ hieß. Außerdem gibt es ein hübschen neues Artwork, das an das Original angelehnt ist und im Booklet gibt die Band zudem einige Kommentare zur Entstehung des Albums.

„Tides“ war und ist ein starkes Doom Metal-Debut, das auch heute noch großartig klingt – Besitzer der ursprünglichen CD müssen hier nicht zuschlagen, denn unverzichtbar sind die Bonustracks keineswegs. Alle anderen, die ein klassisches Doom Metal-Epos suchen, legen ihr Geld hier gut an, denn die Songs überzeugen durch gute Strukturen, den charismatischen Gesang Stefans und dem gelungenen Riffing – würde jede Band so einen Erstling abliefern, lebten wir in einer besseren Welt!

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