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Memories Of Pain: .rewind

Das Ziel vor Augen nicht verlieren
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic Black / Death Metal
Spielzeit: 74:01
Release: 17.02.2009
Label: Eigenproduktion

Aus der Taufe gehoben wurde die italienische Experimental Symphonic Black / Death Metal-Band Memories Of Pain im Jahre 2005, als ex-Bassist Vittorio und Andrea (Lead-Gitarrist) ihre musikalischen Ideen verwirklichen wollten. Das Line-Up wurde im Weiteren vervollständigt durch Mattia (Drums), Felice (Vocals, Gitarre) und Fillipo (Keyboards). Als Vittorio dann aus Zeitmangel die Band verlassen musste, fanden die Jungs in Francesco einen würdigen Ersatz für die tiefen Töne. 
Was anfangs zunächst noch als Coverband in den Kinderschuhen steckte, entwickelte sich schon bald zu einer eigenständigen Band und so nahmen die Jungs mit „No Other Souls“ ihre Debütscheibe auf. 

Nach dem ersten auf CD gepressten musikalischen Lebenszeichen wollte die Kombo dann aber ihre Musik etwas verändern, und so hielten fortan eher extreme und mehr schwarzmetallisch gefärbte Klangbilder in die Musik Einzug. Geblieben sind die symphonischen Synthie-Einlagen. Mit ihren Landsleuten Stormlord haben sie in ihrem Heimatland sogar schon eine Minitour bestritten.  

Das "Intro" wird stilgemäß bestritten durch tickende Uhren. 
Alle Register des Symphonic Blackened Death Metals ziehen die Jungs in den beiden Songs „Absentia Mentis“ und „Impera, Aeterna Roma“, denn nebst Doublebass-Action wird das volle Brett aufgefahren: Stimmungsvolle Klänge von dem Tasteninstrument, sei es als Untermalung in den Passagen, wo es volle Fahrt voraus geht als auch in den Breaks, in denen das Piano die Vorherrschaft übernimmt und von Gitarre und Drums begleitet wird. Obwohl es genau hier einen kleinen Minuspunkt anzumerken gibt: Hier sollte das Piano auch in den Vordergrund gemischt werden und nicht wie geschehen, die Gitarren und das Schlagzeug im Fokus stehen. 
Wie auch in diesen beiden Songs findet man im folgenden Stück “The Darkest Dream“, das in den ruhigen Momenten übrigens über eine recht nett anzuhörende Piano-Untermalung verfügt, zwischendurch einige Längen. Die Stücke verfügen jeweils zwar über beachtliche Spielzeiten, doch hier wäre eventuell ein bisschen weniger dann doch mehr gewesen. 

Im Vergleich zu den restlichen Songs kommt „Yggdrasill Has Shaked“ zumindest eingangs recht eingängig und schnörkellos daher. Doch zugegeben, in dem Moment, wo die Synthies einsetzen und die Jungs wieder ihr gewohntes Schema verfolgen, atmet man fast erleichtert auf, denn das Symphonische, welches auf das Schwarzmetallische trifft, steht der Band weitaus besser zu Gesicht. 

Scheint so, als ob sich die Italiener so langsam warm gespielt haben, denn „The Last Portrait“ geht als Paradestück des Symphonic Black Metals durch: Herrlich stimmungsaufbauend untermalt das Keyboard die Szenerie und Felices Growling, das dem von Stormlords Cristiano nicht ganz unähnlich ist, klingt einfach nur brillant. Das ganz ruhig gehaltene Piano-Intermezzo ist echt vom Feinsten. Höchstnote für diesen Song, der keinerlei Wünsche offen lässt. Und oh Wunder, sogar ein paar Anklänge an das Genre des Thrash lassen sich in diesem Song ausmachen.  

Der Trend, der sich durch den erhobenen Daumen nach oben charakterisieren lässt, scheint sich mit „Black Queen“ fortzusetzen. Gar erhaben fügen sich die Soundstrukturen um Felices Stimme. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die Klänge mit den leicht orientalischen Einschlag, denn diese bringen einen extra Farbtupfer in das Material.  
Mächtig auf das Tempo drückt „It Starts From Chaos“ und auch hier finden sich wieder wunderbar in Szene gesetzte, die Atmosphäre vertiefende Synthie-Spielereien mit orientalischen Einsprengseln, wie man sie auch schon im Song zuvor gehört hat. 

Am meisten symphonisch inspiriert gilt „Dying Candles“, denn dem Keyboard werden hier weit mehr Dinge abverlangt als sonst auf der Scheibe. Da es trotzdem voll schwarzmetallischer Raserei vonstatten geht, ist die Abwechslung perfekt. Sie wird sogar noch durch das vermehrte Einbringen von modernen Synthiesamples getoppt. Doch auch hier schlägt leider wieder zu Buche, dass die Instrumental-Parts zu sehr in die Länge gezogen wurden. Etwas weniger wäre auch hier mehr gewesen. 

Für die Headbanger-Freunde haben wir mit „Full Apathy“ eine weitere Gelegenheit, ihrem Schopf wieder mal gehörig Bewegung zu verschaffen, denn hier geht es wieder flotter vonstatten. Die Keyboard-Einlagen haben fast schon Dimmu Borgir-Qualität, meinen Respekt!  

Wenn man bedenkt, dass man mit „.rewind“ eine CD in Eigenproduktion in Händen hält, dann kann man vollstens mit dem Ergebnis zufrieden sein. Soundtechnisch wurde mit geringen Abstrichen ganze Arbeit geleistet, denn es gibt kaum etwas, was bemängelnswert wäre. Von der Aufmachung der CD her findet man keinen Unterschied zu einem Release, der über ein Label auf den Markt gekommen ist. 

Fazit: Die hier und da angesprochenen Längen in den Songs lassen das Material stellenweise etwas zerfahren wirken. Über Ideen für schöne musikalische Momente verfügen die Jungs zweifelsfrei und zwar zuhauf, doch sollten sie dabei nicht ihr Ziel aus den Augen verlieren.

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