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Memento: Architects Of Destruction

Nicht perfekt, aber vor guten Ideen und Potenzial nur so strotzend
Wertung: 7,5/10
Genre: Metalcore, Hardcore
Spielzeit: 31:24
Release: 13.11.2015
Label: 7 Hard

Quasi gerade frisch gegründet, liefern die Allgäuer von Memento mit „Architects Of Destruction“ ihre erste EP ab und geben damit auch gleich eine gelungene Standortbestimmung ab. Genretechnisch bewegen sich die Süddeutschen dabei im Hard- beziehungsweise Metalcore.

Memento halten sich auf ihrer EP gar nicht erst mit einem Intro auf, sondern ballern von der ersten Sekunde an kräftig drauflos. So geben sie schon beim Opener „Blackbird“ von der ersten Sekunde an alles und ballern dem Hörer eine massive Soundwand entgegen. Einziges Manko ist die eher unterdurchschnittliche Produktion, die das Soundergebnis dann doch ein bisschen beeinträchtigt – schade, aber im Hinblick darauf, dass die Platte hier Mementos erster Output ist, durchaus verständlich.

Ansonsten ist „Blackbird“ ein mehr als gelungener Opener, der zeigt, dass die Allgäuer nicht nur das obligatorische harte Riffing und Shouting beherrschen, sondern kompositorisch zu wesentlich mehr in der Lage sind. So finden sich auf besagtem Opener gleich zwei gelungene und abwechslungsreiche Bridges, die der Nummer ganz neue Dimensionen verleihen und ein wenig aus dem traditionellen Metalcore-Schema ausbrechen.

Diesen Eindruck bestätigt das Quartett dann auch bei den folgenden Songs. Hier werden Tempo und Rhythmen nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Songs variiert, Klargesang und Shouts gut kontrastiert, und auch vor Spielereien wie einem elektronischen Sample (auf „Chapter 88“ oder zu Beginn von „Proclaim The Walls Of Force“ zu finden) scheuen sich die Baden-Württemberger allem Anschein nach nicht. Ein weiteres Highliight der Platte ist die Single „Infinity“, die den Fokus im Gegensatz zu den anderen Songs etwas mehr auf die melodischeren Elemente setzt, und zu der es auch schon ein Musikvideo gibt.  

Zwar sind nicht alle Übergänge perfekt ausgefeilt, der eine oder andere wirkt hier doch noch eher unrund, generell beeindruckt die stilistische Vielfalt der Band aber schon. Außerdem sorgt sie einer durchwachsenen Produktion zum Trotz dafür, dass die EP so schnell auch nicht langweilig wird. Dafür fallen die einzelnen Songs einfach zu abwechslungsreich aus und warten mit zu vielen Wendungen, Experimenten und Überraschungen auf.

Ganz nebenbei bemerkt, haben die Jungs übrigens auch textlich einiges zu sagen. Hier liegt der Fokus auf gesellschaftskritischen Themen, seien es politische Umstände, Klimawandel (auf dem Abschlussinstrumental „Antarctica“ kommt zu Beginn kurz Barack Obama zu Wort) oder der aktuelle Status unseres Justizsystems. Dem Genre (zu einem gewissen Teil aber wohl auch der Produktion) geschuldet, ist Fronter Jöko zwar nicht immer leicht zu verstehen, genaues Hinhören lohnt sich aber trotzdem. Einziger Kritikpunkt in diesem Kontext ist, dass die Lyrics in manchen Passagen etwas hereingepresst wirken, hier wurden anscheinend Abstriche gemacht, um den gesamten Text unterzubringen, ein Umstand, an dem die Band durchaus noch arbeiten sollte.

Die Süddeutschen leben aber wie schon erwähnt bei weitem nicht nur von ihren Texten, gerade live sollte die Mucke durchaus gut abzufeiern sein und auch wenn nicht alle Kompositionen absolut rund ausfallen, so zeigt sich doch gerade in ihrem guten Gespür für Dynamik eine Menge Potenzial, das definitiv Lust auf mehr macht. 

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