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Megadeth: Peace Sells…But Who’s Buying?

Heavy Birthday
keine Wertung
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 91:15
Release: 08.07.2011
Label: EMI

Wie war das eigentlich damals, so vor 25 Jahren, als Megadeth ihre zweite Scheibe „Peace Sells… But Who's Buying” herausbrachten? Die Speed- und Thrash-Welle blühte förmlich auf, Slayer, Metallica und Anthrax dominierten die Schallplattenspieler weltweit, und auch diese Rotzbuben aus Kaliforniern wollten so gerne bei den ganz Großen mitmischen. Legten sie mit ihrem wilden Debut „Killing Is My Business… And Business Is Good!” den Grundstein für Ruhm und Kohle, so konnten sie mit dem hier vorliegenden Werk dann endlich in die Phalanx der „Big 4“ aufstoßen.

Dave Mustaine, dessen Gesang wohl einzigartig, aber nicht überragend, noch nicht einmal wirklich toll ist, tobte sich erstmals kreativ in unvergleichlicher Art und Weise aus, sein Gitarrenspiel inspirierte Legionen an Nachwuchsmetallern, was ihm dabei half, dass alles sich auf das Instrument und nicht auf seine Vocalparts stürzte. Textlich dagegen hatte der Rotschopf-Bengel ordentlich was auf der Pfanne, rechnete in seiner zynischen Art ganz gerne mit dem Business ab und war so deutlich angenehmer als in Interviews, wo er halt so manches böses Foul auf seine Kappe nehmen musste.

25 Jahre ist es nun her, dass im November 1986 mit „Peace Sells…“ ein Meilenstein der Thrashgeschichte das Licht der Welt erblickte. Natürlich kann man heute schon sagen, dass genau diese damals mit miesem Sound ausgestattete Scheibe den Test der Zeit mit Bravour bestanden hat, doch damals konnte man nur erahnen, dass da wirklich etwas Großes entstanden ist, denn Megadeth waren auch für einen beträchtlichen Teil der Thrashszene zu sperrig (da werden immer wieder die Begriffe „Jazz“ und „Inspiration“ mit eingebracht), doch der wesentliche größere Teile gniedelte sich an den kontrollierten Wutbratzen „Wake Up Dead“ oder ganz besonders dem Titeltrack „Peace Sells“ die Finger wund. Auch ruhig beginnende Stücke wie „Good Morning/Black Friday“ entwickeln sich zu puren Thrashstücken, immer davon lebend, wie detailverliebt Dave die Gitarre bearbeitet und die Chromatische tutto completti rauf und runter rast. In die Reihe der Klassiker gehört dann auch „I Ain't Superstitious“, womit Dave und der Rest der Truppe das Willie Dixon Blues-Frühwerk in ein thrashiges Soundgerüst hüllt und jede Menge Rock'n'Roll-Feeling versprüht.

Nun ein Blick auf die Bonus-CD, denn hier wurde die „Live At The Phantasy Theatre, Cleveland 1987“-Show verewigt, welche bisher als unveröffentlicht gilt (trotz intensiver Recherchen konnte ich noch nicht einmal ein Bootleg dieser Show finden; Megadeth-alles-Sammler können hier gerne den Gegenbeweis antreten). Was den Sound betrifft, da hat man schon schlechteres aus den damaligen Zeit gehört – natürlich schließt sich ein Vergleich mit den heutigen Aufnahmemöglichkeiten aus. Trotzdem werden aber zwei Sachen deutlich: Dave Mustaine war damals wesentlich besser drauf als heute, knurrt recht räudig bei seinen Ansagen, und gerade Songs wie „Killing Is My Business“, ganz besonders „Peace Sells“ oder auch „Mechanix“ (schöne Grüße an Metallicas „No Life 'Til Leather“) werden abgefeiert ohne Ende – man spürt förmlich die schwitzende Moshpit- und Stagedive-Crew. Disc zwei ist ein wertiges Zeitdokument, das aber auch beweist, dass Megadeth heutzutage nur noch langweilige Stehgeiger auf der Bühne sind (dazu kommt dann noch das viel zu lange „ich bin ein böser Bube“-Image, das Pflegen der jahrelangen Arschloch-Attitüde).

Fazit: Es gibt nicht wirklich viele Thrash-Alben, die auch nach 25 Jahren als ein Meilenstein für eine ganze Bewegung angesehen werden, doch „Peace Sells… But Who's Buying?“ hat sich definitiv in die ewigen Top 10 der Fanherzen gespielt. Während Disc zwei als wirklicher Bonus angesehen werden kann, ist der Release des „Peace Sells…“-Album nicht wirklich nachzuvollziehen, denn die 2004 geremixte und remasterte Version ist anscheinend noch nicht ausverkauft. Wer die Platte hat, kann nun die Kohle für die Bootleg-CD ausgeben, wer als (Thrash-)Fan noch nicht im Besitz der „Peace Sells…“ ist, sollte unbedingt zuschlagen.

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