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Megadeth: Countdown To Extinction Live

Kann man sich zulegen, aber ein Muss sieht dann doch anders aus
Wertung: 5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: CD: 80:17; DVD: 92:04
Release: 20.09.2013
Label: Universal Music

Mehr als drei Millionen Platten sollen damals über die Ladentheken gegangen sein, auch für damalige Verhältnisse nicht alltäglich, wenn man da schon die „der Metal ist Tod“-Diskussionen mitbekommen hatte. Zumindest mutierte so „Countdown To Extinction“ zu dem wohl größten kommerziellen Erfolg für die Thrasher Megadeth, die mit diesem Album auch eine Wende einleiteten und dem filigranen Thrash Metal der Erstwerke einen deutlich gezähmteren Anzug überstülpten.

Anno 2013 ist es wenig verwunderlich, dass die Thrash-Pioniere mit einer Liveversion daherkommen, kann man es doch schon fast als Tradition in der Megadeth-Discographie ansehen, denn in den letzten Jahren haben sie schon diverse Livescheibchen bzw. Live-DVDs veröffentlicht, da darf dann dieses so erfolgreiche Album doch auf keinen Fall fehlen. Mitgeschnitten wurde die vorliegende Livesause im Dezember 2012 anlässlich der Show im Fox Theatre in Los Angeles.

Selbst als beinharter Fan muss man aber leider eingestehen: Die Shows von Megadeth sind laaaaanweilig, das belegt dann leider auch die DVD. Gut, ein paar positive Aspekte kann man schon auflisten: Da wäre die ruhige Kameraführung mit entsprechendem sparsamen Schnitt, der genug Platz für die Bühnenbeleuchtung bietet und das Ganze nicht zu einem hektischen Blitzgewitter verkommen lässt. Da wären dann auch die hinten gerade etwas über Kopfhöhe der Fans angebrachten Kameras, die so manche Pommesgabel und auch so manchen Stagediver einfangen, schade nur, dass nicht auch mal ein sich entwickelnder Moshpit näher beleuchtet wurde. Da sind natürlich die sehr stimmungsvoll soundtechnisch eingefangenen Fans, die Tracks wie „Sweating Bullets“ oder natürlich „Peace Sells“ voller Emotionen intonieren, oder aber die nette Geste ganz zum Schluss, als die komplette Megadeth-Truppe dem Publikum applaudiert und sich artig vor ihnen verneigt.

Aber: Wenn die Show nicht mit zahlreichen Animationen über drei Videoleinwände hinweg an Stimmung zugewonnen hätte, so wäre der Mitschnitt die gefilmte Langeweile bis hin in den Megatod, da kann die Setlist dann auch nicht mehr viel retten. Erst ein paar Klassiker bzw. aktuelle Songs zu Beginn, ganz am Schluss dann noch ein paar Klassiker, wobei „She Wolf“ wohl zu Daves absoluten Favoriten zählen muss, ist er doch auf fast allen seit 2000 veröffentlichten Liveplatten vertreten – irgendwann ist auch mal gut. Über die Klasse der „Countdown…“-Tracks muss man natürlich nicht viel Worte verlieren, da erübrigt sich schon fast jegliche Diskussion.

Sprechen muss man aber über ein paar andere Dinge, die einfach – ja, auch für Megadeth-Fans – negativ ins Auge fallen. Megadeth sind einfach Stehgeiger, wenn sich mal endlich einer bewegt, dann hat das fast schon Alibi-Charakter. Und auch wenn sich Dave beim Titeltrack herrlich einschmeichelt und vermittelt, er würde auch die ganz hinten wahrnehmen, so kann man dass leider nur bedingt glauben, ist er doch in der Regel mit sich und seinem Gitarrenspiel viel zu sehr introvertiert beschäftigt. Vor allem aber die verteilten „Schmatzer“ sind einfach schon Slapstick, da passen dann auch die Moves zu Beginn von „Psychotron“ ganz gut dazu, die man eher zu einer Boyband verorten würde. Die ganzen Handydisplays, die im Dunklen immer wieder aufleuchten, sind zwar bescheiden, aber wohl heutzutage nicht mehr zu ändern.

Gesanglich ist und war Dave ja schon immer grenzwertig, das ist kein großes Geheimnis. Im Studio ist dann sicherlich die eine oder andere Korrektur mehr gelaufen, da man bei einigen Naheinstellungen den Eindruck gewinnen kann, dass das Gesungene nicht immer ganz synchron mit den Lippenbewegungen läuft – da muss man aber schon besonders pingelig drauf achten.

Durchwachsen, so lautet das Fazit für „Coutdown To Extinction Live“, leider. Gegen die hochwertigen Aufnahmen kann man nicht meckern, aber solcherlei Aufnahmen muss man auch von Megadeth erwarten dürfen. Die Show an sich wird dann aber nur durch die Videoprojektionen gerettet, ansonsten bietet sich das Bild einer Megadeth-Show wie gewohnt: Bewegung ja, aber nur, wenn's unbedingt sein muss. Kann man sich zulegen, aber ein Muss sieht dann doch anders aus.

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