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Mefisto: Tänzer

Gelungenes Mittelmaß - nicht weniger, nicht mehr
Wertung: 5.5/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 36:12
Release: 08.06.2009
Label: Eigenproduktion

„Wir sind Tänzer am Rande des Abgrunds. Von der Disco auf die Straße gespuckt. Selbstvergessen stehen wir versammelt vor einer großen Maschine, die endlos Kopien produziert, Wiederholungen sendet, Alltag simuliert.“ So stellt sich das Erlanger Trio Mefisto auf seiner MySpace-Seite vor. Ein Text, der sehr schnell Assoziationen mit Punkattitüden hervorruft.

Auch musikalisch präsentieren sich Sänger und Gitarrist Daniel Falkner, Basser Stefan Yelin und Drummer Leo Roepert, die ihre Musik selbst als Crossover bezeichnen, auf den ersten Blick durchaus punkorientiert. Dabei fällt bei näherer Betrachtung allerdings sofort ein Vergleich auf: Mefisto wirken ein wenig wie eine entschärfte, deutschsprachige Version von System Of A Down. Hierbei muss allerdings die Betonung auf „entschärft“ liegen – wirklich mitreißen kann die Band trotz allem Engagements nicht.

Die Songs auf „Tänzer“ gehören tatsächlich zu der Kategorie jener Lieder, bei denen man beim Hören wohl den Rhythmus mit dem Fuß mitklopft, aber zu mehr nicht hingerissen wird – simple Rhythmen, zugegebenermaßen mit ein paar Überraschungen von der Sorte der angesprochenen System of A Down gespickt, begleitet von wenig komplexen Riffings und rebellisch anmutenden Texten.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der zweite Song des Albums, „Mauern“: Eingeleitet von im stampfenden Rhythmus harmonisch abwärts geschrammelten Akkorden, wechselt zwar der Schlagzeugbeat und damit verbunden auch das Riffing zwischen Refrain und Strophe hin und her, musikalisch anspruchsvoller wird es aber nicht. Lediglich gegen Ende des Songs findet sich Abwechslung – eine Bridge, in der allerdings die eingesetzte Instrumentierung noch weiter zurückgefahren wird.

Der nachfolgende Track „Kreisel“ hinterlässt einen anderen Eindruck: Hier wird von vornherein ein Polka-Rhythmus eingesetzt, der Vorbote eines langsamen, leicht folkloristischen Mittelteils ist, der einerseits das schnelle Tempo kurzzeitig herausnimmt und andererseits dem Song mehr Würze verleiht.

Die Demo „Tänzer“ von Mefisto abschließend zu klassifizieren, ist gar nicht so einfach: Der Vergleich mit den entschärften System Of A Down ist schon gefallen, gilt aber auch nur für Songs wie „Kreisel“ - ansonsten liegt solider punkorientierter Rock mit ein paar rhythmischen Spielereien vor. Textlich könnte man sie von ihrer Attitüde gesehen mit den Toten Hosen vergleichen, Mefistos Texte sind dabei aber verschlüsselter und bildhafter.

Doch, die Vergleiche einmal beiseite gelassen: Mefisto liefern mit „Tänzer“ ein ordentliches Stück Musik, welches sich jedoch nicht wirklich abheben kann. Gelunges Mittelmaß, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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