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Meat Wave: Volcano Park

Die guten Seiten eines Lockdowns
Wertung: 8,5/10
Genre: Post-Punk, Noise, Punk
Spielzeit: 22:15
Release: 06.08.2021
Label: Big Scary Monsters

2017 erhielten die Chicagoer Meat Wave für ihr damals neu erschienenes Album „The Incessant“ das Prädikat „schräg, schön, charmant“, die Single „To Be Swayed“ lief im Nachklapp noch eine ganze Weile im heimischen Soundsystem, im Nachhinein fühlt man sich bei den monoton gesprochenen Passagen so ein bisschen an die Chaoten von Sleaford Mods erinnert. Genug jedoch der Erinnerungen, zumal sie eher schmerzlich ausfallen dürften, hatte Fronter Chris doch eine jahrelange Partnerschaft hinter sich.

Mit „Volcano Park“ hat die Truppe bereits im letzten Sommer eine EP veröffentlicht, die zwar keine ganz so dramatische Geschichte hat, aber eigentlich mehr eine Verzweiflungstat darstellt, hatten sich Meat Wave doch wie der Rest der Welt auf einige Tourneen und die Aufnahmen eines neuen Albums eingestellt. Corona kam, die Pläne waren dahin – in einigen Jahren wird man eine ganze Generation an Musikern haben, die Pandemie-Platten veröffentlicht haben.

Schlecht muss das ja nicht sein, vielleicht sogar eher kathartisch, schließlich muss die Frustration und Enttäuschung ja irgendwo hin – wir stellen uns da doch gerne als Zielscheiben zur Verfügung. Zumal man mit der EP-Veröffentlichung gleich noch zehnjähriges Bandbestehen feiern kann – Glückwunsch!

Beglückwünschen kann man das Trio auch guten Gewissens zu der „Volcano Park“-EP, die sich wieder ähnlich schräg ausnimmt wie der Full-Length-Vorgänger: Schon der Opener „Tugboat“ marschiert wacker voran, angetrieben von tightem Drumming und Stakkatogitarren, dennoch recht behäbig dahinwalzend, während das folgende „For Sale“ deutlich mehr Gas gibt und schon mal die Post-Punk-Stiefelchen schnürt. Sänger Chris Sutter klingt zunehmend wütend, man mag sich gar nicht ausmalen was den Mann umtreibt, fast schon kann man die Schweißtropfen spüren, die beim Performen versprüht werden – in Zeiten von Abstand und Aerosol-Angst natürlich undenkbar (und genau in diese Phase fiel ja das Releasedatum), aber für zuhause doch auch ganz schön, wenn man den Regler immer weiter nach rechts dreht.

Richtig schön schräg wird es dann bei „Yell At The Moon“, einem zornig stampfenden Post-Punk-Tanzflächenfeger, der durchaus einen Hauch Joy Division atmet, ein bisschen spürt man auch die Kollegen Editors, ein bisschen Interpol – man kann sich die Wucht des Tracks hoffentlich ungefähr vorstellen.

Zur Mitte hin flaut die Begeisterung etwas ab, zumindest „Truth Died“ kommt eher schwachbrüstig daher, final kann dann aber „Fire Dreams“ mit seiner schrägen Mischung aus flirrend-monotoner Gitarre und basslastigem Kriegsgetrommel nochmal heftig punkten, einen schönen Kontrast bilden die etwas lahmarschig anmutenden Vocals, die natürlich zum Refrain hin den herbeigesehnten Ausrastern Platz machen. Hachja.

Schön, was Meat Wave hier wieder in die Manege werfen, Post-Punk allerorten, ein bisschen noisig angehaucht und mit der entsprechenden punkigen Rotz-Attitüde versehen. Dabei reißen vor allem die Drums mit, die einen Extrapunkt verdient haben und Songs wie „Fire Dreams“ oder auch „Yell At The Moon“ überhaupt erst zu den Knallern machen, die sie letztlich geworden sind. Das nächste Full-Length-Album darf dann auch kommen, wir halten uns schon mal bereit.

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