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meadow saffron: saving a sandbank

Eine Band, deren Spezialität die Refrains sind
Wertung: 8,5/10
Genre: Indie Rock, Post-Rock
Spielzeit: 53:14
Release: 22.04.2016
Label: Midsummer Records

Fast acht Jahre sind ins Land gezogen, seit die Siegener meadow saffron via Finest Noise ihr Erstlingswerk „leaving the black square“ veröffentlichten. Mittlerweile sind die Vier umgezogen auf Midsummer Records und haben mit „saving a sandbank“ ihr neues Album im Gepäck; was die Kleinschreibung betrifft, sind die Jungs sich treu geblieben, soundtechnisch darf man gespannt sein, verriet das Debüt vor allem bei den Refrain schon großes Potential.

Dass hier Blackmail-Gitarrist Kurt Ebelhäuser seine Finger mit im Spiel hat, merkt man schon am im Vergleich zum Debüt sehr viel transparenteren Sound. Gleichzeitig hilft der Musiker noch bei „this is no question“ an der Gitarre aus, ebenso wie Mitproduzent Sebastian Zeuch, der „tower of things“ mit seinem Pianospiel garniert. Insgesamt wird der Sound auf „saving a sandbank“ eine Spur optimistischer als beim Vorgänger, der gerade (auch) durch seine hektische Getriebenheit über weite Strecken überzeugen konnte. Zuckersüß geben sich die Siegener aber dennoch nicht, dazu fallen Tracks wie „Lost Pearl Diver“ mit seinem Akkordeon-Intro und stellenweise recht monotonen Klargesang viel zu traurig aus.

Gleich der Opener „the leap“ dürfte Neugierigen schon bekannt vorkommen, konnte man den Track doch vorab bei YouTube vorkosten; perlende Gitarren treffen hier auf einen recht düsteren Klangteppich, zuerst kann man die beiden Alben gesanglich gar nicht zusammenbringen – Sänger David klingt hier sehr viel druckvoller, erst im Refrain kann die Brücke geschlagen werden. Auch „the transport, the figures“ wurde bereits veröffentlicht, was sicherlich ein guter Schachzug war, zeigt der Song doch noch mal eine ganz andere Seite der Band und kommt wesentlich schleppender daher. Der Gesang gerät aggressiver, was das Stück zusätzlich voran treibt – auch hier ganz klarer Sieger: der Refrain. Das können die Jungs einfach, da gibt’s gar keine Diskussionen.

Der schon erwähnte Gast-Auftritt Ebelhäusers bringt tatsächlich ein leichtes Alternative-Rock-Feeling mit sich, die Leadgitarre kann sich sehr gut hören lassen und sucht sich den ganzen Song hindurch immer wieder ihren Weg ins Gehör. Mit „in tatters“ haben meadow saffron dann wie schon auf dem Vorgängeralbum ein sehr dynamisches Instrumentalstück zwischengeschoben, bevor „frost shattering“ mit seinen sphärischen Songarrangements zuerst ein wenig abgehoben wirkt, der Refrain (mal wieder!) aber sagenhaft intelligent eine ganze andere Schiene einschlägt – fast resigniert-wütend singt sich David erstaunlich variabel durch die Zeilen, dazu der satte Klangteppich. Super.

Dass meadow saffron sich weiterentwickelt haben, steht so ziemlich außer Frage, dennoch kann man immer wieder Spuren der früheren Songs entdecken, wobei sich vor allem Sänger David deutlich weiterentwickelt hat. Die ganze Band wirkt strukturierter und in sich geschlossener, ohne die Songs in ein Korsett zu sperren. Wenn die Truppe so weitermacht, kann das dritte Album nur volle zehn Punkte bekommen – hier und heute müssen 8,5 erstmal reichen.

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