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meadow saffron: Monadic Parade

meadow saffron steigern sich tatsächlich von Platte zu Platte
Wertung: 9/10
Genre: Indie Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 38:48
Release: 22.02.2019
Label: Midsummer Records

Recht euphorisch konnte das letzte meadow saffron-Album „saving a sandbank“ abgefeiert werden, nicht als ein Album, das man wochenlang rauf und runter hört, eher als eine Platte, die man in stillen Stunden mal wieder herauskramt, um darin zu schwelgen. Die ziemlich kurzfristige Ankündigung der neuen Scheibe „Monadic Parade“ sorgte dann entsprechend für spontane Schnappatmung, zumal die zugehörige Vinyl in schickem Lila im heimischen Briefkasten wartete. Am 22. Februar soll das gute Stück nun bereits erscheinen, genug Zeit also, um tief in die Parade einzutauchen.

Es wird insgesamt ein bisschen weniger verzerrt auf „Monadic Parade“, Sänger David erhält so deutlich mehr Raum, um sich stimmlich auszubreiten, was der Scheibe ausnehmend gut zu Gesicht steht. Auffallend ist das bereits beim schwungvollen Opener „Expected Unemployed“ und der Eindruck zieht sich dann auch wie der berühmt-berüchtigte rote Faden durchs ganze Album; für Vocalfetischisten wie mich sammeln sich hier schon mal die ersten Punkte für die Endwertung.

Im saustarken Doppelpack präsentieren sich dann das zu Beginn perlend-flüssige, dann aber erstaunlich melancholisch werdende „No Spy“ und „Claims“, das im Verlauf recht schnell eine sehnsuchtsvolle Hintergrundmelodie ausbildet und so ziemlich schnell in die Gänsehautabteilung abgelegt werden kann, bevor im Refrain tatsächlich aufs Gas getreten wird – ein nahezu perfekter Indiesong, wenn es je einen gegeben hat. Schön auch, wie herrlich unaufgeregt und dennoch eindringlich sich David hier trotz voluminösem Klangteppich in den Vordergrund schiebt.

Angenehm zurückversetzt in die Anfänge der 2000er fühlt man sich dann mit „Cold Bliss“, das ein bisschen Nu-Metal-/Crossoverfeeling verbreitet und im Refrain dann durch die leichte Monotonie auch schon mal Assoziationen zu Bands wie Sturch weckt und damit tatsächlich ein bisschen Nostalgie verbreitet. Zum Finale haben die Siegener mit „Sad Rebel“ noch überraschend heavy Gitarren ausgepackt, die leider leider in den Strophen ziemlich ausgebremst werden – zurück bleibt ein cooler Song, der aber beträchtliches Potential verschenkt hat.

Für die volle Punktzahl, wie im letzten Review prophezeit, reicht‘s dann doch nicht ganz, darüber muss aber niemand traurig sein: Neun Punkte sind auch eine Wertung, die man keineswegs verstecken muss, zumal hier eine kontinuierliche Steigerung von Platte zu Platte deutlich wird. Konnte „leaving the black square“ (das übrigens auch schon die zehn Jahre geknackt hat mittlerweile!) seinerzeit gerade mal okaye sieben Zähler abgreifen, sind meadow saffron mittlerweile eine der deutschen Bands, die man als Rockfan einfach auf dem Schirm haben sollte.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann