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Maylene And The Sons Of Disaster: III

Die Cowboys des Metalcore sind zurück
Wertung: 6.5/10
Genre: Metalcore, Southern Fried Metalcore
Spielzeit: 39:18
Release: 23.12.2008
Label: Ferret/Hellfest/Universal

Was muss man von einer Band erwarten, die den ehemaligen Screamer der christlichen Metalcore-Band Underoath sein Eigen nennt? Kraftvollen Gesang und trommelfellzerfetzendes Shouting? Schreddernde Gitarren, die einem schon beim Intro die Einrichtung um die Ohren blasen – und zwar gleich drei davon? Einen Drummer, der einen in Grund und Boden spielt? Das alles bietet das vierte Album der Südstaatler; und außerdem Mundharmonikas, Streicher, Akustikgitarren und – was im Metalcore durchaus ein gewisses Aufmerken rechtfertigt – eine Handvoll ziemlich knackige Gitarrensoli. Seit ihrer Gründung im Jahr 2004, nachdem Dallas Taylor die Christen-Rocker von Underoath verlassen hatte, haben die Sechs sich fest in der so genannten Southern Fried Metalcore-Szene etabliert.

Und das nicht ganz zu unrecht, was spätestens beim zweiten Durchlauf der aktuellen Scheibe „III“ klar wird. Schon beim ersten Song „Waiting On My Deathbed“ wird gezeigt, worauf die Band hinaus will: Die relativ einzigartige Symbiose aus Country, Blues, Metal und Harcore so verschmelzen zu lassen, dass es nicht wie ein pures Zusammenwürfeln klingt. Und es gelingt! Dallas klingt ab und an leicht nach unserem alten Bekannten Lemmy Kilmister, was die Südstaaten-Atomsphäre aber nur noch mehr unterstützt.

Überhaupt findet man bei genauerem Hinhören einige Anleihen an Klassiker: Das Gitarrensolo am Anfang von „Just A Shock“, einem insgesamt doch recht emo-mäßigen Song, erinnert stark an ZZ Top oder auch AC/DC, während der Gesang des mitreißenden „Step Up (I´m On It)“ sehr an Corrosion Of Conformity angelehnt ist. Trotzdem ist dieser Song einer der stärksten des Albums, besticht er doch durch das Wechselspiel des dunklen Gesangs am Anfang und den höheren Scream-Parts im Refrain.

Im Gegensatz dazu hat die Scheibe leider auch ein paar Durchhänger: Die doch recht interessante Country-Hardcore-Melange versagt bei Stücken wie „Listen Close“ oder dem eher langweiligen „Last Train Coming“ hoffnungslos. Aus dieser Suppe sticht „The Old Iron Hills“ wohltuend heraus, das zwar mit Hardcore so wenig zu tun hat wie mit Hip-Hop, man aber getrost bei Autofahrten mit offenem Verdeck laufen lassen kann.

Der wohl geilste Song der Platte stellt aber „Oh Lonely Grave“ dar. Zu Anfang wird einem das typische Südstaaten-Feeling mit Mundharmonika und dezenten Streichern vorgegaukelt. Dallas klingt nach Zakk Wylde und niemand würde zu diesem Song auch nur annährend die Haare schütteln wollen, so ruhig ist er. Ohne jede Vorwarnung bricht dann der geshoutete Chorus über einen herein, lässt die Fensterscheiben bersten und veranlasst die Nachbarn, die Polizei zu rufen. Unglaublich! Es herrscht Vollgas mit einem überzeugenden Achtziger Jahre-Gitarrensolo, bis wieder die Mundharmonika zum Einsatz kommt und man erschöpft entlassen wird. Da geht auch das Instrumental mit dem klangvollen Titel „The End Is Here… The End Is Beautiful“ an einem vorbei, das eigentlich recht schön nach weiter Prärie und einsamem Cowboy klingt, aber als Intro zu dieser CD definitiv besser gepasst hätte.

Fazit: Diese Platte kann definitiv für allzu lange Autofahrten herhalten. Einige Songs sind wirklich neu und innovativ, viele ergehen sich aber in den immer gleichen Rock-Klischees und Südstaaten-Metaphern. Wenn die Band allerdings noch ein wenig an der Mischung zwischen Country und Core arbeitet, geht sie Großem entgegen.

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