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May The Silence Fail: Of Hope And Aspiration

Man bleibt zwiegespalten
Wertung: 6,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 57:58
Release: 10.10.2014
Label: Supreme Chaos Records

Dieses Review wird ähnlich starten wie die meisten anderen zur neuen Platte von May The Silence Fail – kein Wunder, denn das Auffälligste an der Band ist nun mal die Tatsache, dass hier zwei Frontfrauen zugegen sind. Einmal Geschrei, einmal Klargesang – was bei vielen männlichen Kollegen im Melo-Death-Bereich schon lange Gang und Gäbe ist, findet man bei den Damen eher seltener. Klar, es gibt genug Bands mit weiblichem Mikrohalter, aber meist wird sich doch auf einen Gesangsstil spezialisiert.

Nachdem das nun also abgehandelt ist, kann man sich um das eigentliche Werk kümmern: „Of Hope And Aspiration“ stellt das Full-Length-Debüt der Truppe dar, die mit „Beyond All Dispute“ bereits 2009 eine EP herausbrachte. Damals wurde mit Ill Niño-Drummer Dave Chavarri zusammengearbeitet, mit entsprechender Tour-Unterstützung war dann auch zu rechnen – mittlerweile hat das Sextett bereits mit namhaften Kollegen wie Amon Amarth, Sonic Syndicate oder Dark Tranquillity die Bretter geteilt.

Den Opener auf „Of Hope And Aspiration“ markiert das recht knackige „Gods Are Long Since Dead“ – deftige Growls, ähnlich dem Stil von Arch Enemy (auch dieser Vergleich wird wahrscheinlich öfter herhalten müssen) paaren sich mit dem klaren Gesang im Refrain, der nun eher ein bisschen in die Gothic-Ecke tendieren mag, aber an sich ganz gut passt. Gewöhnungsbedürftig ist die Tonlage zwar, aber vielleicht kann man sich ja im Verlauf ein bisschen mehr damit anfreunden – immerhin hat man fast eine Stunde Spielzeit, um sich in den Sound der Truppe reinzuhören.

Gerade bei Songs wie „If It Wasn't For You“, der vor allem in Richtung Refrain eine sehr schöne Dynamik hat, fällt dann aber leider auf, wie dünn der Klargesang neben den Growls wirkt. Eher ein bisschen lustlos schlängelt man sich durch Strophen (mit deftiger Unterstützung) und Refrain, was hier einem Tritt auf die Bremse gleichkommt.

„Conjectural Lies“ stellt sich mit ordentlichem Doublebassgewitter vor, gibt klassisch todesmetallisch ordentlich Stoff, und auch der klare Gesang passt hier wieder ganz gut; wenn auch vermutlich nur, weil das Schlagzeug ihn ein wenig in den Hintergrund mogelt. „When Time Is Asleep“ überrascht dann mit einem melodischen Gitarrenintro, bald wird aber schon ein bisschen mehr auf die Tube gedrückt, wobei sich der Track insgesamt stellenweise recht schleppend dahinwalzt.

Im Fazit kann man sich durchaus etwas zwiegespalten zeigen: Auf der Haben-Seite steht definitiv die Shouterin, auch die Instrumentalfraktion macht ihre Sache wunderbar und das Konzept der beiden Fronterinnen ist ebenfalls unterstützenswert. Die Dame für den Klargesang darf man natürlich nicht gänzlich schlecht machen, stellenweise fügt sich die Stimmlage sehr gut ein (beispielsweise im oben erwähnten „Conjectural Lies“), insgesamt bremsen die Clean Vocals aber den Drive der Songs aus. Vielleicht entwickelt sich die Sache ja noch ein wenig weiter – unterm Strich gibt es aber hier und heute erstmal 6,5 Punkte.

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