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May Result: Slava Smrti

Sehr stark an Emperor orientierter, atmosphärischer Black Metal
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 38:16
Release: 28.10.2008
Label: Battlegod Productions

Diese sechs finsteren Burschen, die ursprünglich unter dem Namen May Result In Blood firmierten, gelten als Pioniere des serbischen Black Metal (mir ist sonst allerdings auch keine andere Band von dort bekannt) und legen mit „Slava Smrti“ bereits ihr sechstes Studioalbum vor. Es ist der Scheibe anhand des Sounds, technischen Vermögens, Songwritings und der Arrangements auch eindeutig anzumerken, dass die Jungs schon eine ganze Menge Erfahrung haben. Gerade in Sachen Produktion hat man die goldene Mitte gefunden: Man gehört nicht zu den Deppen, denen sogenannte Trueness – sprich: absichtlich mieser Sound – wichtiger ist, als ein professionell gemachtes Endprodukt abzuliefern, gleichzeitig hört sich das Ganze aber immer noch rau genug an, um als Underground durchzugehen.  

Vor allem allerdings traf wohl selten eine Beschreibung eines Labels so klipp und klar den Nagel auf den Kopf wie in diesem Fall: Liebhaber alter Emperor dürften Gefallen an dieser Scheibe finden. Verdammt, ja! 
Gerade wenn man den formidablen ersten Song „Hold The World In The Hands Of Sulphur“, der nach dem stimmungsvollen, mit Pauken und Rabengekrächz unterlegten Intro „Prognan“ erklingt, hört, kann man gar nicht anders, als an die norwegischen Bombast-Black-Metaller zu denken, die Mitte der Neunziger für Furore sorgten. Die atmosphärischen Keyboards und teilweise auch der heisere, an Ihsahn erinnernde Krächzgesang beweisen, dass man nicht zwangsläufig Norweger sein muss, um norwegisch zu klingen.

Dies allerdings soll nicht bedeuten, dass May Result ein bloßer Abklatsch von Emperor wären, so deutlich spürbar der Einfluss auch ist. Mit gut durchdachtem Songwriting und teilweise sogar richtig eingängigen Riffs beweist die Horde durchaus Eigenständigkeit, wie das gnadenlose, gut nach vorne peitschende „At The Cursed Heights Of Prokletije“, das recht Riff-lastige „Velika Bela Pricina“, das überlange „Odar Vran“ oder der äußerst facettenreiche Titelsong aufzeigen. Es ist außerdem eben meistens effektiver, wenn man hin und wieder – bei aller Härte, Geschwindigkeit und Kompromisslosigkeit – auch mal etwas vom Gaspedal heruntergeht.

Mit einigen Samples zu Beginn und am Ende der Songs (kurze gesprochene Passagen oder wehender Wind) lockert die Band das Ganze zudem noch etwas auf und die wohl dosierte Hinzunahme akustischer Gitarren ist das Salz in der schwarzen Suppe. 

Nichts gegen die Vermischung von Black- und Viking- bzw. Folk Metal, die momentan ja ziemlich angesagt ist, aber zwischendurch ist es sicherlich auch mal ganz erfrischend, eine Band zu hören, die klar in den frühen Neunzigern, der glorreichen Zeit des Black Metal, zu Hause ist. Ein Album, das jedem Fan von atmosphärischem Black Metal ans Herz gelegt sei und das naturgemäß erst unter Kopfhörern seine Wirkung so richtig entfaltet.

Vielleicht hätte die CD noch ein, zwei Tracks mehr vertragen können, denn 38 Minuten sind nicht wirklich viel, zumal mit dem letzten Song „The Horny And The Horned“ auch ein – wenn auch gut gemachtes und durch die Keyboards aufgeputschtes – Cover von Impaled Nazarene vorliegt. Aber was hauptsächlich zählt, ist logischerweise die Musik und die ist mir gut und gerne acht Zähler wert.

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