Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Max Young: Still Getting Better!

Es riecht nach Midlifecrisis
Wertung: 7/10
Genre: Singer/Songwriter, Acoustic Punkrock
Spielzeit: 48:25
Release: 23.11.2018
Label: Midsummer Records

Es scheint mittlerweile Mode zu sein, dass sich ehemalige Punkrocker auf die Acoustic-Seite schlagen und als „richtige“ Sänger versuchen. Max Young zum Beispiel, dessen aktuelle Scheibe „Still Getting Better!“ uns hier vorliegt, hat es immerhin zehn Jahre an vorderster Front bei den Saarländern Small State ausgehalten, seit knapp vier Jahren ist der gute Mann jetzt solo unterwegs – zwölf Songs haben es auf die aktuelle Scheibe geschafft, davon vier Acoustic-Solo-Versionen, der Rest wurde herkömmlich mit einer kompletten Band aufgenommen. 

Wie die Stücke als richtige Punksongs geklungen hätten, kann man nur ahnen, in ihrem derzeitigen Gewand schwingt aber immer ein bisschen Pathos, fast schon Kitsch mit. Gift und Galle spuckend kann man sich den Sänger dann schon eher vorstellen als bei den teils doch ein bisschen auf die Tränendrüse drückenden Tracks auf „Still Getting Better!“.

Dabei startet der Opener „Ready Again“ mit einem ziemlich coolen Gitarrenriff, gestaltet sich dann im Verlauf aber doch eine Spur zu poppig. Recht ähnlich verhält es sich mit „Losing Grip“, das dann aber erstaunlicherweise in der Solo-Acoustic-Version ein wenig mehr Fahrt aufnehmen kann und deutlich eher überzeugen kann, obwohl hier die leicht nasale und immer ein bisschen schiefe Stimme des Sängers viel deutlicher zu Tage tritt. Irgendwie macht aber gerade das einen Teil des Charmes aus, den der Track versprüht.

„The King Of The Broken Promises“ sticht dann allein schon durch sein unorthodoxes Gitarrenintro heraus, auch hier wird wieder heiserer Gesang geboten, bei dem man sich nicht ganz einig werden kann, ob dieser beabsichtigt war oder nicht – auch hier hätte man den Refrain gerne ein bisschen räudiger halten dürfen, aber scheinbar hat Herr Young sein Rezept gefunden und weicht auch nicht ums Verrecken davon ab.

Spätestens bei „Good Times“ zeigt sich dann überraschend, dass der Mann tatsächlich auch richtig singen kann, und hört man sich dann die vier Solo-Versionen von „Ready Again“, „Losing Grip“, „Me Without You“ und „Last Night“ an, überzeugen diese erstaunlicherweise größtenteils deutlich mehr als die Originalversionen, allen voran das brutal gute und mitreißende „Ready Again“, bei dem man sich dann auch langsam an den kratzigen Gesang gewöhnt hat.

Insgesamt ist „Still Getting Better!“ zwar titelmäßig ein bisschen eingebildet und hochgegriffen, auf sieben Punkte kommt die Platte aber allemal. Durchweg technisch gut gemacht, stoßen einem zum Teil die Texte etwas säuerlich auf, da sie sich streckenweise lesen wie die Bekenntnisse eines Mannes in der Midlifecrisis. Ein bisschen zu kitschig, ein bisschen zu betont emotional, aber musikalisch trotzdem gut hörbar.

comments powered by Disqus