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Mastic Scum: Dust

Gut geknüppelt, Herr Gandler
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 42:13
Release: 13.11.2009
Label: Twilight

Mit „Dust“ präsentieren die vier Österreicher von Mastic Scum ihr fünftes Full-Length-Album seit 1992 und beweisen, dass sie durchaus etwas von ihrem Handwerk verstehen. Zugegeben, die Ansprüche an eine Band, die mit Vader zusammen tourt, sind schon vor dem Hören recht hoch, aber Mastic Scum haben ohnehin das Talent, den Erwartungen gerecht zu werden und zusätzlich auch noch zu begeistern.

Die Platte ist ein auf CD geschweißtes Knüppelwerk der oberen Death-Metal-Klasse und beweist, dass Knüppelei auf keinen Fall dazu verdammt ist, monoton zu sein - ganz im Gegenteil. Schon das stimmungsvolle Intro „Ashen To Dust“ fesselt den Hörer sofort und die so nebensächlich eingelegt CD wird gleich mal ein Stückchen lauter gedreht.

Der vorherrschende Sound ist stampfend und derb. Die bereits erwähnten Knüppeleien werden besonders in den anfänglichen Lieder schön durchgezogen und mit dynamischen Einschüben des Drummers und Bandgründers Man Gandler verfeinert, ganz nach dem Motto: „Reinhauen kann jeder - daraus ein Lied zu machen, das ist die Kunst“.

Manche Bands scheinen besonders darauf zu stehen, die Aufgabenbereiche der Bandmitglieder schrecklich albern zu verschlüsseln. Da wird die Gitarre schnell zur „Magic Riff Machine From Hell“ oder die Drum-Beats zu „Wirbelsturmattacken“ und obwohl Mastic Scum wohl oder übel dazu gehören, muss man sagen, dass es für den Gesang keine bessere Bezeichnung gibt als „Depressive VoKILLS“. Was Sänger Maggo, der eigentlich aus dem Core-Bereich kommt und erst seit 2008 dabei ist, da hingrowlt ist feiner Death Metal in reinster Derbheit. Diese Growls kommen direkt aus dem tiefstem Abgrund der... - wenn nicht sogar Seele, dann zumindest Stimmbänder und klingen so voller Inbrunst, dass sie absolut überzeugen.

Mastic Scum geben nicht viel auf bunte Schnörkel und bauen ihr Riffing durch schön schmerzend disharmonische Klänge weiter aus, nur ab und an von mitreißenden Soli wie in „The Sufferage“ oder in „The Consciousness In A State Of Mind“ variiert. Wie schon im erwähnten instrumentalen Intro (und auch Outro) finden sich auch sonst immer wieder gesprochene Abschnitte, die dunkle Atmosphäre versprühen und den Hörer weiter in die Musik eintauchen lassen. Kraftvolle, ausholende Abschnitte wie das verzögerte Growling in „Blood For Blood“ oder der kurze Break in „The Consciousness In A State Of Mind“ steigern weiterhin die Freude am Zuhören und eh man sich versieht, spielt man das Album gleich noch ein weiteres Mal ab.

Bei dieser Gelegenheit kann man sich auch gleich mal mehr auf die Texte konzentrieren, die recht klar strukturiert ausfallen. Sie zeigen eine solzialkritische Sichtweise, die zum Glück über „fuck the system“ hinausgeht und obwohl ein Thema nie genau konkretisiert wird, fallen genug Worte wie „agony“, „suffer“, „blood“ und „hate“, die wohl jedem Hörer des Death Metal schnelle eine Identifikation ermöglichen.

Auf „Dust“ zeigt sich, dass die Jungs durchaus verstehen, ihre Musik in Szene zu setzen und mit diesem Album hat man nichts weniger als mal wieder ein richtig schön fieses Death-Metal-Album, das man gerne besitzt. Wer es noch nicht hat, sollte es sich zulegen.

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