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Masterplan: Time To Be King

Gelungenes Comeback von Jorn Lande
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 44:56
Release: 21.05.2010
Label: AFM Records

Es war anno 2002, als die beiden frisch von Helloween getrennten Ausnahmemusiker Roland Grapow und Uli Kusch ein neues Projekt aus der Taufe hoben, das sie Masterplan nannten und dem sich bald Norwegens Rockröhre Nummer eins, Jorn Lande, anschloss.

Das überragende selbstbetitelte Debütalbum schlug auch ein wie eine Bombe und ich denke keineswegs, dass ich übertreibe, wenn ich sage, dass es sich dabei um einen waschechten Zehn-Punkte-Diamanten handelte – da konnte keiner der Nachfolger mithalten. Schon „Aeronautics“ war vergleichsweise eine Enttäuschung und „Mk II“ auch nicht so der große Wurf. Mag sein, dass letzterer Scheibe auch deswegen von Beginn an nicht so richtig eine Chance gegeben wurde, weil Jorn Lande nicht mehr dabei war, dessen Position von Mike DiMeo eingenommen wurde. Dabei ist DiMeo zweifellos ein glänzender Sänger, aber so wie Jorn Lande röhrt nun mal kaum ein Zweiter und er passte einfach perfekt zu Masterplan.

Hauptsächlich aber war es wohl doch das zum Teil etwas austauschbare Songmaterial von „Mk II“, das die Platte zumindest streckenweise ein wenig belanglos erscheinen ließ – dies war möglicherweise der Situation, dass gerade zwei wichtige Bandmitglieder ausgestiegen waren, geschuldet, denn neben Lande hatte auch Uli Kusch der Gruppe den Rücken gekehrt (er wurde durch Mike Terrana ersetzt) und Kusch ist einfach ein exzellenter Songwriter, das hatte er auch schon früher bei Helloween unter Beweis gestellt.

Nun aber ist Lande zurück in der Band, was ja schon vor der offiziellen Bekanntgabe gerüchteweise kursierte und auch wenn die meisten Fans diese Nachricht natürlich mit Freude vernommen haben dürften, sind solche Comebacks ja stets mit Vorsicht zu genießen, schließlich ist so etwas schon des öfteren in die Hose gegangen. Außerdem fehlt mit Uli Kusch eben immer noch ein wichtiger Songschreiber.

Der Opener „Fiddle Of Time“ jedoch fegt alle Bedenken zunächst einmal weg, ein eingängiges Keyboard-Riff paart sich mit markigen Gitarrenklängen und schon wenn Jorn gleich zu Beginn in seiner unnachahmlichen Art „Yeeeaaahhh!“ herausschreit, weiß man, dass der Norweger – ohne etwas gegen Mike DiMeo sagen zu wollen, der wie erwähnt ebenfalls ein klasse Sänger ist – der einzig wahre Masterplan-Frontmann ist. Ein glänzender Auftakt, der mit Power und vielen schönen Melodien daherkommt und stilistisch wieder deutlich ans erste Album angelehnt ist, was bei weiteren Tracks der Platte ebenfalls klar zum Vorschein kommt, vor allem bei „Far From The End Of The World“, das von den Gesangslinien her ein wenig an „Kind Hearted Light“ erinnert.

Insgesamt hat man ein äußerst abwechslungsreiches Album geschaffen, das mit einer Menge Ohrwürmer aufwarten kann: „Blow Your Winds“ groovt unwiderstehlich und lässt sich wunderbar mitsingen, der Titeltrack ist ein toller Mix aus Power-Riffs und sehr epischen, harmonischen Passagen, „The Dark Road“ eine etwas pathetische, dennoch gelungene Ballade, und mit dem düsteren „The Black One“ haben Masterplan einen richtig geilen Hit am Start, der zwar nicht unbedingt an frühere Glanztaten wie das schon erwähnte „Kind Hearted Light“ oder „Enlighten Me“ heranreicht, aber in jedem Fall sehr gut nach vorne rockt.

Roland Grapow lässt mal wieder Gitarrensoli zum Zungeschnalzen vom Stapel und natürlich gibt es auch an Terranas Leistung nichts zu bemängeln – wenngleich ich Uli Kusch für den kreativeren Schlagzeuger halte, was sicherlich wiederum damit zusammenhängt, dass er eben auch Songschreiber ist. Einzig die Produktion ist nicht ganz ausgewogen, der Gesang ist für meinen Geschmack zu sehr in den Hintergrund gemischt worden. Dennoch: Ein wirklich gutes, wenngleich mit „Time To Be King“ etwas großkotzig betiteltes Album, das keinen wirklichen Ausfall zu verzeichnen hat – an das sensationelle Debüt reicht es aber natürlich nicht heran.

Anmerkung: Der Bonustrack "Kisses From You" ist in der Spielzeit nicht berücksichtigt, da er in der Promoversion nicht enthalten war.

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