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Master: An Epiphany Of Hate

Kann mit dem Vorgänger nicht mithalten
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 52:48
Release: 29.01.2016
Label: F.D.A. Rekotz

Vorstellen muss man den US-Emigranten doch wohl hoffentlich nicht mehr, denn es sollte schon längst auch jedem Nicht-Death-Metaller zu Gehör gekommen sein, dass Paul Speckmann, seines Zeichens Gründungsmitglied und Mind bei Master, seit geraumer Zeit seine Kreise lieber in Tschechien zieht und von dort seinen unheilvollen Death Metal amerikanischer Prägung in den Kosmos pustet.

Mit „An Epiphany Of Hate“ liegt dann auch schon das mittlerweile dreizehnte Album in der nun 33 Jahre währenden „Karriere“ vor (die Compilation und die Livescheiblette dabei ausgenommen). Bei den letzten Releases konnte er in der wechselhaften Fangemeinde wieder ordentlich punkten und nicht nur vom angestaubten Renommee eines aus den Achtzigern übrig gebliebenen Musikers partizipieren. Wer sich nun mit den zehn neuen Nummern des Trios – Gitarrist Alex und Schlagzeuger Zdeněk halten der Band ja nun auch schon dreizehn Jahre die Treue – auseinander setzt, der wird in dem wie immer recht strammen Programm mit reichlich groovigen Parts ein wenig die ansonsten eher aggressivere Stimme Paules vermissen – ein wenig harmlos, aber nicht ganz zahnlos, wie er auf dem aktuellen Longplayer knurrt.

Wer bei Master nun auf metalgeschichtsträchtige Neuerungen setzt, der ist völlig falsch gewickelt, denn beharrlich wie beispielsweise Pro-Pain – nur in einer anderen Schublade – wird noch old schoolig gerumpelt, was das Zeug hält, und dabei halt auch gottlob jeder Trend negiert. Und wer im Vorfeld irgendwo mitbekommen hat, dass Paule ein paar Änderungen im Sound im Raum stehen ließ, der kann nun entwarnt werden, denn das entpuppt sich jetzt zum Glück als Luftnummer. Ohnehin sind es ja auch hier wieder die kleinen Details, die man aus dem straighten Riffing und fettem Basssound heraushören muss. Und genau da gibt es leider auch ein paar Abzüge in der B-Note, denn das schön zackig vorpreschende „Just Take My Right Arm“ oder das mit einem geilen Riffing aufwartende „Face Your Fear“ sind als aufgezählte Beispiele durchaus gefällig, allerdings fehlt das Zwingende, der unbedingte Punch, denn auch die Soli sind gut, aber schneiden sich nicht durch Fleisch, Sehnen und Knochen, sondern ritzen vielleicht einen guten Zentimeter unter die Haut.

Der Titeltrack „An Epiphany Of Hate“ gehört dann aber zu den absoluten Schwergewichten, doomen sie regelrecht mit einer Breitwand auf einen zu, um kurz danach mit angepisster Stimmung und gehöriger Hardcore-Attitüde im Uptempo davon zu preschen und auch bleibende Schäden mit dem fiesen Gitarrensolo zu hinterlassen, und endlich kommen auch Pauls so unendlich geil klingende gequälte Vocals zum Vorschein. Klar, Abwechslung ist natürlich auch nicht gerade gewünscht, doch zu oft ist das Drumming dann doch ein bisschen zu stumpf, da ist „Fiction Soon Becomes Reality“ schon fast unter „progressiv“ einzuordnen.

Zu Beginn sorgen Master bei „The People Of The Damned“ für ein wenig Verwirrung, können sie doch etwas Varianz durch den schleppend rockigen Part einbauen, aber dann bricht dann die absolute Masterwelt wieder über den Hörer herein – wie gehabt gut, was es dann aber auch schon ist. Master-Fans werden trotzdem kaum Gründe finden, auch bei Album Nummer 13 nicht zuzugreifen. Vorher reinhören wäre allerdings nicht schlecht, denn mit dem hier markierten Anspieltipp und Titeltrack hatten sie schon den sicherlich besten Track der Platte im Vorfeld vorgestellt.

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