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Mass Murder Machine: Claws Of Rage

Gelegentlich ein netter Zeitvertreib
Wertung: 7/10
Genre: Death Thrash Metal
Spielzeit: 45:05
Release: 20.01.2010
Label: SAM Media

Acht Jahre haben die Essener Death Thrasher Mass Murder Machine, nicht zu verwechseln mit den Italienern gleichen Namens, gebraucht, um mit „Claws Of Rage“ ihr Debut abzuliefern. Bis dahin war es allerdings auch ein recht steiniger Weg, wobei sich die Jungs nicht selten selber im Wege standen. Nach ihrer Gründung 2002 tat sich erst einmal nichts, und erst 2008 fand sich ein einigermaßen stabiles Bandgefüge zusammen, um die Promo-CD „Good Day To Die…“ einzuspielen, welche dann auch reichlich zum Beispiel auf dem damaligen Rock Hard Festival kostenlos verteilt wurde. 2009 folgte dann die EP „Becoming The Horror“, womit sie dann auch schon einige ordentliche Pressereaktionen ernten konnten. Die Personalwechel hörten allerdings nicht auf – so ist der Gitarist Phil von Sightless View nach knapp zwei Jahren wieder nicht mehr Bestandteil der Band und wurde durch The Magic Flip-Axtschwinger Martin ausgetauscht, und auch der auf dem Debut vertretene Schlagzeuger Makke ist längst Geschichte. Der vakante Posten ist mittlerweile durch den Jungspund Jerome übernommen worden.

In der jüngeren Vergangenheit sind Mass Murder Machine schon mehr als einmal wegen dürftiger Live-Auftritte kräftig in die konstruktive Kritik-Mangel genommen worden. Während sie regelmäßig höchstens durchschnittliche Shows ablieferten – mit Ausnahme der letzten beim Metal Apocalypse Over Dorsten – schmeckten die EPs im Gegensatz dazu recht köstlich und ließen eigentlich das Potential dieser Band erkennen. Kenner der Band haben sicherlich schon beim ersten Blick auf die Tracklist erkannt, dass von den elf Stücken plus Intro einige Bekannte darunter waren. Und dass sie da schon zu Demo- und EP-Zeiten ordentlich die Klinge geschärft haben, zeigen sie eindrucksvoll mit den groovenden Thrashern „Becoming The Horror“, welches durch einen Basspart eingeleitet wird (wie übrigens „Aggressor“ und „World Slavery“ auch), bevor die sägenden Gitarren mit einfachem Riffing für Unterhaltung sorgen. Großer Pluspunkt ist hier Frontgrunzer Marc, der tief im Schacht zehn fies und gemein mit derben Vocals dem Song einen richtig schön-gemeinen Touch mit auf dem Weg gibt. Doch Marc grunzt nicht nur dreckig daher, sondern er faucht auch wie eine angeschossene Wildkatze und sorgt so für Abwechslung.

Live ist der Old School Thrasher „Good Day To Die“ mit regelmäßigen Double-Bass-Einsatz ein regelrechter Headbanggarant, und auch auf CD knallt der Song richtig gemein bis ins Oberstübchen. Von der Machart erinnert er allerdings auch an den zuvor beschriebenen Song und verharrt im Groove. Auf drei Minuten gekürzt müsste dieser Song auf jeder Best-Of-Sammlung landen, doch leider wird der Refrain ein paar Mal zu viel bemüht.

Doch bevor überhaupt das Riffmassaker an den Fankragen will, gilt es ein mehr als zweieinhalb-minütiges Intro zu überstehen, welches einfach viel zu lang geraten ist und die Vorfreude auf die CD doch arg trübt – die Skip-Taste auf der Fernbedienung wird hier ganz sicher Hochkonjunktur bei dem Orgelgeschwurbel haben.

Doch wer die Einführung überstanden hat, wird gleich mit der Thrashperle „The Earth, The Way, The Blood“ entschädigt. Gleiches Strickmuster, viel Groove, ein fies grunzender oder fauchender Marc – und fertig ist ein weiterer blutiger Mass Murder Machine-Happen.
Doch die Essener verharren nicht nur im Midtempo, sondern drücken gelegentlich auch aufs Gaspedal, tauschen die Sense mit der Kettensäge und filettieren mit „Claws Of Rage“ den Groove in kleine Fitzel. Und auch mit „World Slavery“ schleichen Mass Murder Machine nicht langsam um die Ecke, sondern rattern wie eine gut geölte Nähmaschine.

Akustisch geht die CD dann zu Ende, wobei Mass Murder Machine das Intro der „Becoming The Horror“-EP hier als Rausschmeißer benutzen. Das ist es etwas halbgar und wirkt wegen dem abrupten Ende eher wie Stückwerk und Resteverwertung.

Die Essener Massenmordmaschine erfindet den Death Thrash definitiv nicht neu - welche Band macht das schon - doch gerade mit Frontmann Marc haben Mass Murder Machine eine Grunzmaschine am Start, die sich angenehm in die Ohrmuschel fräst und trotz der manchmal einfach strukturierten Songs nicht auf die Nerven geht. Da die Band auch ihre ganzen vorherigen Tracks auf dem Debut platzierte, ist natürlich eine Übersicht über den aktuellen Schaffensstand schlecht zu beurteilen – das wird erst der nächste Longplayer ans Tageslicht befördern. Bis dahin sind Mass Murder Machine gelegentlich ein netter Zeitvertreib, die zwar auf „Claws Of Rage“ einige Schwächen aufweisen (wo sind eigentlich die ganzen Gitarrensoli geblieben?), aber trotzdem mit genügend Ideen aufwarten, um die CD knapp über den Durchschnitt zu hieven.

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