Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Masquerage: Moonlight Time

Gutes Zweitwerk
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 35:45
Release: 30.05.2008
Label: Eigenproduktion

Finnland ist schon ein erstaunlicher Staat und im Prinzip ein Traumland: In der Pisa-Studie ist es ganz weit vorne vorne und die Charts werden von Metalbands dominiert. Man hat das Gefühl, jeder Zweite spielt dort in einer Metalband, so viele wie es bei einer Einwohnerzahl von gerade mal zirka 5,3 Millionen in dem skandinavischen Land gibt. Doch das eigentlich Bemerkenswerte daran ist eben vor allen Dingen, dass trotz dieser Fülle an Hartwurst-Combos relativ gesehen ziemlich wenig Grütze dabei ist.

Auch Masquerage, die mit „Moonlight Time“ nach „Work-Holic Fool“, das 2006 erschien, ihr zweites vollwertiges Album abliefern, wissen durchaus zu überzeugen. Das Quintett um den Sänger und Gitarristen Kimmo Perämäki spielt sehr melodischen, sich meist im Midtempo befindlichen Metal, der auf der einen Seite stark am Hard Rock der Achtziger orientiert ist, auf der anderen Seite jedoch dank der episch anmutenden String-Sounds, die Tastendrücker Mika Maunus seinem Keyboard entlockt, oft auch recht melancholisch herüberkommt. Hin und wieder stößt man zwar leicht an die Grenzen des Kitschs, diese werden durch die dennoch klar dominanten Gitarren aber zu keinem Zeitpunkt überschritten und bei Nummern wie der getragenen Ballade „The Helpers“ oder dem vielseitigen Opener „We Will Never Learn“, bei dem das Riffing zu Beginn teilweise sogar an Black Sabbath erinnert, hat man viel mehr das Gefühl, dass einem die finnische Seele, die nun mal einen Hang zur Melancholie hat, recht glaubhaft vermittelt wird.

Außerdem zeigen Masquerage mit schnelleren Stücken wie „Doctors Order“ oder „Better Liar“, denen ein leichtes Speed-Metal-Flair der Marke Sonata Arctica oder Avantasia anhaftet, dass sie auch anders können, wobei die bombastischen Keyboard-Sounds allerdings stets präsent bleiben. Diese Songs sind dann naturgemäß etwas aufmunternder.

Durch das Verschmelzen der Hard-Rock-Elemente, der Melancholie und dem Pathos (der aber nicht überzogen, sondern eher wie eine weniger technische Variante von beispielsweise Tobi Sammet wirkt) von Perämäkis Stimme hat die Band insgesamt sicherlich einen eigenen Stil gefunden und agiert durch die in Sachen Tempo und Stimmung recht unterschiedlichen Stücke einigermaßen vielseitig.

Sie weiß außerdem, wie man eingängige Songs schreibt (jedenfalls gehen mir Refrains wie der vom Titeltrack, von „We Will Never Learn“, „Retired Monster“ oder „Silver Wings“ nicht so schnell aus dem Kopf) und beweist insbesondere durch die teils in sehr hübschen Harmonie-Stimmen ausgefeilten Gitarrenparts, dass sie ihre Instrumente beherrscht.

Was ich allerdings kritisch anmerken muss, ist die magere Länge von gerade mal knapp 36 Minuten – auch wenn jetzt viele natürlich sagen werden, dass es auf Qualität und nicht Quantität ankommt. Ein bisschen mehr darf es dann aber schon sein, zumal ich das Gefühl habe, es müssten vielleicht gar nicht mal unbedingt noch mehr Tracks auf dem Album enthalten sein, sondern dass einige Stücke einfach etwas länger hätten sein können. Songs wie „Moonlight Time“ oder „I Don’t Believe In You“ enden mir jedenfalls irgendwie zu abrupt.

Dennoch handelt es sich hier um ein gutes Album einer Band, die weiß, was sie will, ihren Weg gehen wird und zudem – wenn man bedenkt, dass das Ganze in Eigenregie aufgenommen wurde – eine recht gute Produktion vorweisen kann, wenngleich nächstes Mal die Gitarren vielleicht noch ein bisschen mehr drücken könnten.

comments powered by Disqus

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann