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Marty Friedman: Inferno

Riffalarm!
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal / Heavy Metal
Spielzeit: 48:84
Release: 27.05.2014
Label: Prosthetic Records

Ein Gitarrengott veröffentlicht eine Solo-Platte. Alleine mit dieser Aussage werden die ersten Leser schon nicht mehr klar kommen. Denn es ist ja nicht selten so, dass die Klampfenmeister in ihrer Band in die Schranken gewiesen werden, aber bei einem Soloprojekt mal so richtig zeigen wollen, was sie drauf haben. Oftmals ist das Ergebnis zwar technisch hochanspruchsvolle, aber dennoch kaum verwertbare Musik, die nur aus Solos besteht.

Marty Friedman packt die Sache anders an. Erstens stellt er seine Songs so auf, dass sie sinnvolle Strukturen haben. Der Protagonist konzentriert sich hauptsächlich auf fetzige Riffs und kleinere Spielereien. Ausgedehnte und mehrfache Solos gibt es nur bei den letzten drei Titeln. Natürlich lässt er es sich nicht nehmen, auch mal kräftig die Saiten zu strapazieren. Doch richtig ausgetobt wird sich nur während der ersten beiden Songs. Die zwei Instrumentalstücke donnern aber trotz aller Technikbesessenheit ganz schön druckvoll aus den Boxen.

Der richtig markante Unterschied zu so mancher Soloplatte ist die Besetzung an Gastmusikern, die sich der Gitarrist mit an Bord geholt hat. Von Metalgrößen wie Alexi Laiho reicht die Palette über Rocker (Danko Jones) bis hin zu klassischen Flamencomusikern. Marty Friedman hat sich einiges einfallen lassen, um keine langweilige Platte abzuliefern. Zwei der ausgefallensten Stücke sind „Wicked Pancea“ und „Meat Hook“. Beim erstgenannten Lied hat sich der Meister die oben genannte Flamencoformation mit ins Boot geholt und zeigt eindrucksvoll, dass Folkloremusik durchaus mit Metal kombiniert werden kann.

„Meat Hook“ dagegen ist eine völlig abgedrehte Nummer mit dem Jazzer Jørgen Munkeby (Shining (NO), der sich am Saxophon austobt. Das Stück ist auf jeden Fall eine ziemlich schräge Grenzerfahrung. Trotzdem hat die Nummer durchaus ihren Reiz. Die stärksten Eindrücke hinterlässt allerdings Danko Jones, der bei zwei Songs seine Stimme beisteuert. Da wäre zuerst „I Can’t Relax“: Eine kraftvolle Hard Rock-/Metal Komposition, die man sich auch direkt von Danko Jones so vorstellen könnte. Wuchtige, rotzige Lyrics treffen auf harte und schnelle Riffs, die ein bisschen an eine Mischung aus Megadeth und Motörhead erinnern.

Die größte Leistung liefern alle Beteiligten aber bei „Lycanthrope“ ab. Schon die Doppelspitze am Gesang, bestehend aus Alexi Laiho (Children Of Bodom) und Danko Jones, ist ein bemerkenswerter Schachzug. Dazu kommt, dass der Track eine feine Hookline und zwei grandiose Riffs beinhaltet - dieser Song bildet den Höhepunkt der Scheibe.

Marty Friedman hat sich nach seiner Mitgliedschaft bei Megadeth etwas rar gemacht; zumindest in Amerika und Europa. In Asien, besser in Japan, war der Mann dagegen immer präsent. Er hat dort Musik produziert und hatte sogar eine eigene Fernsehshow. Mit dieser CD zeigt der Gitarrist eindrucksvoll, dass er mitnichten von der musikalischen Bildfläche verschwunden ist und durchaus noch in der Lage ist, wirklich beeindruckende Musik zu verfassen, die auch den Blick über den Tellerrand nicht scheut.

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