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Martriden: Martriden

Diese Jungs aus Montana haben Großes vor
Wertung: 9/10
Genre: Extreme Metal
Spielzeit: 25:40
Release: 29.06.2007
Label: Siege Of Amida Records

Sorry, dass ich das hier jetzt so umschreiben muss, aber ich hätte es mir niemals träumen lassen, dass die Amis zu so etwas imstande sind wie diese verdammt geile Scheibe. Ich hätte die Herkunft der mir bis dato unbekannten Band vielmehr in skandinavischen Gefilden vermutet. Große Parallelen in der Melodieführung lassen jeden Fan der elchgeschwängerten Sverige-Klänge leuchtende Augen bekommen.

Die Presse-Info nennt Größen wie Behemoth, Enslaved und Opeth als Einflüsse der jungen Band… ich allerdings bin immer vorsichtig, wenn es um solche Umschreibungen geht. Denn vielmehr würde ich hier eine musikalische Verwandtschaft zu den ebenfalls genialen Dänen von Illnath ziehen. Aber nun gut, sei es drum …

Dabei zelebrieren die Jungs, deren Alter sich zwischen 20 und höchstens 27 Jahren bewegt, ihre Vielseitigkeit in den vier jeweils knapp sieben Minuten langen Songs, die sie abwechslungsreich und unvorhersehbar gestaltet haben, sprich mit Köpfchen. Die Jungs sind im einzelnen Michael Cook (Vocals), Shane Howard (Gitarre), Will Thackery (Gitarre, Bass) sowie last but not least Kane Howars (Keyboards). Außerdem hat Dylan Monasmith als Gast-Gitarrist mitgewirkt.

Ich habe keinen Drummer vergessen, denn es gibt keinen. Falls das Ganze also mit Hilfe eines Drum-PC´s eingespielt wurde, dann kann ich nur anerkennend nicken, denn davon merkt man nichts, da alles recht organisch und so rüberkommt, wie es sein soll. Ich entferne mich nun einmal von oben bereits angesprochenen Bands und setzte den Haupttenor der Mucke im melodischen Death Metal an, der aber leicht Black Metal-technisch angehaucht ist. Dabei kommt das Ganze allerdings nicht angemodert daher, sondern die Songs beinhalten eine ganz gewisse, ihnen ureigene Spritzigkeit.

Okay, los geht´s mit „Blank Eye Stare“, das ziemlich kompromisslos in die Fresse hämmert. Aber nicht kopflos, denn die Jungs haben sich schon etwas bei den Arrangements gedacht, die sie hier gekonnt verarbeitet haben. Und so geben sich dann auch Knüppelparts mit kurzen Einsätzen einer akustischen Gitarre die Klinke in die Hand. Auch eine schöne Melodieführung wurde nicht vergessen … ich sag ja, hier gibt´s ganz umsonst Pipi in die Augen der Schwedentod-Jünger …

„The Art Of Death Infernal“ würde ich nur zu gern mal live erleben, denn schon vor den Lautsprechern kann ich bei diesen hammerharten und arschgeilen Riffs meinen Schädel schon nicht stillhalten … wie wäre das dann erst bei einem Gig der Jungs? Wahnsinn, was die Jungs aus Montana hier für ein Brett auffahren!

„In Death We Burn“ könnte auch glatt von den Dänen Illnath stammen. Nicht zuletzt finde ich diesen Song auch verdammt geil! Das zwischenzeitliche ruhige Stück stellt nur ein kurzes Luftholen dar, bevor es wieder in die Vollen geht. Unglaublich präsenter Song, der einfach nur sehr, sehr gut gemacht ist. Thank You, guys!

Zum Schluss haben sich die Jungs bei „Set A Fire In Our Flesh“ ein ergreifendes Stück des „Gladiator“-Soundtracks zur Brust genommen und haben ein sehr schönes Gesamtkunstwerk daraus gemacht. Gut, ein solches, nennen wir es mal Wiederverwenden bereits vorhandener Kompositionen sei dahin gestellt, aber das, was die Jungs hier daraus gemacht haben, kann man einfach nur lieben. Daher sei ihnen auch wieder vollends verziehen, denn dieser Song ist einfach nur stark!

Dave Otero hat bei der Produktion der EP seine Hausaufgaben gemacht, denn der Sound ist einerseits glasklar und gleichzeitig bringt er die nötige Härte mit, um das Album zu einem echten Ohrenschmaus gelingen zu lassen.

Schade ist lediglich der Fakt, dass die Scheibe noch nicht mal eine halbe Stunde lang ist, versorgt sie den Hörer doch in dieser Zeit mit erstklassigem Material! Was ich sonst noch zu meckern hätte, wäre, dass beispielsweise das Ausgangsthema des Openersongs dann doch ein bisschen zu lange breit getreten wird. Weniger wäre hier mehr … dafür dann lieber den ein oder anderen Song mehr … dann gäbe es von mir noch mehr Punkte.

Fazit: Ein großartiges Debüt, dem hoffentlich noch weitere geniale Alben folgen werden. Man sollte die Jungs auf jeden Fall im Auge behalten. Ich bin froh, diese Band kennen gelernt zu haben und kann euch nur das gleiche raten und würde jetzt mal schnell die Hammelbeine lang machen und euch das Teil im Plattenladen eures Vertrauens sichern. Ich bin begeistert!

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