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Martin Orford: The Old Road

Das vielleicht letzte Album
Wertung: 9/10
Genre: Melodischer RetroProg
Spielzeit: 58:01
Release: 07.12.2008
Label: Inside Out/SPV

Martin Orford, Ex-Keyboarder der Progressiv Rock Gruppe IQ, veröffentlicht nun, acht Jahre nach seinem Solo-Debüt „Classical Music And Popular Songs“ sein zweites und vielleicht auch letztes Solo-Werk „The Old Road“. Martin selbst hat angekündigt, sich Ende 2008 aus dem Musikbusiness zurückzuziehen. Er begründet seine Entscheidung durch die zunehmende Desillusionierung hinsichtlich Internetpiraterie und der zweifelhaften Kultur von „freier Musik“.

Mit „The Old Road“ lässt er uns dafür aber ein schönes Stück Nostalgie zurück. Martin selbst meint, dies sei kein Prog-Rock Album, jedoch kann die Platte diese Einflüsse nicht leugnen. Man kann es allgemein als melodischen Retro-Prog bezeichnen.

Melodien stehen klar im Vordergrund und werden durch Keyboard und Gitarren angeführt. Die Rhythmusfraktion ist eindeutig nur begleitend. Was das Hören interessant macht, sind die verschiedenen Instrumente, wie die nach Perfektion strebenden Piano-, Keyboard- und Gitarrenpassagen, welche sich ständig zu übertrumpfen versuchen. Beim Titeltrack „The Old Road“ wurde zusätzlich auf Flöte und Geige zurückgegriffen, wodurch sehr schöne Akzente gesetzt werden. Jedoch ist dies nichts für ungeduldige Hörer, da die Tracks sehr lange brauchen, um sich aufzubauen und auf den Punkt zu kommen. Es werden keine einfachen Songs präsentiert, sondern eher wuchtige Kompositionen. Die vielen Instrumentalteile, die dadurch zusätzlich eingebaut werden, machen es jedoch auch teilweise etwas sperrig, da sie gegen Ende einfach Überhand nehmen und sich einfach in instrumentalen Soli-Tiefen verlieren. Doch durch die dichte Atmosphäre kommt die Eingängigkeit der Songs auch wieder stärker hervor, gehen sie doch leicht ins Ohr.

Musikalisch wird Orford durch einige Gastmusiker begleitet, so zum Beispiel John Mitchell und Gary Chandler an der Gitarre, John Wetton und Dave Meros am Bass, Nick D`Virgilio und Andy Edward an den Drums sowie David Longdon, Steve Thorne, Wetton und Dave Oberle für die Vocals.

Die neun Songs sind alle von hoher Qualität, sehr komplex aufgebaut, was man schon bei den drei Longstracks „Grand Designs“, „The Old Road“ und „The Time And The Season“ bemerkt. So hat man viel Zeit, die Tracks aufzubauen zum Beispiel ist beim Opener erst einmal ein gut zweiminütiges instrumentales Intro zu hören. Bei „Grand Designs“ ist das Wechselspiel zwischen den Gesangsparts und den instrumentalen Einschüben sehr schon herauszuhören. Bei „The Old Road“ kann man es schon fast als Frage-Antwort-Spiel auffassen und dieser Titel trumpft als einziger mit einem Drum-Solo auf. „The Time And The Season“ ist im Gegensatz dazu als einziger Song flotter, rockiger und rhythmischer ausgefallen, was einen schönen Kontrast dazu bietet.

„Power And Speed“ greift genau das auf, was im Titel versprochen wird. Nach einem wirklich guten Piano-Intro wird es stets flotter mit ständigen Gitarren-Soli gespickt, die gegen Ende des Stücks immer besser werden. Schön bei diesem Song ist, dass die Melodiemotive variiert werden, denn häufig ist es so, dass minutenlang ein und dieselbe Melodie wiederkommt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Abschluss „Take It To The Sun“. Dieses wird sehr rhythmisch eröffnet, wobei die präzisen Keyboard-Akkorde sehr schöne Akzente setzen. Drums und Keyboard dominieren den Klang allgemein, wechseln sie sich stets in der Führung ab. Mit ihm klingt das Album unter Vogelgezwitscher aus. Keyboard und Piano sind für das reine Instrumentalstück „Prelude“ von zentraler Bedeutung. Hier kann Martin Orford ungestört und allein sein Können unter Beweis stellen.

Die beiden balladesken Stücke „Ray Of Hope“ und „Endgame“ sind sehr ruhig und träumerisch gehalten. Bei „Endgame“ kommt dann noch ein kleiner Ausbruch von Drums und Gitarre hinzu, was dem Song noch das i-Tüpfelchen aufsetzt. „Out In The Darkness“ ist ebenfalls ruhig und träumerisch gehalten. Mit leichten Anleihen elektronischer Klänge. Am Ende ist hier noch ein kleiner Kanon zu hören, was die Atmosphäre noch einmal steigert.

Fazit: „The Old Road“ ist ein sehr dichtes, atmosphärisches Album, das seine Stärke, aber auch seine Schwäche in den langen Kompositionen hat, die für manche zu lang sein mögen, aber auch zum Träumen einladen. Trotz allem bietet er ein großartiges Werk, das man zumindest einmal hören sollte.

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