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Maroon: Order

Eines der abwechslungsreichsten Alben des Jahres
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 47:18
Release: 17.04.2009
Label: Century Media

„Order“ trifft es eigentlich ganz gut. Denn die so betitelte neue Scheibe der Veganer und Straight Edge-Anhänger Maroon aus Nordhausen sollte zumindest eine Überlegung wert sein, geordert zu werden, und das nicht nur für Metalcore-Anhänger. Die erste Demo wurde ein Jahr nach Bandgründung, 1999, noch auf Kassette aufgenommen – produktionstechnisch liegen heute Welten dazwischen, denn das Mastering des neuen Albums ist sehr klar und vor allem das Schlagzeug klingt extrem deutlich.

Direkt geht man kompromisslos ans Werk; „Erode“ ist einer der schnellsten Songs des Albums und liefert den üblichen Maroon-Stoff der hart und ohne Umwege losballert – doch bereits bei „Stay Brutal“ bemerkt man, dass sich die Band mit dieser CD noch weiterentwickelt hat. Die Riffs verfügen teils über Deathcore-Anleihen und lassen genug Platz für ordentliche Headbang-Einlagen, aber auch für Solo-Passagen. Die wuchtigen Riffs von „A New Order“ sind eher in das Melodic Death Metal-Genre einzuordnen und erinnern etwas an die neuen Songs von Misery Speaks, auch der epischere Refrain mit langsamerem Doublebass-Einsatz und tragenderen Riffs lässt gewisse Parallelen aufkommen.

Mit „Bleak“ findet man sich jedoch schon wieder ganz woanders wieder: Düstere Saitenklänge eröffnen „Bleak“, einen Song, der durch das gewaltige, aber eher langsamere Drumming und langsamere Riffs, die in ihren Passagen zumindest bis zum Refrain keine Pausen enthalten, an Doom Metal erinnert. In den – erst gesprochenen - Strophen werden dann nackenschädliche Pausen in das etwas in den Hintergrund gerückte Riffing eingeflochten, bis dann der von Keyboard-Einlagen unterstützte, geschriene Refrain wieder episch unter die Gänsehaut geht. Es folgt ein eleganter Tempowechsel mit tollen Solo-Einlagen, der daraufhin von der zweiten, geflüsterten Strophe beziehungsweise einer Bridge abgelöst wird.

Generell ist das Album viel atmosphärischer geworden als noch die Vorgänger, so erfasst „This Ship Is Sinking“ durch den dichten Sound sehr gut die textliche Stimmung. Nach einem Unheil verkündenden, instrumentalen Zwischenspiel namens „Call Of Telah“ kann der aufmerksame und jetzt überraschte Hörer bei „Children Of The Next Level“ umfangreiche Black Metal-Einflüsse bemerken, die vor allem aus dem blastendem Drumming und der Art des Gesangs resultieren – teilweise klingen auch die Gitarren etwas dreckiger. „Bombs Over Ignorance“ lässt anfangs wieder ein Deathcore-Feeling aufkeimen, das sich jedoch schnell in den eindeutigen Metalcore-Riffs, den genialen Breakdowns und den überwältigen Gitarren-Einlagen verliert. Zu guter Letzt beschenkt die Band ihre Fans auch noch mit dem deutschen Up-Tempo-Song „Schatten“, dessen Text man aus Friedrich Rückerts Gedicht „Du bist ein Schatten am Tage“ vielleicht schon kennt. Die instrumentalen Passagen verfügen über eine enorme Tiefe, die im Finale durch Keyboard-Einsatz und das verzweifelte Screaming nur noch gesteigert  - beziehungsweise gesenkt, denn wir reden schließlich von Tiefe – wird.

Maroon haben ein mehr als abwechslungsreiches Album geschaffen, auf dem jeder Metalfan etwas nach seinem Geschmack finden dürfte. Insgesamt ist der Sound dichter und atmosphärischer geworden, was der Band äußerst gut zu Gesichte steht. Reinhören sollte man auf alle Fälle, nicht zuletzt, da man zur Zeit das komplette Album, natürlich mit Ausnahme der Bonus-Tracks der limitierten Sonderausgabe, bei MySpace streamen kann.

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