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Marilyn Manson: Guns, God And Government – Live In L.A.

Freakshow mit gelungener Musik
keine Wertung
Genre: Modern Electro, Hard Rock, Metal
Spielzeit: 102:21
Release: 20.11.2009
Label: Eagle Rock

Dass Marilyn Manson nicht unbedingt das ist, was bei “Schwiegertochter gesucht”, ähem Schwiegersohn gesucht auf RTL darstellt, dürfte jedem klar sein. Es gibt wenig Musiker, die mit ihrer Freakshow derart provozieren, wie es der Amerikaner macht. Aber genau deshalb hat er auch diesen Erfolg. Ein Superstar der anderen Art eben. Seine 2002 veröffentlichte DVD wurde inzwischen auch auf Blu-ray Format gebracht und veröffentlicht. Ob das als Erfolg zu bewerten ist, versuchen wir hier zu erörtern.

Mit einem triumphalen Einzug im römischen Stil, nur ohne Pferde entert der Entertainer die Bühne. In den USA schon mit Platin geehrt und in Deutschland zumindest mit Gold bedacht, zeigt diese Veröffentlichung eine recht seltsam anmutende Freakshow mit Outfits, die auch in die „Rocky Horror Picture Show“ hätten passen können. Und man mag es nicht glauben, dass es noch Musiker gibt, die es sich im Genre der harten Musik trauen geschweige denn dies auf einer eigenen Videoveröffentlichung machen: Die Show beherbergt übelstes Playback. Unübersehbar stimmen da einige Lippenbewegungen nicht mit dem Ton überein. Als negativ krönenden Höhepunkt hört man den Provokateur singen, während er wie so oft einen Schluck Wasser ausspuckt. Also beim besten Willen, das geht gar nicht, zumal man nicht den Eindruck hat, dass dies durch Nachbearbeitung des Materials passiert ist.

Das Bild ist gut, wenngleich nicht überragend, aber daran bemerkt man auch ein wenig den nagenden Zahn der Zeit. Trotzdem muss man sagen, dass man sich hier, was die Aufarbeitung des Materials angeht, qualitativ wirklich Mühe gemacht hat. „The Fight Song“ wird vor amerikanischer Flagge dargeboten, während „The Nobodies“ Marilyn Manson mittels extrem hohen Stelzen in die Lüfte befördert.

„Rock Is Dead“ wird von einem wahren Konfetti-Sturmregen eröffnet, während im Hintergrund ein recht unbekleidet wirkendes Mädel auf dem Lautsprecherturm tanzt. Die Kleidung besteht augenscheinlich lediglich aus einem großen aufgemalten roten Kreuz.

„The Dopeshow“ wird mit Feuerregen und Pelzmantel optisch verziert, während der Sänger in „Cruci-Fiction In Space“ natürlich wieder höhere Sphären erklimmt. Eine tolle, leicht chaotisch wirkende Lightshow umgarnt dann das Ende des Eurythmics-Covers „Sweet Dreams (Are Made Of This)“. Natürlich dürfen auch gewisse Provaktionen für die Kirche nicht fehlen. Somit wird das tolle „The Love Song“ im Papstgewand zelebriert, bevor Marilyn zu „Antichrist Superstar“ die Predigerkanzel erklimmt, das Kreuz zum Tourthema natürlich mit Pistolen und Gewehr gezimmert.

Da fragt man sich, wenn Mr. Manson meint, wenn er „The Beautiful People“ singt, oder zumindest so tut, wen er damit wohl meint. Zur Zugabe sieht es aus, als ob er gerade vom Schwimmen an der Ölbohrplattform Deepwater Horizon kommt, natürlich bevor das Leck verschlossen wurde. Der Frontmann lässt sich Wasserflaschen anreichen, die er dann auf seine Art ins Publikum wirft. Weil da auch mal wieder ein Mikro dabei war, wird dann der Roadie mit der Anreichfunktion kurzerhand hinterher geworfen.

Dass es zum Ende jedes Konzertes zu einer Zerstörungsorgie kommen muss, wird dann natürlich auch gezeigt: Marilyn bearbeitet den Bühnenaufbau mit seinem Mikrophonständer und der Gitarrist lässt sich da auch nicht lang bitten. Wirklich nichts Neues und eben einstudiert, aber es passt perfekt zur Stimmung und ist damit natürlich in Ordnung. Somit wird dann das knapp 73-minütige Konzert auch beendet.

Interessant ist aber auch der Bonus: „The Death Parade“, welches ungefähr eine halbe Stunde dauert. Dort geht es deutlich heftiger zu als beim Konzert selbst. Da macht es Sinn, Marilyn Manson vom Booklet zu zitieren: „There are things on and off stage that no person has or should see“. Genau das passt. Es gibt Blut, Brüste, einen Transvestiten mit Urinabgabe, Fäkalsprache, einen Auftritt mit Eminem (!), Alkohol, einen Zusammenbruch, Brandstiftung und vieles mehr via Camcorder in Bootleg-Qualität aufgenommen. Das ist ziemlich krank, aber passend zu den eigentlichen Protagonisten.

Fazit: Ein gelungenes Gesamtkunstwerk, welches die Band gut in Szene setzt. Ob man es mag, ist ein anderer Fall. Allein dieser Playback-Mist ist nicht tragbar für mich. Deshalb gibt es auch keine Wertung. Der Sound ist gut, auch wenn er etwas mehr Druck vertragen könnte. Das Auge bekommt viel zu sehen, ob es das will oder nicht. Kaufempfehlung nur für Fans oder Freaks. Ansonsten sei erstmal Vorsicht geboten.

Bildformat: 1080/50i

16:9

Tonformat: 5.1 DTS-HD Master Audio (48khz/24bit)

Dolby Digital 5.1

LPCM 2.0 Stereo

Region: 0 (Worldwide)

FSK: 16

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