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Marduk: Serpent Sermon

Musikalisch gereift
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 46:19
Release: 25.05.2012
Label: Century Media

Das Dutzend bei Marduk ist voll. Mit dem zwölften Studioalbum „Serpent Sermon“ kehrt die schwedische Black-Metal-Institution wieder ein bisschen mehr zu ihren Wurzeln zurück – zumindest textlich gesehen, hat man doch diesmal die sonst meist vorherrschende Kriegsthematik komplett außen vor gelassen und wendet sich stattdessen ganz old-schoolig ausgiebig der Blasphemie, wie schon Songtitel der Marke „Hail Mary (Piss-Soaked Genuflexion)“ verdeutlichen.

Musikalisch hingegen präsentiert man sich deutlich gereift – die neue Platte untermauert eindrucksvoll, dass man inzwischen weit davon entfernt ist, eine pure Hau-drauf-Kapelle zu sein. Sicher, es wird immer noch ordentlich geblastet, gerast und gewütet, dennoch muss man den Schweden attestieren, insgesamt sehr abwechslungsreich zu agieren und noch mal einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben, zumal sie einige wirklich eingängige Hymnen am Start haben, ohne an Kompromisslosigkeit und Brutalität einzubüßen.

Mit dem Opener und Titeltrack liegt gleich so ein catchy Song vor; ein Bastard aus majestätischer Epik und zorniger Raserei, der perfekt vor Augen führt, wo Marduk anno 2012 stehen: Der Mix macht’s, die Zeiten, wo es nur die beiden Extreme „Auf die Fresse“ und „Langsam wie eine kriechende Schlange“ gab, sind längst vorbei. Mittlerweile setzt man eher auf deutlich erwachseneres und spannenderes Songwriting. Außerdem fällt auch sofort die kraftvolle Produktion auf, die wirklich amtlich killt und bei der die Gitarren im Gegensatz zu so manch anderen Genrekollegen drücken und nicht dünn vor sich hinschrammeln. Außerdem klingen die Instrumente – nicht unbedingt Standard in diesem Genre – sehr schön differenziert und klar aus den Boxen.

Natürlich hat das Quartett dennoch nicht auf seine berühmt-berüchtigten Uptempo-Nummern, die einfach nur alles niedermähen, verzichtet: „Messianic Pestilence“ (bei dem die Stimme von Frontmann Mortuus, der ohnehin schon wunderbar ekelhaft und hasserfüllt kotzt, schreit, kreischt und röchelt und eine wirklich tadellose Figur am Mikro abgibt, noch mal extra verzerrt wurde), „Damnation’s Gold“, das bereits erwähnte „Hail Mary“ und „Gospel Of The Worm“ sind fies klirrende, sich beinahe über die gesamte Songdistanz in schwindelerregenden Temporegionen befindliche Ausbrüche, bei denen vor allem alte Fans lauthals jubeln dürften, die aber trotzdem nicht unbedingt zum spektakulärsten Material der Platte gehören – gerade „Gospel Of The Worm“ ist ein bisschen belanglos.

Macht aber nix, man hat auch sonst genug gute Einfälle – beispielsweise ist „M.A.M.M.O.N.“, wo man auch mal aufs Bremspedal tritt, mit schön dissonanten Klampfen ausgestattet, während „Temple Of Decay“ ausschließlich episch geraten und für Marduk-Verhältnisse beinahe schon balladesk zu nennen ist; mit ihren vordergründigen, recht melodischen Gitarren eine weitere Komposition, die man gut und gerne als kleinen Hit bezeichnen darf. Noch mehr gilt letzteres aber wohl für „Into Second Death“, das ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne peitscht, jedoch unendlich mitreißt und definitiv einen der besten Songs auf „Serpent Sermon“ darstellt.

Im letzten Stück „World Of Blades“ wiederum wird die musikalische Gereiftheit der Mannen um Morgan Håkansson noch einmal klar vor Augen geführt: Erneut eine Komposition, für die man nur den Terminus „episch“ auspacken kann und äußerst cool gemacht, wie die Sprachsamples von flirrenden Gitarren, einem pumpenden Bass und vereinzelten Schlägen auf die Toms untermalt werden, und überhaupt wie dynamisch der Track gestaltet wurde – ein ganz starkes Arrangement und eine vorzügliche Abschlussnummer. – Marduk-Fans können bei dieser CD wirklich nichts falsch machen, genauso muss abwechslungsreiches, aber dennoch basisches und unaufgesetztes Schwarzmetall klingen.

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