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Marathonmann/ Radio Havanna: PRO ASYL Benefit Split

Pflichtkauf für den guten Zweck
keine Wertung
Genre: Punk/Alternative/Post-Hardcore
Spielzeit: 13:23
Release: 20.01.2017
Label: Redfield Records

„Und wir spenden, wenn wir das Elend sehen…“ Diese Worte entstammen dem Song „Fresst oder sterbt“ und um Spenden geht es auch bei dieser Split-EP, für die sich Radio Havanna und Marathonmann zusammengefunden haben. Dabei kann man anmerken, dass gerade Radio Havanna mittlerweile für ihr soziales und politisches Engagement bekannt sind und schon diverse Aktionen unterstützten. Mit Redfield Records haben die beiden Bands noch dazu einen Partner gefunden, der die DIY-Philosophie und die Liebe zu ehrlicher Rockmusik teilt. Der Erlös der Soli-EP geht an die Menschrechtsorganisation PRO ASYL, die sich für die Rechte Flüchtlingen und Migranten einsetzt und für eine offene Gesellschaft kämpft.

So viel sei zur Vorgeschichte erwähnt, unterm Strich geht es bei dem Rundling aber um Musik, die vor allem Fans von Punk-Rock ansprechen sollte. Marathonmann bieten hier zwei neue Songs an, die extra für die EP geschrieben wurden, und welche für sie einen Ausflug in ein getragenes Songwriting bedeuten. Gelungen ist ihnen die Reise unglaublich gut, besonders „Dachma“ sticht hervor. Die tiefergelegte Saitenfraktion weiß zu überzeugen und erzeugt eine gewisse Bedrohlichkeit, die schlichtweg die Kehle zuzudrücken scheint. Dabei gelingt es ihnen musikalisch völlig auf den Punkt zu kommen, jeder Ton, der umherflirrt und jede kräftige Sequenz scheint genau kalkuliert. Und trotz des vollen Soundteppichs wirkt der Titel auf das Wesentliche reduziert, was wiederum den gut gelungenen Text nochmals verstärken kann. Wem dies zu getragen ist, kann sich am zweiten Track erfreuen. Immerhin steigen die Münchner bei „Grabeschwer“ doch etwas energetischer ein, was der Intensität des Songs allerdings keinen Abbruch tut.

Weniger verkopft und deutlich klarer gehen Radio Havanna vor, die besonders mit „Fresst oder sterbt“ ein fettes Stück beisteuern. Das Ganze erinnert lyrisch, musikalisch und selbst beim Gesang stellenweise an „Friss oder stirb“ von Die Toten Hosen, was man ja nun nicht zwangsweise als schlechteste Empfehlung sehen muss. Das Gute daran ist, dass man zwar ständig an das „Original“ denkt, aber trotzdem gerne beim hier gepressten Titel bleibt, schon weil er noch etwas mehr knallt. Allerdings hat es das nachfolgende „Die Fahne weht“ etwas schwer, die Kraft und Energie zu halten. Selbst wenn es treibend, einschneidend und mit guten Bassläufen bestückt daherkommt, bleibt das Gefühl, dass der Song seinem Vorgänger gegenüber etwas abfällt.

Zu erstehen ist das Ganze in digitaler Form oder eben auf Vinyl, wobei der 7" glücklicherweise ein Digitalcode beiliegt. Da mit den vier Songs auch vier Treffer eingefahren werden, erweist sich dieser durchaus als günstig und vor allem als kaloriensparend, immerhin kann man sich so die Gänge zum Plattenspieler ersparen, denn die Gefahr auf Dauerrotation der Scheibe liegt definitiv vor.

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