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Manowar: The Lord Of Steel Live

Fast nur Halbes und nichts Ganzes
Wertung: 5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 26:24
Release: 16.08.2013
Label: Magic Circle Music

Regelmäßige The-Pit.de-LeserInnen werden schon bemerkt haben, dass Manowar hier nicht immer derart abgefeiert werden wie die beinharten True-Warrior-Fans das ganz gerne hätten. Zu viel ist einfach in den letzten Jahren bei den Auburn-Metallern passiert, zu viele unglaubwürdige Kapriolen, zu viel „Großkotz“, zu viele zu dicke Eier und vor allem zu viel musikalisches Unverwertbares prasselte da auf die (schwindenden?) Fanhorden der Welt und auch hier in Dschörmanie ein. „Moneywar“, „Clowns Of Metal“ – viele Bezeichnungen schlichen sich in den letzten Jahren ein, die häufig von satirisch locker-flockig bis pechschwarz durchaus eher die Enttäuschung über eine Band ausdrückten, die einst zu den Flagschiffen der Szene gehörten.

Natürlich, auch heute tummeln sich unzählige Manowar-Fans auf dem Erdenrund, häufig schnell belächelt, aber welcher Metaller kreuzt nicht heutzutage trotzdem die Fäuste zum Zeichen der Erkenntnis, wenn irgendwo „Metal Daze“ aus den Boxen dröhnt? Mit „The Lord Of Steel Live“ liegt nun eine weitere Livebedröhnung vor, ganz in der Tradition der letzten Jahre, denn diese Form der Trackneuverwertung fand in den ganzen letzen Jahren immer wieder bei Manowar statt, nur dieses Mal knöpfen sie sich lediglich Tracks des aktuellen Studioalbums „The Lord Of Steel“ vor, die es dann so zumindest noch nicht auf legaler Ebene ins heimische Wohnzimmer geschafft haben.

Der manowarsche Teufel liegt aber wie immer im Detail, denn auch die vorliegende EP ist nicht gerade die Offenbarung vor dem Herrn; viele gute Ansätze verpuffen quasi von selbst im Lordkosmos. Positiv zu vermerken sei hier der rohe Sound auf der CD, der durchaus das Livefeeling sehr gut transportiert und nahe legt, dass die Studionachbearbeitungsknöpfchen nicht ganz schwurbelig wurden. Allerdings wirkt der Fangesang doch ein wenig zu sehr in den Vordergrund gemischt, auch wenn durchaus glaubwürdig erscheint, dass die Fans in den entsprechenden Parts wie eh und je ihre Lungen aus dem Hals brüllen. Gut, Gitarrist Karl Logan ist jetzt nicht (mehr) der begnadete Klampfengott überhaupt und spielt seine Sachen eher solide, Donnies Drums sind nicht wie beim Album noch so triggerisch in den Vordergrund geprügelt und auch der Basssound brummt nicht so nervtötend wie bei den Studiooutputs – alles richtig gemacht. Live leben Manowar ja auch noch ganz gerne von Sänger Eric Adams, der hier zwar nicht mehr ganz die Magie der frühen Stunde ausstrahlt, den Songs mit seiner Stimme aber noch immer seinen Stempel aufdrückt.

Licht und Schatten gibt es auch bei den Songs selbst. „Manowarriors“ entpuppt sich live als „Fist of steel“-Smasher bei den Fans und bestätigt so den Eindruck vom Album und der Titeltrack „The Lord Of Steel“ steht dem nicht nach, doch schon bei „Expendable“ gähnen Hörer und Langeweile um die Wette und auch „Hail Kill And Die“ (gibt es eigentlich schon die Manowar-Textapp, selbstverständlich erweitert mit Begriffen wie „sword“, „blood“, „honour“ oder auch „warrior“?) kann live nicht über das schwache Songwriting hinwegtäuschen. Gelungen und damit auch voll im Kontext zu The-Pit.de-Davids Review zum Album kann sich dann noch „El Gringo“ als gelungen auf dem Notizzettel hineinmogeln.

Das kann man natürlich wie immer anders sehen – wie herrlich sind da die zahlreichen Grundsatzdikussionen, die manchmal mehr Herzblut als Inhalt haben –, doch wie oben schon angedeutet liegt bei der EP das schlechte Ergebnis an den Details. Alle Tracks wurden an unterschiedlichen Locations aufgenommen, was dazu führt, dass nicht alle Übergänge glatt verlaufen. Mit einem Fragezeichen behaftet erscheint da eher auch, warum auf dem flaggenbewehrten Cover gleich zwölf staatsdienliche Erkennungszeichen vorhanden sind, auf der CD aber nur sechs Tracks vorliegen – werden da in der nächsten Zeit gleich noch ein paar (remasterte) Tracks nachgeschoben? Und schlussendlich wäre da noch die Tatsache, dass eine Live-EP bei der heutigen, noch immer weiter wachsenden und schon seit zig Jahren beklagten Veröffentlichungsflut zu den eher überflüssigen Releases gehören.

Manowar-Fans wird die Kritik nicht anfechten, sie werden auch hinter „The Lord Of Steel Live“ wie eine Faustarmee stehen, was völlig in Ordnung ist. Die ansteigende Zahl der Kritiker allerdings wird sich bestätigt fühlen, dass Manowar nicht nur ihren Zenit schon seit langer Zeit überschritten haben. Fast nur Halbes und nichts Ganzes – Manowar können ihre Fans beglücken, darüber hinaus sind sie eher Gipfelstürmer der nächstgelegenen Halde.

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"Es ist natürlich ein Unterschied, ob du Berufsmusiker bist und weltweit Gigs spielst oder ob..."

Man muss auch einfach nur mal machen...

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