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Manowar: Hell On Earth V

Die achte DVD in zehn Jahren
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: Knapp 3 Stunden
Release: 27.11.2009
Label: Magic Circle Music

Viele, auch meine Wenigkeit, haben Manowar in den vergangenen Jahren mit Hohn und Spott überzogen, was sich neben den schwachen Alben, den peinlichen Aussagen DeMaios, seltsamen Tourabsagen und dem „Earthshaker“-Debakel auch auf die Veröffentlichungspolitik bezog. Da gab es Singles in fünf verschiedenen Versionen, halbgare EPs und natürlich die DVD Reihe „Hell On Earth“, die nun also bereits den fünften Teil erreicht hat. Ob man wirklich jede Tour dokumentiert haben muss, sei mal dahingestellt, aber es scheint ja offensichtlich viele Leute zu geben, die das tun.

Die Doppel-DVD „Hell On Earth V“ steht klar im Zeichen des Beginns der „Asgard Saga“, einer multimedialen Korporation zwischen der Band und dem erfolgreichen Schriftsteller Wolfgang Hohlbein. Die Zusammenarbeit soll neben mehreren Konzeptalben und Büchern auch einmal einen Film umfassen. Aber das ist noch Zukunftsmusik, denn das vorliegende Set stellt natürlich die Konzerte Manowars in den Vordergrund. Genauer gesagt sind es die Auftritte aus den Jahren 2005 bis heute, da alles vorher schon auf den anderen Teilen der Reihe sowie auf den DVDs zum Earthshaker-Fest sowie zum Magic Circle Festival ausführlich behandelt wurde. Dazu gesellt sich auf Disc 2 noch Bonusmaterial wie der „Die For Metal“-Videoclip, Tourhighlights, mehrere Dokumentationen über beispielsweise das letzte Album, die Tour und das „Asgard“ Projekt und einiges mehr.

Manowar bieten den Fans also bei aller Kritik wirklich viel für ihr Geld, zumindest in Hinsicht auf ihre DVDs, die immer zum Bersten gefüllt sind. Eine klassische Live-DVD ist „Hell On Earth V“ natürlich nicht, sondern steht ganz in der Tradition der Reihe, einen Abschnitt der Karriere der „Kings Of Metal“ zu beleuchten. Dieses Vorhaben ist ihnen abermals geglückt und zu kritisieren gibt es wirklich nicht viel. Sicherlich hat Eric Adams schon besser gesungen, aber er wird eben auch nicht jünger. Abgesehen davon würden wohl mindestens 80 Prozent aller Heavy Metal-Bands dafür töten, einen Adams in der heutigen Form in ihren Reihen zu wissen. Lediglich die Songauswahl gefällt mir persönlich nicht besonders, da (erwartungsgemäß) großes Augenmerk auf das letzte Album gelegt wird, das kaum überzeugen konnte. Einige Songs wie „Odin“ (aufgenommen 2007 in Deutschland) oder „Sleipnir“ (Spanien) funktionieren live aber wesentlich besser. Das wahre Highlight ist der Oldie „Hail And Kill“, das auf einer türkischen Burg bei Gewitter aufgezeichnet wurde. Besser hätte die Band den Song auch nicht inszenieren können.

Ansonsten gibt es dieselben Probleme wie bei Teil I – IV der „Hell On Earth“: Jeder, der mit der Art Manowars nicht klarkommt, wird ob der ständigen Beweihräucherung (teils von der Band selbst, teils von Dritten) schnell genervt sein. Denn „natürlich“ lieben sie die Fans (die jedes Mal, wenn eine Kamera auf sie gerichtet, wird „Hail And Kill“ brüllen) und würden alles für sie tun, selbstverständlich fallen alle Frauen direkt in die Begattungsstarre, wenn einer der Götter ihren Weg kreuzt und im bulgarischen „Manowar Café“ arbeiten natürlich nur die schönsten Menschen des Landes. Langsam werden DeMaio und Co. schon ein wenig Opfer ihres Images, aber so lange es funktioniert...

Und das tut es, sonst würde es Dinge wie den „Miss Manowar Contest“ (natürlich auch schön in Zeitlupe dokumentiert) wohl nicht geben.

Technisch gesehen gibt es nichts zu meckern. Der Sound ist sehr gut abgemischt und das HD-Bild ist schon in meiner Vorabversion ausgezeichnet. „Hell On Earth V“ ist also genau das geworden, was man erwarten konnte. Es gibt viel zu sehen, Manowars Selbstdarstellung auf der Bühne kann man nur als bombastisch bezeichnen und die Klappe ist immer noch groß. Nun wird es spannend, ob die „Asgard Saga“ auch mal wieder brauchbare Musik abwirft. Wenn die nämlich nicht stimmt, werden alle Filme, Romane, Comics und Spiele auch nichts mehr nützen. Bis dahin können sich Fans (aber auch nur die!) beruhigt „Hell On Earth V“ in den DVD Player schieben.

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