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Manivia: Dawn

Ohne schlüssig wirkenden roten Faden
Wertung: 5,5/10
Genre: Alternative Rock/ Alternative Metal
Spielzeit: 46:34
Release: 13.12.2016
Label: Independent

Aus unserer schönen Hauptstadt also kommen Manivia, die auf ihrem Beipackzettel mit den Worten „Göteborger Metal“ locken, wobei ich dann glatt übersehe, dass damit der Sound Ende der Neunziger gemeint ist und nicht die herrliche Aufbruchzeit der Death-Metal-Pioniere. Egal, da muss man nun jetzt durch, denn das Quintett siedelt sich in der Modern-Metal-Schublade an, ein Genre, welches wohl am ehesten auf die Mischung irgendwo zwischen reichlich Metal, Alternative und fast schon modernem Thrash passt.

2012 hatte sich die Truppe zusammengerauft und noch in Vierer-Besetzung eine erste Demo in Eigenregie aufgenommen, auf der dann auch eine andere Version von „The Day The Earth Stands Sill“, der nun auch auf dem Longplayer vertreten ist, zu finden war. Auch „Ashes“ ist auf dem Debütalbum neu verwurstet, was jetzt nicht negativ gemeint ist, haben sich doch in den vier Jahren zwischen der ersten Demo und dem jetzigen Album reichlich Erfahrung angesammelt. Doch schlussendlich müssen sich die Fünf nach mehrmaligem Durchlauf auch gefallen lassen, dass sie den roten Faden missen lassen.

Was ist denn nun passiert? Auf der einen Seite haben wir mit „Draw The Line“ eine aggressiv nach vor peitschende Nummer mit reichlich Schreigesang, wo sie im Refrain für einen kurzen Augenblick dann wieder melodisch eingängiger zu Werke gehen und wo trotzdem der Göteborg-Style wohl noch am ehesten zu Tage befördert wird. Schweden tönt dann auch aus „Ashes“, Manivia ziehen wieder schneller an, rücken den Klargesang deutlich in den Vordergrund, auch wenn hier im Riffbereich eben die Göteburger Schule wieder ein wenig mehr aufmuckt. Und doch kommen Manivia nur bedingt aus dem Quark und erst im letzten Drittel wird hemmungsloser losgequarzt, doch das Gitarrensolo selbst wird derart verfremdet, dass man hier einen Flötenton als Klampfe unterstellen könnte und so eine gute Idee nahezu zum Fremdschämen einlädt.

Das dritte und eigentlich gute Beispiel findet sich mit „The Mourning“ kurz vor Debüt-Toresschluss, denn hier pendeln sie zwischen fast schon Death-Metal-lastigen Modern Metal-Attacken und schräger Akustik-Flaute, alles dabei inklusive Sprechsample, doch leider eben auch nicht so richtig zu hundert Prozent schlüssig, auch wenn die Richtung stimmt.

Allzu oft bewegen sie sich aber auch im Schnarchnasenmodus, vor allem gegen Ende des Longplayers, denn da schnappt auch mal gerne die balladeske Akustikklampfenfalle zu. Sehnsuchtsvolle Riffarrangements mit Powerballadenfeeling bei dem schon erwähnten „The Day The Earth Stands Still“, so gar nicht der Befreiungsschlag in „Free“ mit erneut reichlich ruhigen Momenten, dazu eher Alternative Metal und fragender Klargesang oder aber auch in „Worlds Collide“, wo eben der große Knall ausbleibt und Manivia einmal mehr ihre Alternative-Adern auskosten, den (Modern) Metal eben weit hinter sich lassen und semisphärische Akustikparts mit rifflichem Feuer mischen.

Auch „Eyes In The Sky“ kommt über den austauschbaren Einheitsbrei mit gewisser Pop-Affinität und Emo-tisierten Momenten nicht hinweg, dürfte sich aber als Mitshout-Magnet entwickelt haben und auch das mit einem verspielt und elektronischer Hilfe aufgepeppten Intro eingeleitete „Fiction“ und seiner rocklastigen Weiterführung sowie dem Klargesang lahmt ausreichend, da rockt dann auch das Solo im Finale den Song nicht mehr vom Steg weg. Mehr Alternative mit gaaanz leicht progressiver Kante und ebenso leicht schrägem Gesang offenbaren in „Circles“ zwar eine neue Seite der Hauptstädter, aber so locken sie eben auch nicht wirklich jemanden hinterm Ofen hervor. Da mag dann vielleicht der Schreigesang wieder aufwecken, wird aber durch die Gangshouts ausgekontert und ist eben nur ein kurzes Stilmittel-Statement - balladeske Unternote zum Abgewöhnen. Dann doch lieber wieder der Opener „The Wrath Within“, hinterlassen sie doch früh erst einmal einen guten Eindruck, verzichten auf das Intro-Brimborium und lassen mit knarzig aggressiven Gitarren und einer gut abgestimmten Mischung aus Schrei- und leichten Emo-Klargesang – allerdings niemals wirklich nölig – schon ganz gut früh die Modern-Metal-Sau raus.

Zugegeben, die Berliner Manivia strotzen nur so vor Ideenüberfluss, dafür bleibt dann aber auch der rote Faden auf der Strecke – einfach zu viel gewollt und sicherlich so am schlüssigen Album vorbeigeschrammt. „Dawn“ ist nun auch nicht der wirkliche Weltuntergang, sind doch viele positive Ansätze vertreten, mehr aber ist auf dem Debüt noch nicht zu finden – und zumindest kein schlüssig wirkender roter Faden.

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