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Manilla Road: Crystal Logic

Der absolute Klassiker in der Diskographie der Amerikaner
Wertung: 9.5/10
Genre: Epic Metal
Spielzeit: 38:36
Release: 01.12.1983
Label: Black Dragon Records

Manilla Road sind zweifelsohne eine Legende der harten Musik und einer der wichtigsten und einflussreichsten Acts des Epic Metal, einem Genre, welches die Band Anfang der Achtziger mitbegründete. Die 1977 in Wichita, Kansas gegründete Formation um Frontröhre Mark „The Shark“ Shelton, welche seit 2001 wieder aktiv ist, kann mittlerweile auf 14 fast durchgehend gut bewertete Studio- sowie zwei Livealben zurückblicken. Den absoluten Klassiker der Diskographie Manilla Roads markiert die 1983 erschienene Platte ''Crystal Logic'', auf welcher das Trio Shelton/Parks/Fisher seinen wegweisenden Stil fand und das progressiv-spacige Image der beiden Vorgänger „Invasion“ und „Metal“ mit einer gehörigen Portion Härte verfeinerte.

Nach einem atmosphärischem Intro führt „Necropolis“ flott und äußerst eingängig in die ersten drei Minuten des Albums. Nekropolen sind Begräbnisstätten der Altzeit, die bewusst abgegrenzt von den Siedlungen gebaut wurden. Der gute Übergang und der daraus resultierende, gut zu merkende Refrain machen dieses Stück zu einem der Bandklassiker überhaupt. Ein besserer Opener hätte nicht gewählt werden können.

Der Titelsong selbst ist eindeutig schwerer zu verdauen als der Eröffnungstrack, beginnt zwar vom Aufbau her ähnlich, mündet dann aber in ein episch-swingendes Tempo, bevor sich dieses gegen Ende noch einmal anhebt und an den Beginn erinnert.

Beim darauf folgenden Song haben Manilla Road allerdings eindeutig falsche NWOBHM-Einflüsse verarbeitet. „Feeling Free Again“ wirkt an allen Ecken und Enden gekünstelt. Hier wollte man wohl einen kleinen, eingängigen Hit fabrizieren, was eindeutig nicht funktioniert hat. Der Text reitet das Ganze noch tiefer in die Grube, geht es auf billige Art und Weise um Liebe und Sex. Allerdings findet man schnell mit „The Riddle Master“ zu alter Stärke zurück und präsentiert ein zuerst stampfendes, dann schneller werdendes Stück mit einem Refrain, welcher vollkommen einfach mitzugrölen ist und trotz seiner simplen Struktur an dieser Stelle perfekt passt. Ein wenig gewöhnen muss man sich bei dieser Truppe an die Stimme des Sängers und Gitarristen Shelton. Ist dies aber einmal geschehen, macht sein oft hypnotisch wirkendes Organ süchtig. Dies kommt besonders beim Vers von „The Ram“ zur Geltung. Er ist kein Naturtalent am Mikrofon, seine Stimme passt allerdings perfekt zu dieser Art von Musik, zudem hat sie einen unglaublichen Wiedererkennungswert, was auch an dem nasalen Stil liegt. Vor dem Highlight des Albums liegt noch ,,The Veils Of Negative Existence“, welcher ein sehr doomiger Track mit einem erneut tollen Refrain ist. Das Tempo verändert sich hier fast kaum, was eine nette Abwechslung zu den anderen Songs darstellt.

Das Album endet mit dem Epos „The Dreams Of Eschaton“, welches aus zwei Teilen besteht und in den abschließenden „Epilogue“ übergeht. Die Träume beginnen mit dem kürzeren, von Cleangitarren getriebenen ersten Teil und gehen über in den harten, vor Energie sprudelnden zweiten Part, in dem Mark Shelton seine Art vom Ende der Welt beschreibt, zu welcher man auch nach dreißig Jahren immer noch aktuellen Bezug aufbauen kann, wenn man nur an das AKW Fukushima denkt.

Mark verpasst seiner Stimme im Refrain eine Rauheit, schreit und keift, dass man die Apokalypse vor Augen hat, bevor er sich im Outro 200 Sekunden lang gitarrentechnisch in Hypnose versetzt, bis die Platte den Hörer nach einem kurzen Pianointervall leicht verstört und absolut fasziniert zurück lässt.

Zum Abschluss kann man sagen, dass dieses Album mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack ist und einige Durchläufe braucht, bevor man sich seiner Genialität bewusst wird, aber Fans von epischem Heavy Metal oder progressiver Musik, aber auch Freunde des Dooms kann hier eine sichere Empfehlung ausgesprochen werden.Der Klassiker schrammt ganz knapp, aber auch nur wegen ,,Feeling Free Again“ an der Bestnote vorbei.

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