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Mangrove: More Or Less... An Acoustic Evening

Ruhe... sehr viel Ruhe
keine Wertung
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 116:34
Release: 11.11.2011
Label: Mangrovian Music

Die Progressive-Rock-Band Mangrove hat 2010 ein Unplugged-Konzert in Apeldoorn gegeben und dieses mitgeschnitten. Dieser Livemitschnitt wurde aufbereitet und als DVD auf den Markt gebracht. Das Ergebnis dieser Arbeit umfasst 15 Lieder und eine Spielzeit von knapp zwei Stunden. 

Musikalisch ist die DVD eher durchwachsen, da sich schlicht und einfach nicht jeder Song zur akustischen Darbietung eignet. Aus diesem Grund fehlt einigen Liedern fast völlig der Drive, der ihnen in der elektrischen Version innewohnt. Vielerorts wird versucht, diese Lücke mit jazzigen Einlagen zu füllen, was aber nur bedingt funktioniert. Die Songs schleppen sich oft über minutenlange Passagen dahin. Natürlich ist aber nicht alles Geplätscher - gerade im letzten Drittel kann die Veröffentlichung Fahrt aufnehmen und wird interessanter. 

Auch viele der Songs zu Beginn sind nicht schlecht. Die Stimmung ist aber immer sehr ruhig und sachte. Jemand, der nach Power sucht, ist hier also sicherlich total fehl am Platz.

So ruhig, wie es musikalisch zugeht, so entschleunigt sind auch die Videoaufnahmen. Es macht den Anschein, dass das Konzert von mehreren fixierten Kameras gefilmt wurde. Das Ergebnis sind zwar schön scharfe Aufnahmen, jedoch sind diese logischerweise alle völlig statisch. Diese Nichtbewegung verlangsamt den Gesamteindruck nochmals zusätzlich. Diese Art der Filmaufnahmen ist eh nur möglich, weil die Musiker alle sitzen und sich nicht bewegen. Das Konzert hatte live bestimmt eine ganz besondere Atmosphäre, aber auf dem heimischen Fernseher kommt diese nicht wirklich rüber. Sehr positiv fällt auf, wenn sich das Publikum zu Wort meldet, denn dann kommt der Livecharakter richtig durch.

Vom Sound darf man nichts schlechtes behaupten. Die Instrumente klingen alle wunderbar und sind gut gemischt. Das Schlagzeug ist stellenweise etwas laut, das ist aber wohl technisch bedingt. Ganz besonders gelungen ist der Klang der akustischen Gitarren und der Bassgitarre. Den Saiteninstrumenten wurde ein sehr offener Tonfall zugeteilt. Dafür sieht es beim Klavier, beziehungsweise beim Keyboard, etwas anders aus. Das Klavier macht keine Probleme - es klingt einfach wie ein Klavier und ist sehr gut darin. Sein synthetischer Freund nervt aber manchmal stark. Wenn der Hammondorgelsound ertönt, könnten einige Zuhörer das Gefühl haben, völlig kirre im Kopf zu werden. Der generierte Klang wirkt im Vergleich mit der restlichen Musik sehr penetrant und verfärbt die komplette restliche Darbietung, die gleichzeitig mit ihm stattfindet. Dankbarerweise findet das rotierende Instrument nicht allzu häufig Anwendung und die Nerven beruhigen sich schnell wieder. 

„More Or Less... An Acoustic Evening“ ist eine DVD, die für einen ruhigen Abend gemacht ist, bei dem man sich auch ganz auf die Musik konzentrieren kann und sich das Konzert ganz bewusst ansieht. Um nebenher zu plätschern ist die Scheibe völlig ungeeignet. Und zwar auf voller Linie.

Anlocken dürfte der Rundling vor allem Freidenker, die keine Berührungsängste mit Jazz haben, denn diesen trifft man während der zwei Stunden Spielzeit immer wieder.

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