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MANGOG: Mangog Awakens

Die Maryland-Doom-Familie hat ein neues Mitglied
Wertung: 8/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 45:43
Release: 09.01.2017
Label: Argonauta Records

Der amerikanische Staat Maryland scheint überproportional viele Doom-Bands auszuspucken; nicht umsonst findet hier einmal jährlich das kuschlige Maryland Doom Fest statt, auch Iron Man- und mittlerweile Solokünstler Dee Calhoun hat hier seine Zelte aufgeschlagen, seit den Neunziger kann die Umgebung sogar den „Maryland Doom Sound“ für sich beanspruchen und tatsächlich: Bands aus der Region haben einen ganz eigenen Stil, die langsam-schleppenden Strukturen aufzubereiten.

MANGOG sind auch so eine Band, die mit ein bisschen Hilfe von Urgestein Calhoun und unter demselben Label Argonauta Records jetzt ihren Aufstieg durch die örtlichen Clubs beginnen und sich dabei vor allem auf einen wirklich guten und recht außergewöhnlichen Sänger stützen können. Produktionstechnisch wäre hier sicherlich noch einiges rauszuholen, aber auch so verbreiten MANGOG einen recht dystopischen, apokalyptischen Sound mit verbitterten Texten, die sich in Songs wie dem schleppenden „Of Your Deceit“ bahnbrechen, in dem außerdem sicherlich die beste stimmliche Leistung des Albums dargeboten wird.

Der Vierer mag in den ersten Durchläufen ein bisschen zu harmlos wirken, tatsächlich braucht der rohe Sound aber ein bisschen Anlaufzeit, um sich richtig ins Hirn zu fräsen. „A Tongue Full Of Lies“ ist dann ein gutes Beispiel dafür, wie MANGOG immer mal wieder auf die Bremse treten, obwohl der Song einen Tick zu dumpf daherkommt und Sänger Myke eher nach Schnupfen denn nach Doom klingt.

Schon der Opener zeigt aber, wie die Amis sich mit minimalistischen Mitteln gekonnt in Szene setzen: „Time Is A Prison“ mag nämlich recht monoton anmuten, hat aber ordentlich Biss und zeigt vor allem auch Mykes stimmliches Talent. Auch bei „Ab Intra“ dominieren eine zeitweise recht monotone Gitarre und der vor allem im Refrain ein wenig mit Hall besetzte Gesang des Fronters, überhaupt zeigen sich MANGOG insgesamt erfrischend unbeeindruckt von möglichen Tempowechseln. Während sich andere Doom-Bands zumindest Mühe zu geben scheinen, das an sich recht monotone Genre ein bisschen zu beschleunigen, sind die Herrschaften aus Maryland kaum schneller als bei „Modern Day Concubine“ anzutreffen – und der Song gerät schon beinah hektisch für Doom-Verhältnisse.

„Daydreams Within Nightmares“ gerät dann richtig flott, ein bisschen mehr in den Vordergrund hätte man den guten Myke aber mischen dürften, in den Gitarren geht der Gesang nämlich stellenweise ein bisschen unter. Dafür glänzen die Mangoger hier mit dem ersten richtigen Gitarrengefrickelpart der Platte, auch die eingestreute Melodie passt gut ins Gesamtbild; man kann sich die Herren richtiggehend auf der Bühne vorstellen.

Überhaupt: MANGOG sollten den Sprung über den großen Teich mal flott bewerkstelligen, um sich hier live vorzustellen. Auf Platte sind die Herren schon mal die eine oder andere Umdrehung wert – acht Punkte gibt es in jedem Fall für handgemachten Doom mit Texten, die für Optimisten eher weniger geeignet sind.

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