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Malpractice: Deviation From The Flow

Die Band sollte man zumindest im Hinterkopf behalten
Wertung: 5.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 50:1
Release: 13.01.2006
Label: Spinefarm Records

Und so sollen sich die legitimen Nachfolger von Dream Theatre anhören. Dream Theatre? Das sind doch die, die möglichst viel Technik, Progressivität und Spielwitz in Songs von fünf bis 25 Minuten Länge packen. Zumindest hier folgen Malpractice aus Finnland dem Vorbild, auch wenn sie nicht die zehn Minuten überschreiten, so unterläuft keiner der 8 Songs die magische progressiv Grenze von 4 Minuten und 30 Sekunden. Doch so ganz will dieses Bild der Progressivband nicht hervortreten.

Da lassen schon eher In Flames grüßen, wenn der Opener „Assembly Line“ losscheppert. Ein Song, der definitiv das Potenzial hat, die Alternative- und Metalschuppen der Republik zu rocken, wahrscheinlich fehlt den Finnen dazu allerdings das Airplay. Zudem könnte der Drumsound teils kräftiger, direkter und pointierter sein. So geht die tighte Double Bass von Toni Paananen zwischen den Frickel-Gitarren ein wenig unter.

Dass er das nicht verdient hat, zeigt schon der Auftakt von „The Long Run“, einem Song, den Coheed And Cambria ebenso gut hätten veröffentlichen können – natürlich mit weniger Verzerrung. Auffällig ist, dass Malpractice ihren Trashmetal-Wurzeln anscheinend völlig entsagt haben und sich auf den cleanen Gesang von Mika Uronen stützen, der jederzeit klar und deutlich rüberkommt.

Leider lassen sich die fünf dann mit „Divided“ auf die anscheinend obligatorische Schmalz-Ballade ein, die sicherlich gut gemacht, aber wohl etwas zu gut gemeint ist. „Deviation From The Flow“ hätte es verdient, nicht durch eine Metallica-Gedächtnis Verwurstung runtergezogen zu werden, auch wenn Teile des Solos schließlich doch noch begeistern können. „Fragile Pages“ schließlich, 9:36 Minuten lang, verliert sich in schier endlosen Riffs und büßt so leider auch an Langzeitwirkung ein.

Trotz allem eine Band, die man zumindest im Hinterkopf behalten sollte. Denn dann kann man später sagen „Ich fand schon ‚Deviation From The Flow’ geil!“.

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