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Malice: New Breed Of Godz

New breed of alter Aufguss
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 55:20
Release: 25.05.2012
Label: Steamhammer/ SPV

Schnell ist man mit Worten wie „legendär“ oder „Kult“ am Start, auch bei den US-Metal-Veteranen Malice, die schon 1980 erste Kreise zogen und 1982 – die meisten der Leser/-innen waren da noch nicht einmal ein flüchtig flüssiger Gedanke – mit einer ersten Demo aufwarteten. Klar, die Old-School-Metaller werden wieder einmal verzückt aufstöhnen und nach der guten alten Zeit aufbegehren. Dem Debüt „In The Beginning“ 1985 folgte zwei Jahre später die wesentlich interessantere Scheibe „Licence To Kill“, wiederum zwei Jahre später läutete die EP „Crazy In The Night“ das vorläufige Ende der Band ein.

Letztes Jahr kam es dann zur Malice-Wiederbelebung durch den Deal mit Steamhammer/ SPV, eingestielt beim renovierten Keep It True-Festival, als dort die US-Herren mit einer viel umjubelten Best-Of-Show perfekte Eigenwerbung betrieben. Dabei dürfte die aktuelle Gesangsbesetzung durch James Rivera nicht überall auf geteilte Gegenliebe stoßen. Natürlich, James gehört mit Sicherheit zu den sympathischen Vertretern seiner Zunft und singen kann der Kerl natürlich auch, doch irgendwie haftet da immer ein wenig der Makel der Erfolglosigkeit an seinem Rockzipfel, wenn man sich seine bisherigen Stationen (u.a. Helstar, Distant Thunder oder auch Seven Witches) ansieht, bedenklich darüber hinaus, dass er mit seiner Covertruppe Sabbath Judas Sabbath wesentlich erfolgreicher Shows abreißen kann.

„New Breed Of Godz“ soll also die neue Malice-Ära einleiten, wobei einige alte Stücke neu aufgenommen wurden und insgesamt vier neue Songs ebenfalls den Weg auf den Silberling geschafft haben. Der Titeltrack ist da nicht nur der Opener der CD, sondern auch gleich Wegweiser für die neuen Malice; ein typisches US-Metal-Riffmassaker und die typischen Rivera-Vocals, ein erstes Schwergewicht beim Neustart. „Branded“ gehört zu den Doublebass-Tretern, doch hervorzuheben ist hier die gesangliche Arbeit mit den Überlappungen von Screams und normalem Gesang, die dem Song einfach ein stückweit mehr Dynamik verleihen – schade nur, dass solche Schmankerl live untergehen werden. Den dritten Neuzugang stellt „Slipping Through The Cracks“ dar, ein Midtempo-Song mit leichtem Alice-Cooper-Flair, ganz nett, aber haut jetzt auch nicht vom Hocker. Ein Flop dagegen ist die neue Halbballade „Winds Of Death (Angel of Light)“ – wer den schnarchigen Anfang überstanden hat, wird dann zwar mit einem geilen Refrain belohnt, doch kurz danach wieder mit der gähnenden Strophe abgestraft.

Ein richtiger Knaller schon fast göttlicher US-Stahl-Kunst ist auch heute noch „Sinister Double“; Fans dieser musikalischen Spielart sollten jenen Track kennen(lernen) – schon damals als Opener der zweiten Langrille „Licence To Kill“ einfach ein Highlight. Oden man nehme das deutlich hardrockigere „Chain Gang Woman“ mit seinen DIO/ Deep Purple-Reminiszenzen – alles schon Mitte der Achtziger vertonte Klassiker. Schade nur, dass sie nicht auch auf die ausgiebige Demo-Phase zurückgegriffen und z.B. „Dues Paid In Hell“  eine neue Chance gegeben haben.

Die Bonus-DVD ist auch wirklich nur als Bonus zu sehen. Qualitativ setzen sich die drei Songs „Hell Rider“ „No Haven For The Raven“ und „Sinister Double“, die auf dem KIT 2011 mitgeschnitten worden sind, deutlich ab, auch wenn man manchmal den Eindruck gewinnt, dass die Kameraleute nicht immer auf der Höhe des Geschehens sind. Darüber hinaus merkt man auch, wo bei James die stimmlichen Grenzen („No Haven For The Raven“) zumindest an diesem Tag liegen. Das Livematerail ist so komplett von einer Videokassette übernommen und kann weder wegen Sound noch Bild überzeugen – allenfalls als historisches Dokument nutzbar, Untertitel hätte man vielleicht einfügen können, damit man auch die Judas Priest-Coverversion erkennen kann. Dritter Bonus auf dem Bonus ist dann das Making-Of, wo man sich so manches Mal fragen kann, wer so etwas braucht; hier mischen Malice die Interviewsequenzen mit Jay Reynolds mit weiteren Liveeindrücken vom KIT, gegen Ende werden dann auch Studioaufnahmen gezeigt und wie sie zu den Promofotos gekommen sind. Nicht wirklich essentiell, für Sammler und Die-Hard-Fans only.

Ob nun denn vier neue Songs reichen – wovon ja die Halbballade auch noch einen Fasttotalausfall darstellt – muss jeder mit sich und seinem Geldbeutel ausmachen. Wem Malice noch so gar nichts sagen, aber für den US Metal das Nonplusultra der musikalischen Hochgenüsse ist, der sollte sich diese Neuinterpretationen besorgen, zumal die Digipak-Version nicht nur hübsch aussieht, sondern auch noch mit der DVD für weiteren Zeitvertreib sorgt.

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