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Malevolentia: Republique

Bombast auf Französisch
Wertung: 6,5/10
Genre: Orchestral Black/Death Metal
Spielzeit: 57:17
Release: 16.04.2016
Label: Epictural Production

Seltenheitswert: Alle Texte von "Republique“ sind auf Französisch, was zumindest Seltenheitscharakter hat und allein schon genügen dürfte, Malevolentia aus der Masse herausstechen zu lassen. Wenn man des Französischen nicht mächtig ist, kann man das inhaltliche Konzept des Albums allerdings nur erraten. Anhand des Titels und der optischen Gestaltung liegt die Vermutung nahe, dass es sich textlich wohl um die Französische Revolution und die daraus entstandene Republik dreht.

Was man musikalisch grundsätzlich feststellen kann, ist, dass die Herrschaften ihr Handwerk durchaus verstehen und man zu jeder Minute des Albums merkt: Hier sind keine Anfänger am Werk. Ein weiterer Pluspunkt ist der grundsätzlich gelungene Sound, der druckvoll und klar aus den Boxen beziehungsweise Kopfhörern dröhnt. Minimaler Kritikpunkt könnte das Schlagzeug sein, welches stellenweise ein wenig zu sehr in den Hintergrund rückt - ist aber vielleicht auch nur Geschmacksache.

Musikalisch bieten die Franzosen alles, was man sich unter orchestralen Black Metal vorstellen kann: Neben den treibenden Gitarren und dem Schlagzeuggewitter werden dem Hörer ganze Soundwände an Bombast, Chören, Keyboardteppichen und Samples (bspw. Französische Nationalhymne) um die Ohren geschlagen. Von der klassischen Metalinstrumentierung, bestehend nur aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, hat man sich also deutlich entfernt. Auch die Vokalisten sparen nicht bei der Vielfalt: Gekeife, Gekreische, Klargesang (männlich wie weiblich) und gesprochene Passagen. Der anhand der Genrebeschreibung  erwartete Death Metal-Anteil fällt dann doch sehr gering aus, weshalb man diesen getrost unter den Tisch fallen lassen kann. Wirklich vermisst wird dieser aber auch nicht, weil dazu aufgrund der Fülle an Ideen und Arrangements gar keine Gelegenheit aufkommt, womit man auch bei der ersten Nörgelei angekommen wäre:

Stellenweise scheint es ein Zuviel an Bombast, Variationen und Einfällen zu sein, die da in nur ein Lied gepackt wurden, sodass es teilweise wirkt, als ob man zwingend bemüht war, in jedem Song das gesamte mögliche Repertoire zu präsentieren. Dies hat zur Folge, dass es oftmals anstrengend ist, der Struktur einiger Titel zu folgen, weil es einfach zu konfus und wirr wirkt. Die zweite Nörgelei betrifft die Black Metal- Anteile, die doch sehr stark an einen Mischung aus hauptsächlich „Cradle of Filth“ mit etwas „Dimmu Borgir“ erinnern, also nichts Neues bieten. Um diese Kritik gleich ein wenig abzuschwächen, sollte klargestellt werden, dass ein Vergleich mit diesen Genregrößen ja nicht unbedingt negativ zu sehen ist. Außerdem ist es, egal in welchem Genre, schwer, etwas Neues oder gänzlich Eigenständiges hervorzubringen. Auch kommt dieser Kritikpunkt nicht sonderlich zum Tragen, da die orchestralen Passagen gegenüber den Black Metal-Anteilen deutlich überwiegen. Das wiederum kann man je nach persönlichen Vorlieben und Erwartungen positiv oder negativ sehen.

Abschließend muss man „Republique“ bescheinigen, dass das Album bei mehrmaligem Anhören wächst, da man einfach Zeit braucht, um alle Facetten eines Liedes zu erfassen und zu würdigen. Nimmt man sich diese Zeit, legt sich vielleicht auch der erste Eindruck der Konfusion. Trotz dieses versöhnlichen Resümees bleibt „Republique“ ein anstrengendes Album, welches dem Hörer einiges abverlangt.

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