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Maks & The Minors: Good Morning, Samsara!

Ebenso glänzend wie das Debüt
Wertung: 9/10
Genre: Rock
Spielzeit: 52:56
Release: 30.10.2009
Label: Membran

All diejenigen, die ausschließlich auf harte Mucke stehen und die, die mit Scheuklappen und Tunnelblick durch die Gegend laufen, können gleich aufhören, dieses Review zu lesen, denn mit vorliegender CD werden sie kaum etwas anfangen können. Alle jedoch, die gerne neue Bands kennenlernen, Bands, die mit etwas Neuem aufwarten, munter Stile vermischen und einfach frisch und frei von der Leber weg musizieren, denen sei „Good Morning, Samsara!“, das zweite Album der Hamburger Formation Maks & The Minors, wärmstens empfohlen.

Die Band existiert schon seit einigen Jahren und mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Rock, Ska, Polka, Chanson und slawischer Folklore ist sie nicht nur in der Hamburger Szene längst mehr als nur ein Geheimtipp. Ja, im ersten Moment mag sich diese Mixtur komisch anhören, doch es gelingt den Jungs völlig problemlos, diese unterschiedlichen Richtungen unter einen Hut zu bekommen, ohne den Hörer vor den Kopf zu stoßen, ganz im Gegenteil: Die Songs sind im Prinzip recht simpel aufgebaut und dank des songschreiberischen Talents von Frontmann, Bandkopf und Namensgeber Max Kretzenbacher sehr eingängig, dafür aber sehr durchdacht und spannend arrangiert und begeistern sofort. Hinzu kommt noch ein hohes handwerkliches Niveau, gerade wenn man bedenkt, dass sämtliche Bandmitglieder erst Mitte Zwanzig sind.

So ähnlich sah das auch kein Geringener als Ex-Uriah Heep-Mastermind Ken Hensley, der sich von der Musik und vom Auftreten der Combo derart begeistert zeigte, dass er das im Oktober 2007 erschienene, glänzende Debütalbum „Movin’ Out“ unbedingt höchstselbst produzieren wollte. Ein großer Karriereschub für die junge Truppe, der ihren Bekanntheitsgrad noch einmal erheblich hat steigen lassen; umso mutiger, aber auch sehr konsequent, beim Nachfolger auf einen solch klangvollen Namen zu verzichten und die neue Platte selbst zu produzieren.

Es dürfte nicht allzu viele Bands geben, die ihren eigenen Stil so früh gefunden haben und bereits auf dem zweiten Output in der glücklichen Lage sind, diesen perfektionieren zu können. So wie eben Maks & The Minors mit „Good Morning, Samsara!“: Erneut geben sich die bereits erwähnten Elemente mühelos die Klinke in die Hand, erneut ist das Songwriting phantastisch, erneut präsentiert man sich spielfreudig, spritzig, vielseitig und erfrischend.

„Most Disgusting Town“ (hm, welche Stadt ist damit wohl gemeint, hat man da schlechte Erfahrungen auf Tour gemacht?) ist gleich ein perfekter Opener, der trotz der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Stücke ziemlich gut das repräsentiert, was das Quintett ausmacht: Ein slawisch anmutendes Hauptmotiv, einen Refrain, den man sofort mitsingen will und einen tierischen Energielevel, der niemanden stillstehen lassen kann. Sehr geil sind auch die Tempowechsel innerhalb des Stückes, die viel zur Dynamik beitragen. Dazu gesellen sich zwei wesentliche Elemente des Bandsounds: Einmal Max’ kraftvoller, rauchiger Gesang und dann das beeindruckend filigrane Pianospiel von Jakob Deiml, welches sowohl ein klassisches, als auch ein jazziges Element mit einbringt und sich wie ein Teppich durch das gesamte Album zieht. Der Song wird sich live prächtig machen, da bin ich mir sicher, genauso wie die ebenfalls sehr schön rockenden Tracks „Boys ’N’ Girls“ und „Dancing Backwards“, oder die amtlichen Midtempo-Groover „Hard To Deliver“ und „Last Line“.

Wie jede andere Band mit Ambitionen, legen natürlich auch Maks & The Minors Wert darauf, sich weiterzuentwickeln und so gibt es auch einiges Neues zu hören: Die mit wundervollem E-Piano und sehnsüchtig klingender Mundharmonika verzierte und mit hypnotischem Basslauf ausgestattete Ballade „I Was Wrong“ beispielsweise ist ein Stück, das man von der Band so bislang noch nicht gehört hat, ein ähnliches gilt sicher für das mit düsteren Pianoläufen versehene „Family Man“ oder „About Cash“, welches wohl eine Hommage an Johnny Cash darstellen soll. Stilistisch agiert man hier jedenfalls in der Rock’n’Roll/Country-Ecke und auch der Drumbeat erweckt deutliche Reminiszenzen an den 2003 verstorbenen Musiker. „Dead Man Walking“ hingegen erinnert mich ein wenig an „The Fool“, einen Song von einem alten Demo, als die Gruppe noch unter dem Namen Collateral Damage firmierte.

Auch das siebenminütige, komplex arrangierte „Noman’s Land“, das recht episch und melancholisch ausgefallen ist und sich bravourös steigert, stellt ein Novum dar und zeigt als abschließendes Stück, wohin die Band möglicherweise noch überall gehen kann, und ich bin mir sicher, dass sie auch weiterhin viele Stilrichtungen ausprobieren und in ihren Sound einfließen lassen wird, ohne ihren eigenen Charakter zu verlieren. Floskeln der Marke „Sie werden ihren Weg gehen“ kann ich mir an dieser Stelle ersparen, denn diese Band geht bereits ihren Weg. Ich will verdammt sein, wenn den Jungs nicht bald der endgültige Durchbruch gelingt! Checkt diese Band unbedingt an, besonders live! – P.S.: Das Design der CD, die wie eine alte Single-Schallplatte aussieht, ist auch sehr nett.

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